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4 Investmentstrategien, die zum Erfolg auf einem stagnierenden Aktienmarkt führen können

Foto: Pixabay, skeeze

Die große Diskussion auf der Wall Street dreht sich anscheinend fast immer darum, ob sich der weitere Markt von hier aus nach oben oder unten bewegen wird. Manchmal bewegt er sich jedoch nicht deutlich in eine Richtung und verharrt stattdessen.

Nach der größten Rezession und der größten Erholung, die wir seit vielen Generationen gesehen haben, hat sich der breite S&P 500 (WKN:A0AET0) in den letzten anderthalb Jahren quasi nicht bewegt. Es gab temporäre Freude mit zwei schnellen Marktkorrekturen im Sommer 2015 und der ersten Quartalshälfte 2016, aber wenn man die Dinge mit einer längeren Perspektive betrachtet, zeigt sich, dass wir quasi immer noch im gleichen Boot sitzen wie Anfang 2015.

Für einige Investoren ist ein Seitwärtstrend auf dem Aktienmarkt sehr frustrierend – aber das muss er nicht sein. Es gibt vier Strategien, die du gleichzeitig fahren kannst, und die dir gute Chancen darauf bieten, selbst hier Geld zu machen.

1. Weiterhin Kern-Portfolio-Aktien kaufen

Es kann erst einmal helfen, das große Ganze im Auge zu behalten. Langfristig tendiert der Aktienmarkt dazu, höher zu steigen. Tatsächlich lag die historische Durchschnittsrendite bei ungefähr 7 % pro Jahr (inklusive Reinvestieren der Dividenden), womit er eine der besten Möglichkeiten zur Vermögensschaffung für die breite Öffentlichkeit ist. Das bedeutet, deine beste Möglichkeit, dich auf die Zukunft vorzubereiten, ist es, weiter zu investieren.

Was passiert, wenn du versuchst, den Markt zu timen oder auf einen sogenannten „Durchbruch“ wartest? Wahrscheinlich wirst du einige Gewinne dabei verpassen. Hier und da etwas zu verpassen, klingt nicht nach einem großen Problem, aber langfristig summiert sich das.

Graphik durch Autor. Datenquelle: J.P. Morgan Asset Management durch Lipper.

Graphik durch Autor. Datenquelle: J.P. Morgan Asset Management durch Lipper.

J.P. Morgan Asset Management hat mit Daten von Lipper ein Experiment durchgeführt, um zu sehen, was passiert wäre, wenn ein Investor am 31. Dezember 1993 in den S&P 500 gekauft und 20 Jahre gehalten hätte. Am Ende dieser Zeit hätte der Investor 483 % mit seiner oder ihrer Ursprungsinvestition gemacht. Vergegenwärtige dir, dass dieser Investor die Dotcom-Blase und die Finanzkrise überstanden und immer noch 483 % gemacht hätte. Hätte dieser Investor jedoch nur 10 der besten Handelstage von mehr als 5.000 verpasst, läge seine oder ihre Rendite bei nur 191 %. Verpasst man etwas mehr als 30 der besten Handelstage, hätte man in diesem Fall insgesamt Geld verloren. Der Versuch, den Markt zu timen und dabei falsch zu liegen, könnte dich wertvolle Zeit kosten, deinen Notgroschen aufzupolstern und es könnte dich weitere Jahre kosten, deine Altersvorsorge zu erreichen.

2. Investiere und Reinvestiere in Dividendenaktien

Außerdem solltest du schwer darüber nachdenken, in Aktien zu investieren, die Dividenden ausschütten.

Es ist nichts falsch daran, Wachstumsaktien zu kaufen – besonders, wenn du erwartest, noch jahre- oder jahrzehntelang zu arbeiten. Es ist jedoch nie eine schlechte Idee, deinem Portfolio Dividendenaktien hoher Qualität hinzuzufügen, weil das Einkommen und Stabilität bringen kann, die man braucht, um Phasen schlechten Wirtschaftswachstums oder negative Entwicklungen zu überstehen.

Zwei Dinge machen Dividendenaktien besonders zu einem wertvollen Ziel für Investoren bei einem Seitwärtstrend. Erstens haben wir den natürlichen Vorteil von Unternehmen, die Dividenden ausschütten:

  • Dividendenzahlungen helfen dabei, sich gegen einen Fall auf dem Aktienmarkt abzusichern.
  • Dividenden können in weitere Anteile an der Aktie reinvestiert werden und deine zukünftigen Dividendenzahlungen erhöhen.
  • Dividenden sind häufig ein Zeichen für ein gesundes Geschäftsmodell und können damit als ein gutes Signal für Investoren gesehen werden.

Der zweite Faktor ist, dass Dividendenaktien langfristig aus eben beschriebenen Gründen dazu tendieren, Unternehmen zu überbieten, die keine Dividenden zahlen. Dividendenunternehmen haben oft ein gesundes Geschäftsmodell und stetige Cashflows, was bedeutet, dass sie in der Lage sind, mit dem, was kommt, umzugehen – sei es eine stärkere oder kontrahierende Wirtschaft.

3. Denk über eine Sicherungsstrategie nach

Falls du dir wirklich Sorgen um eine eventuelle Korrektur des Aktienmarkts machst – auch mit dem Verständnis, dass diese kürzer anhalten als Bullenmarkterholungen – kannst du über eine Sicherungsstrategie nachdenken, um dein Portfolio zu schützen. Es gibt da zwei besonders reizvolle Strategien.

Wenn es für dich in Ordnung ist, Optionen zu nutzen, kannst du darüber nachdenken, Calls gegen einige oder alle deiner langfristigen Buy-and-Hold-Positionen zu verkaufen. Ein Call ist eine Option, die Investoren kaufen, wenn sie erwarten, dass sich eine Aktie im Wert erhöhen wird. Indem du einen Call verkaufst, erwartest du quasi, dass sich deine Aktie zum Vertragsende seitwärts entwickelt oder sinkt. (Die meisten Options-Verträge reichen von einer Woche bis zu zwei Jahren.) In einfachen Worten: Wenn der Anteilspreis deiner Aktien fällt, kannst du einen Profit in Höhe von 100 % auf deine verkauften Calls erwarten. Während das vielleicht nicht den nicht realisierten Verlusten gleicht, die du durch eine Aktienmarktkorrektur tragen würdest, könnte es jedoch etwas von dem Schmerz nehmen. Sei dir jedoch sicher, dass diese Sicherung auch anders herum funktioniert. Wenn der Aktienmarkt sich erholt, könnten deine Gewinne versiegen, wenn dein Optionen-Schutz Verluste erschafft.

Foto: Franco Nevada Corporation

Foto: Franco Nevada Corporation

Eine weitere Idee ist es, defensive Aktien, ETFs, oder Rohstoffe zu kaufen. Physisches Gold und Edelmetall-Unternehmen werden häufig als gute Wetten gesehen. Die Goldpreise tendieren dazu, sich in die gegensätzliche Richtung des US-Dollars zu entwickeln und der Dollar erhöht sich oft mit der US-Wirtschaft. Wenn die US-Wirtschaft damit beginnt, zu schwächeln und der US-Dollar fällt, profitieren Gold- und Edelmetall-Unternehmen. Gold ist natürlich nicht die einzige defensive Möglichkeit, aber ein ziemlich gutes Beispiel für eine Sicherungsstrategie, die Schutz nach unten bietet.

4. Wirf Aktien über Bord, die nicht mehr auf deine Investitionsthese passen

Folgendes solltest du immer tun, egal ob der Aktienmarkt sich nach oben, unten oder seitwärts bewegt: Analysiere die Aktien deines Portfolios, um herauszufinden, ob deine Investmentthese immer noch angebracht ist.

Bevor wir Aktien kaufen, sollten wir eine Analyse durchführen und zusammenfassen, warum wir diese Aktie ursprünglich gekauft haben. Als Investoren sollten wir uns diese regelmäßig anschauen, um zu überlegen, ob sie immer noch stimmt. Wenn eine Aktie aufgrund von Marktschwächen fällt, aber das zugrundeliegende Geschäftsmodell noch passt, sollte deine Investitionsthese noch in Ordnung sein. Wenn das Geschäftsmodell sich jedoch wegen eines neuen Rivalen, Produkts oder aus anderen Gründen verändert hat, ist es vielleicht Zeit, zu verkaufen. Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sich verändert haben oder die in Gefahr sind, sind häufig am anfälligsten für Fälle bei einem Seitwärts- oder Abwärtstrend. Behalte im Kopf, dass Hoffen keine effektive Investmentstrategie ist.

Die Werkzeuge, um bei einem Seitwärtstrend zu profitieren, sind da – du musst nur aktiv sein und deine Chancen nutzen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 8.6.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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