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Amazon.com oder Facebook: Was ist der bessere Kauf?

Der Amazon-CEO Jeff Bezos, Foto: Amazon.com

Facebook (WKN:A1JWVX) wie auch Amazon.com (WKN:906866) haben in den letzten Jahren den Markt dominiert. Allein in den letzten beiden Jahren konnte Amazon 129 % steigen, Facebook 92 %. Diesen Monat sind die beiden auf ihre jeweiligen Höchststände geklettert. Da aber beide rasant schnell wachsen, muss man sich fragen, ob beide noch ein Kauf sind. Und wenn ja, welche Aktie dann die bessere ist. Also:

Um einen ersten Eindruck vom Potenzial zu bekommen, vergleichen wir sie doch einmal nebeneinander.

Unternehmen Kurs-Gewinn-Verhältnis Kurs-Umsatz-Verhältnis Umsatzwachstum ggü. Vorjahr EPS Wachstum ggü. Vorjahr
Facebook 71 17 46 % 63 %
Amazon 287 3 23% 375 %

Die Bewertung

Keine Frage: Beide Aktien sind derzeit alles andere als ein Schnäppchen. Der Markt weiß um die vorteilhafte Lage beider Player in ihren jeweiligen Branchen, in der Bewertung steckt auch bereits weiteres Wachstum mit drin. Die Marktbewertungen von 332 Milliarden US-Dollar für Facebook und 329 Milliarden für Amazon sollten das klar verdeutlichen – das sind Bewertungen, die normalerweise für Unternehmen abgegeben werden, die Milliarden an Profiten reinholen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 71 bei Facebook und 287 bei Amazon ist ebenfalls atemberaubend. Bei solchen Zahlen ist schon weiteres Umsatzwachstum mit eingepreist, was weitere Verbesserungen bei Einnahmen pro Aktie nach sich zieht und die Profitmargen vergrößert.

Die Kurs-Umsatz-Verhältnisse von Facebook und Amazon dienen als bessere Indikatoren als die Kurs-Gewinn-Verhältnisse, wenn man herausfinden will, wie optimistisch die beiden bepreist sind. Da die beiden in unterschiedlichen Branchen unterwegs sind, sollte man die Daten nur mit denen direkter Konkurrenten vergleichen – und nicht direkt gegeneinander. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 17 von Facebook steht wie über der Bewertung von 3 von Amazon. Aber der Durchschnitt in Facebooks Branche ist etwa 7,1, der in Amazons Branche liegt bei 1. Der Markt ist also vergleichsweise begeistert von Facebook und Amazon.

Wachstum

Und doch macht es Sinn, dass Facebook gegenüber Amazon höher bewertet ist. Facebook wächst um einiges schneller als Amazon. Der Umsatz bei Zuckerbergs Spielzeug ist in den vergangenen 12 Monaten 46 % gewachsen. Zur selben Zeit schaffte Amazon gerade die Hälfte, 23 %.

Was ist mit Amazons riesigem Wachstum bei den Einnahmen pro Aktie? Nun, Investoren sollten vorsichtig sein, diesen Zuwachs von 375 % gegenüber dem Vorjahr isoliert zu betrachten. Natürlich sticht diese Zahl hervor, aber dieses Wachstum dürfte nicht aufrecht zu erhalten sein. Im Zeitraum letztes Jahr war Amazon noch in einem Fünf-Jahres-Zeitraum, wo man zwischen Profiten hin und her zu schwankte, eine Zeit, in der man Wachstum den Margen vorzog. Aber in der Zeit danach konnte man Meilensteine setzen: Amazon Web Services und ein verstärkter Fokus auf Profiten konnten die Zahlen auf bedeutsame Level führen, was dem Unternehmen eine Nettomarge von 1,03 % bescherte. Damit ist man endlich näher an den 3 % Marge von Wal-Mart, und es ist nicht auszuschließen, dass man irgendwann profitabler als Wal-Mart wird.

Derzeit ist es am besten, wenn man sich als Investor das Umsatzwachstum ansieht. Facebook hat Umsatzwachstum von 46 % und wuchs in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 56 %. Man profitiert also definitiv von den ganzen Budgets, die für Werbung auf Mobilgeräten zur Verfügung gestellt werden. Amazons Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 23 % sowie dem durchschnittlichen Jahreswachstum der letzten fünf Jahre von 26 % zeigen ebenfalls ein durchgängiges Wachstum, das wohl aufrecht zu erhalten ist – leider ist es nicht so spektakulär wie das von Facebook.

Abschließendes Urteil

Gut, weder die eine noch die andere Aktie ist bei diesen Preisen billig. Amazons Bewertung ist konservativer als die von Facebook, aber Amazon wächst ja auch nicht so schnell. Beide Aktien werden schon mit der Aussicht auf die Zukunft bepreist, was sie weniger attraktiv macht.

Ich persönlich würde beide vermeiden. Aber nur weil weder die eine noch die andere nach einer Kaufempfehlung aussieht, sollte man als Aktionär natürlich nicht aus dem Investment rausgehen. Solange die Aktien die Erwartungen der Aktionäre übertreffen, sollten sie natürlich im Portfolio bleiben.

Und diejenigen, die mit dem Kaufgedanken spielen, sollten die beiden weiter auf der Liste haben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com und Facebook.

Dieser Artikel von Daniel Sparks erschien am 23.5.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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