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3 Aktien, die Insider vor kurzem gekauft haben: Capital Stage, Bayer und Fuchs Petrolub

Foto: Wikimedia Commons

Wenn das Management Aktien des eigenen Unternehmens kauft, ist das ein wunderbares Zeichen für uns Anleger. Zum einen deutet es darauf hin, dass die Vorstandschaft großes Vertrauen in die Stärke des Konzerns hat. Zum anderen steigt damit der Anreiz, eine anlegerfreundliche Firmenpolitik zu betreiben, da das Management ja ebenfalls zum Kreis der Aktionäre zählt.

Bei drei Konzernen hat das Management in auffallend hohem Maße ins eigene Unternehmen investiert. Es handelt sich dabei um Capital Stage (WKN:609500), Bayer (WKN:BAY001) und Fuchs Petrolub (WKN:579043). Ob sich auch für uns normale Anleger der Einstieg bei einer der drei Aktien lohnt, habe ich mir einmal genauer angeschaut.

Insiderkauf 1: Capital Stage

Die Capital Stage AG ist Deutschlands größter unabhängiger Betreiber von Solarparks. Auch der Betrieb von Windkraftanlagen zählt zum Kerngeschäft der Hamburger. Am 21.04.2016 kaufte Aufsichtsratsmitglied Dr. Cornelius Liedtke Anteile im Wert von knapp 5 Millionen Euro.

Trotz dieser Investition gibt es bei Capital Stage eine Sache, die mir gar nicht gefällt: Die enorme Verschuldung und die damit einhergehende Zinsbelastung, die das Unternehmen Jahr für Jahr zu schultern hat. Im Geschäftsjahr 2015 musste Capital Stage 46,5 % seines Vorsteuergewinns für Zinszahlungen aufwenden, ein unglaublich hoher Wert.

Bei den aktuell niedrigen Zinsen mag das problemlos funktionieren. Steigen diese allerdings wieder auf ein normales Niveau, dürfte Capital Stage ein eiskalter Wind ins Gesicht wehen. Denn bei einer Verdoppelung der Zinszahlungen – ein meiner Meinung nach nicht unrealistisches Szenario – würde vom derzeitigen Gewinn kaum etwas übrig bleiben.

Aufgrund der hohen Schulden und der Abhängigkeit vom Zinsniveau kommt eine Investition in Capital Stage für mich nicht in Frage, trotz des Insiderkaufes von Herrn Liedtke.

Insiderkauf 2: Bayer

Bei Bayer haben gleich mehrere Vorstandsmitglieder im Mai kräftig eingekauft: Unter anderem schlug CEO Werner Baumann für fast eine Millionen Euro zu, Vorstandsmitglied Erica Mann investierte 500.000 Euro und CFO Johannes Dietsch steckte über 250.000 Euro in Aktien der eigenen Firma.

Für besonders interessant halte ich das Ganze, weil diese Käufe in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch von Monsanto (WKN:578919) stehen. Es scheint, als wäre der Vorstand fest vom positiven Effekt der Übernahme überzeugt. Grund genug, mir Monsanto einmal genauer anzuschauen.

Der amerikanische Konzern ist in den Bereichen Unkrautbekämpfungsmittel und Saatgutherstellung aktiv, in letzterem ist man eines der weltweit führenden Unternehmen. Einen besonders guten Ruf genießt der Konzern nicht, was zum einen am Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut liegt, zum anderen steht das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat von Monsanto im Verdacht, krebserregend zu sein.

Abseits der Negativ-Schlagzeilen kann Monsanto allerdings mit starken Zahlen überzeugen: eine EBIT-Marge von 23,3 %, ein Free-Cashflow von über 2 Milliarden Dollar und ein Verschuldungsgrad von nur 56 % zeigen, dass es sich um ein hochlukratives Unternehmen handelt.

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre Monsanto somit wohl ein Gewinn für den Leverkusener Pharma-Riesen, insbesondere da man auf Synergieeffekte hoffen kann. Auf jeden Fall scheint der Vorstand davon überzeugt zu sein, das belegen die Käufe des Bayer-Vorstands.

Insiderkauf 3: Fuchs Petrolub

Und auch bei Fuchs Petrolub wurde im Mai ordentlich aufgestockt. So kaufte die vermögensverwaltende Gesellschaft der Familie Fuchs Anteile des eigenen Unternehmens im Wert von 4,3 Millionen Euro. Zusätzlich investierte CEO Stefan Fuchs noch mal 250.000 Euro. Das könnte darauf hindeuten, dass Familie Fuchs den derzeitigen Kurs für niedrig hält.

Und tatsächlich befindet sich der Kurs 17,3 % unter seinem Allzeithoch vom November 2015. Als klassisches Schnäppchen würde ich die Aktie derzeit trotzdem nicht bezeichnen, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,7 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 5,7 ist das Papier dafür einfach immer noch zu teuer (Stand: 02.06.2016).

Nichts desto trotz zeigen mir die Käufe der Familie Fuchs, dass sie von der Qualität und den Wachstumsaussichten des eigenen Unternehmens überzeugt sind. Für mich ein wichtiges Indiz, das die Aktie von Fuchs Petrolub in meiner Watchlist ein gutes Stück nach oben klettern lässt.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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