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Vier Gründe, warum ich weder einen Marktcrash noch eine Große Depression erwarte

Foto: Pixabay

In letzter Zeit tun sich wieder vermehrt Meinungsführer hervor, die einen Rückfall in düstere Zeiten ankündigen. Aber kommt es wirklich so schlimm? Hier sind 4 Argumente, die mich optimistisch stimmen, dass unser Geld an den Börsen weiterhin besser angelegt ist als unter dem Kopfkissen.

Kein Crash ohne Euphorie

Sorgen würde ich mir machen, wenn im Großen und Ganzen alles rund laufen würde. Denn wie immer, wenn es zu gut läuft, kommt es zu Exzessen, die früher oder später in den Abgrund führen. Noch in den Jahren 2000 und 2007 konnten Großinvestoren im Zusammenspiel mit gewissenlosen Bankern unkontrolliert ihr Unwesen treiben.

Heute gibt es eine verstärkte Aufsicht und von Euphorie sind wir weit entfernt. Vielmehr wird geradezu Endzeitstimmung verbreitet: Mit Parolen wie „Der Euro-Tod naht“, „Eine neue Große Depression ist im Anmarsch“ und „30 Jahre Bärenmarkt“ wird regelmäßig um Aufmerksamkeit geheischt, mal mehr, mal weniger seriös.

Keine Frage: Es gibt heute große Brandherde, die wir im Auge behalten sollten. Terror & Kriege, Klimawandel & Katastrophen, Staatsverschuldung und vieles mehr stehen fast täglich in den Schlagzeilen.

Man kann es aber auch andersherum sehen: wenn es so viele Probleme gibt und große Länder wie Russland und Brasilien sich in schlimmen Rezessionen befinden, dann gibt es auch noch viel Luft nach oben.

China ist stärker als vielfach wahrgenommen

Statt auf die beeindruckenden Modernisierungsbemühungen wird in letzter Zeit in westlichen Medien gerne mit dem Finger auf marode Betriebe und sogenannte Geisterstädte gezeigt. Das soll beweisen, dass China vor dem Kollaps stünde.

Dabei hat das Land genauso auch viele beachtlich starke Konzerne wie ChemChina, BYD (WKN:A0M4W9), Alibaba (WKN:A117ME) und Xiaomi hervorgebracht. Im Verbund mit staatlichen Forschungseinrichtungen gelingt zudem immer häufiger der Sprung an die technologische Weltspitze, während gleichzeitig die zurückgekommenen Rohstoffpreise viele Milliarden an Importkosten sparen.

In einigen verfehlten Großprojekten mögen hohe Beträge verschwendet worden sein, aber damit steht China längst nicht alleine da: Die USA haben hunderte Milliarden in sinnlosen Kriegen verpulvert und in Deutschland wird ein wahnwitzig teurer Hauptstadt-Flughafen gebaut.

Wichtig ist doch, dass im Schnitt sinnvoll investiert wird. Bei einem Land, das kontinuierlich die Infrastruktur verbessert und seit vielen Jahren der weitaus größte Absatzmarkt für Fertigungstechnik ist, erscheint mir die Vorstellung eines Einbruchs unrealistisch.

Den Schulden steht gutes Vermögen gegenüber

Schulden werden gerne als eine absolute Größe betrachtet und ohne weitere Analyse als gefährlich eingestuft, wenn sie stark steigen. Dabei ist viel wichtiger, was mit dem Kapital angestellt wird, egal ob auf staatlicher, betrieblicher oder privater Ebene.

Das lässt sich gut beim Thema Energiewende zeigen, denn diese erfordert im Vergleich zu relativ preiswerten fossilen Kraftwerken Unsummen an Investitionen. Bereits 2014 waren knapp 60 % der weltweit neu installierten Stromerzeugungskapazität erneuerbare Energiequellen.

Wenn wir in diesem Jahrzehnt von einer jährlichen Investitionssumme in Höhe von weltweit 250 Mrd. Euro ausgehen, können wir uns vorstellen, wie groß der Schuldenberg während der Energiewende allein deshalb noch werden kann.

Aber sobald die Anlagen in Betrieb gehen, sehen Investoren über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren zuverlässige Rückläufe bei sehr geringen Betriebskosten. Dieses Geld ist daher meist gut angelegt, was beweist, dass aufgeblähte Bilanzen keineswegs immer ein Grund zur Sorge sind.

DAX-Unternehmen agieren vernünftig

Nach vielen schlechten Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren erwarten Investoren heute, dass Unternehmen umfassend über die Solidität ihrer Bilanzen informieren. Die Konzerne kommen in den allermeisten Fällen diesen Forderungen nach. Wo man auch hinschaut, ist das Bemühen sichtbar, Risiken zu reduzieren und die langfristige Finanzierung sicherzustellen. Außerdem werden alte Hochzinsanleihen abgelöst durch solche mit viel besseren Konditionen.

Beispielsweise hat Merck (WKN:659990) das billige Geld genutzt, um sich völlig neu aufzustellen. Nach der nun endenden Investitionsphase ist damit zu rechnen, dass über Jahre massive Geldsummen in die Kassen der Darmstädter zurückgespült werden.

Ähnlich die Situation bei der Deutschen Telekom (WKN:555750), die aktuell viel Kapital für die Umstellung seiner Kommunikationsnetzwerke auf kostensparende IP-Technik einsetzt. Für die kürzlich begebene bis 2021 laufende Anleihe bezahlt sie 0,250 %, ein anderes im Jahr 2019 auslaufendes Zinspapier hat hingegen noch einen Kupon von 7,375 %.

Starken weitsichtigen Unternehmen steht bei einem um über 15 % vom Allzeithoch zurückgekommenen DAX-Stand eine faire Bewertung gegenüber.

Fazit

Trotz aller Krisen und Unkenrufe: Während China in der Erfolgsspur bleibt, setzen andere Länder zum Comeback an. Die Mehrzahl der Unternehmen agiert vorsichtiger und nutzt das billige Geld, um sich stärker aufzustellen.

Manchmal denke ich, dass Crash-Propheten nur so laut schreien, um selbst günstiger an Aktien zu kommen – wir sollten ihnen mit klug ausgewählten Investitionen zuvorkommen.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine Aktien genannter Unternehmen.

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