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Der nächste Umbruch in der Solarbranche: Das Ende des Solar-Leasings

Foto: Pixabay, Blickpixel

Solar-Leasing oder Stromabnahmeverträge sind seit Jahren die dominierende Finanzierungsmethode auf dem Solarmarkt für Immobilien. Sie waren auch eine gute Option, als sich die Kosten von Solarsystemen auf 30.000, 40.000 US-Dollar oder mehr belaufen konnten. Nur wenige Kunden hatten genug Geld für ein System, das so teuer war. In der Anfangszeit wollten wenige Banken kleine Solarprojekte finanzieren und noch weniger Hausbesitzer konnten die Steuervorteile durch Solar in den USA adäquat nutzen.

Das Solar-Leasing war eine Antwort auf all diese Probleme und es verhalf Unternehmen wie SolarCity (WKN:A1J6UM), Sunrun (WKN:A14V1T) und Vivint Solar (WKN:A12AWB) zu schnellem Wachstum und den 1 Millionen Solarinstallationen, die es zurzeit in den USA gibt. Aber das Leasen ergibt langfristig keinen Sinn und seine Tage sind gezählt, was einen Umbruch in der Solarbranche bedeuten würde.

Warum Solar-Leasing dem Untergang geweiht ist

Beobachter der Solarbranche grübeln seit Jahren über die Zukunft der Solarfinanzierung. Im Jahr 2014 sagte GTM Research, dass das Leasen in Bezug auf den Marktanteil seinen Höhepunkt erreicht habe und mit der Zeit von Krediten oder Käufen überholt werden würde. Ich zweifle das Leasing-Modell seit Jahren an und jetzt behauptet auch das Wall Street Journal, dass die Zukunft Krediten gehört.

Um zu verstehen, warum dieser Wandel stattfindet, und was er für die Solarbranche bedeutet, schauen wir uns hier Finanzierungsmethoden für Solarmodelle an und warum Kredite langfristig gewinnen werden.

  • Kunden können Solar jetzt selbst finanzieren. Mit Leasing-Vereinbarungen besitzt man sein Solarsystem nicht. Außerdem kann man seine Komponenten oft nicht aussuchen und Kunden stimmen normalerweise zu, Solarstrom für 20 Jahre zu zahlen. Kredite bieten Flexibilität in Bezug auf Komponenten, machen den Vorgang wettbewerbsfähiger für Installateure und erlauben es Solarsystemen, ein Vermögenswert anstatt eine Verpflichtung beim Hausverkauf zu sein (worauf ich gleich zurückkomme). Beim Leasen ging es darum, Kunden zu belehren und Zugang zum Solarbereich zu bieten. Bei Krediten geht es darum, die Wahl zu haben und das wird langfristig gewinnen.
  • Solar selbst zu finanzieren, ist preiswerter als Leasen. Einer der Gründe dafür, dass einige Solar-Installateure in den letzten Jahren sehr groß geworden sind, ist, dass Leasen einen großen Umfang erfordert. Investoren, die Steuergerechtigkeit, eine Verdichtung der Anlagen oder Finanzierung durch Verbriefung bereitstellen, wollen Hunderte Millionen Dollar an Schulden, damit die Investition es wert ist. Kleinere Player werden dadurch ausgeschlossen. Außerdem müssen Installateure Solarsysteme aufteilen und die Teile an verschiedene Investoren verkaufen, was die Wertkomponenten komplizierter macht. Kredite sind viel einfacher, haben geringere Raten (bis zu 2,99 % für SolarCitys neuen Kredit) und letztendlich geringere Kosten als Leasing-Vereinbarungen, die über 20 Jahre laufen.
  • Kleinere Installateure können niedrigere Kosten für Dach-Solaranlagen bieten. Ich erwähnte bereits, dass große Player den Solarbereich beim Eigenheim dominieren, was in jedem Baugeschäft merkwürdig wäre. Die Baubranche ist das, was das Geschäft mit Solarinstallationen in Eigenheimen wird. Sie wird von kleinen und lokalen Unternehmen dominiert, die flink sind, geringere Gesamtkosten aufweisen und die lokale Landschaft kennen. Sie bringen bereits vielerorts niedrigere Kosten in der Solarbranche und das wird sicher so weitergehen und Druck auf nationale Unternehmen ausüben, die hohe Gemeinkosten haben.
  • Wer möchte ein Zuhause mit einem alten Solar-Leasing-Vertrag kaufen? Viele Solarunternehmen würden darauf hinweisen, dass sie kaum Schwierigkeiten damit haben, Leasing-Verträge zu übertragen und das als Zeichen dafür deuten, dass Zahlungsverzug in der weiten Zukunft gering sein wird. Das ist jedoch eine zweifelhafte Annahme. Die Kostenreduzierungen, die Solarunternehmen in letzter Zeit beobachten konnten, haben sie dazu genutzt, ihre Märkte zu vergrößern, anstatt sie an Kunden weiterzuleiten. Kredite werden wahrscheinlich zu niedrigeren Kosten für Kunden führen (wie ich weiter oben schon angemerkt habe) und wenn die Kosten in der Zukunft sinken werden, können diese Ersparnisse an die Kunden weitergegeben werden. Warum sollte man – abgesehen von der Umwelt – beim Kauf eines Eigenheims zustimmen, 10 bis 15 Jahre alte Leasing-Verträge zu übernehmen, über deren Ratenhöhe beim Unterschreiben des Vertrags entschieden wurde und die altes Equipment bringen, wenn man heute weniger für brandneue Solarsysteme bezahlen könnte? Besonders wenn man bedenkt, dass man über absolut keinen Eigenanteil beim Solar-Leasen verfügt. Besitzt man ein Solarsystem, ist das ein Vermögenswert, während Leasen eine Verpflichtung für neue Hausbesitzer darstellt. Das wird ein wichtiger Punkt beim Fall des Leasing-Modells werden.

Rein logisch betrachtet, ergibt es Sinn, dass Kredite langfristig die bevorzugte Finanzierungsmethode für Dach-Solaranlagen sein werden – genau wie sie es bei Autos sind. Sie werden außerdem der Branche helfen, einen besseren Preiswettbewerb zu erreichen, was auch für Käufer gut sein wird.

Bildquelle: SunPower

Bildquelle: SunPower

Wo die Großen eine Rolle in der Solarbranche spielen werden

Was Solar-Kredite wirklich erreichen, ist eine faire Umgebung für Dach-Solaranlagen. Ein kleiner lokaler Anbieter kann so mit den großen nationalen Unternehmen mithalten. Beim Leasen ist das normalerweise nicht der Fall. Und das ist wichtig. Außerdem werden die Preise und die Qualität von Komponenten dadurch transparenter, was beim Leasen auch nicht gegeben ist.

Das könnte für SolarCity und Vivint Solar sehr schlecht sein, die Equipment benutzen, das lokale Anbieter auch nutzen können. Ironischerweise war die Zusammenarbeit mit lokalen Installateuren bis vor einigen Jahren Sunruns ursprüngliche Strategie – bis es damit anfing, sein eigenes Installationsteam aufzubauen. Das könnte ein Fehler gewesen sein.

Ich denke, dass Komponenten-Unternehmen, die differenzierte Lösungen für lokale Anbieter liefern, die größten Gewinner sein werden. SunPower (WKN:A1JNM7) hat immer lokale Installateure genutzt und bietet Möglichkeiten zur Kostenschätzung sowie komplett konstruierte Systeme an, die ihre Arbeit erleichtern. Ungefähr 70 % von SunPowers Installationen waren in den letzten Jahren Cash- oder Kreditverkäufe. Das könnte also ein positiver Trend für das Unternehmen sein. Ich könnte mir vorstellen, dass Canadian Solar (WKN:A0LCUY) mit Mikro-Wechselrichtern und kompletteren Design-Lösungen eine ähnliche Strategie verfolgt. Zurzeit ist es in diesem Bereich aber nicht so fortgeschritten wie SunPower.

Neue Produktangebote in der Solarbranche sollte man auch im Auge behalten. Wo ein Unternehmen wie SolarCity oder SunPower vielleicht einen Vorteil entwickeln kann, ist im Bereich des Integrierens von Stromspeichern und Nachfragereaktion in ihre Systeme. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, um sich durch mehr als nur den Preis abzuheben?

Bereite dich auf das Ende des Solar-Leasens vor

Wenn sich das Leasen in den kommenden Jahren dramatisch verringern wird, wie ich es glaube, wird das zu einem großen strategischen Wandel in der Solarbranche führen. Unternehmen, die sich zu sehr auf das Leasen verlassen, könnten auf der Strecke bleiben. Darüber solltest du nachdenken, wenn du dir Gewinnberichte von Solarunternehmen im Laufe des Jahres anschaust. Nicht jeder wird sich schnell genug anpassen können, um zu überleben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von SolarCity.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 4.6.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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