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Mittwochsbilanz: US-Notenbankpräsidentin stützt den DAX, RWE und E.ON im Aufwind, Adidas und Infineon erreichen Höchstkurse

Foto: Pixabay

Unterstützt durch Äußerungen der US-Notenbankpräsidentin, die eine Zinserhöhung im Juni unwahrscheinlich erscheinen ließen, konnte der DAX an den ersten beiden Handelstagen die Verluste der Vorwoche weitgehend kompensieren. Wie jedoch der Mittwoch zeigte, sind die Chancen für eine Sommer-Rally derzeit trotzdem nicht besonders hoch.

Das ist kein Wunder, denn die Brexit-Abstimmung am 23. Juni sorgt für Verunsicherung. Die aktuellen Meinungsumfragen besagen nur eins: Es wird verdammt knapp – und niemand kann ernsthaft vorhersagen, welche Folgen ein Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU haben würde.

Intime Kenner des Inselvolkes geben sich etwas optimistischer, weil sie statt demoskopischer Zahlenwerke lieber die Wettquoten bei den britischen Buchmachern zu Rate ziehen. Diese lassen auf einen Verbleib der Briten in der gern gehassten Europäischen Union schließen.

Langfristig orientierte Anleger geben allerdings nichts auf Wetten. Sie können beruhigt auf das Ergebnis der Abstimmung warten und sich mit größeren Engagements zurückhalten. Dies taten in den vergangenen Tagen auch die Parkettprofis – und positionierten sich eher defensiv. Davon profitierten besonders zwei in jüngster Vergangenheit arg gebeutelte Versorger …

Was war an der Börse los?

Nach dem Rücksetzer vom Freitag (- 1,0 %) startete der DAX (WKN:846900) trotz eines überraschend hohen Auftragsrückgangs bei der deutschen Industrie mit einem kleinen Plus in die neue Handelswoche: Am Montag verbesserte sich der deutsche Leitindex um 0,2 % auf 10.121 Punkte.

Mit einem Kursanstieg von 4,1 % setze sich die Aktie von RWE (WKN:703712) an die DAX-Spitze. Die Papiere des Wettbewerbers E.ON (WKN:ENAG99) verteuerten sich um 2,2 %. Marktbeobachter begründeten das Anziehen der Versorgeraktien mit der defensiven Positionierung großer institutioneller Anleger im Vorfeld der britischen EU-Abstimmung und einer möglichen Zinswende in den Vereinigten Staaten.

Der anziehende Ölpreis, der vom Gros der Parkettakteure als Zeichen einer verhalten positiven globalen Konjunkturentwicklung interpretiert wird, hat bei Einzelwerten durchaus negative Auswirkungen. Zum Beispiel bei der Lufthansa (WKN:823212), deren Treibstoffkosten steigen: Die Anteilscheine der Kranich-Airline landeten mit einem Abschlag von 2,5 % am unteren Ende der DAX-Tabelle.

Als die Frankfurter Börsianer bereits ihren Feierabend genossen, lauschten ihre Kollegen in den Vereinigten Staaten mit großem Interesse einer Rede der Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Die Interpretation des Gesagten fiel positiv aus: Man glaubte den Äußerungen der obersten US-Währungshüterin entnehmen zu können, dass eine Leitzinsanhebung im Juni nicht zu erwarten sei.

Die Folge: In New York überwand der Dow Jones wieder die Marke von 18.000 Zählern und der S&P 500 schloss nicht weit entfernt von seinem Rekordstand vom Sommer 2015. Diese Aufwärtsbewegungen vollzog der Frankfurter Aktienmarkt am Dienstag nach. Das deutsche Börsenbarometer stieg um 1,7 % auf 10.288 Punkte.

Den ersten Platz bei den Standardwerten sicherte sich die Aktie des Pharma- und Chemieriesen Bayer (WKN:BAY001), die mit einem Plus von 3,1 % aus dem Handel ging. Auf dem Parkett werden derzeit noch Wetten angenommen, ob (und wenn ja: um wieviel) der Leverkusener Konzern sein Angebot für das US-Agrarunternehmen Monsanto erhöht. Die Aktie der Bayer-Konkurrentin BASF (WKN:BASF11) stieg um 2,7 %.

Zwei DAX-Titel markierten im Tagesverlauf neue Höchststände. Übernahmefantasie verhalf Infineon (WKN:623100) zu einem Aufschlag von 1,8 % und dem besten Schlusskurs seit Dezember. Auch Adidas (WKN:AE1WWW) markierte mit 119,80 € einen Höchststand, konnte diesen aber nicht bis zum Ende der Handelssitzung halten – es blieb ein Aufschlag von 1,7 %.

Im MDAX (WKN:846741) fiel der Düngemittelhersteller K+S (WKN:KSAG88) mit einem Plus von 4,2 % auf. Mit diesem Kursanstieg quittierten die Marktteilnehmer die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Kassel wegen versuchter Gewässerverunreinigung.

Nach dem erfreulichen zweiten Handelstag waren am Mittwoch erst einmal Gewinnmitnahmen angesagt. Der DAX startete im roten Bereich, konnte sein Minus aber bis zum Nachmittag verringern. Um 15:05 Uhr verblieb ein Abschlag von 0,5 %. Besonders gefragt waren wieder RWE und E.ON, die jeweils mehr als 2 % zulegen konnten.

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag (09.06.) freuen sich Liebhaber von Kennzahlen zur deutschen Volkswirtschaft auf die bundesrepublikanische Handelsbilanz im April, Angaben zu den Insolvenzen im ersten Quartal und den Arbeitskostenindex fürs erste Vierteljahr. Die Lufthansa legt ihre Verkehrszahlen für Mai vor. In den USA wird die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Am Freitag (10.06.) müssen die europäischen Börsianer ohne Impulse aus dem Reich der Mitte auskommen, weil die chinesischen Börsen wegen eines Feiertags geschlossen bleiben. Der im MDAX notierte Flughafenbetreiber Fraport (WKN:577330) veröffentlicht seine Verkehrszahlen für Mai. Die deutschen Statistiker liefern Zahlenmaterial zu den Verbraucher- und Großhandelspreisen im fünften Monat. In den USA äußert sich die Uni Michigan zum Verbrauchervertrauen im Juni.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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