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1 wichtiger Grund, warum ich Tech-Aktien hasse

Foto: Pixabay, stevepb

InvenSense (WKN:A1JPHL) war mal so eine vielversprechende Aktie. Das Unternehmen war ein Pionier der microelektrischen mechanischen Systeme (MEMS) – Chips, die Bewegung erfassen können und diese Bewegung in der Technologie umsetzen. Die erste große Anwendung fand die Technologie in den Controllern der Nintendo Wii. Smartphones waren das nächste offensichtliche Anwendungsgebiet. Daher schien die Nachfrage für die Chips von InvenSense auch durch die Decke zu gehen… genau wie die Aktie.

Aber so kam es leider nicht. Das Unternehmen war zu abhängig von zwei Kunden. Noch wichtiger ist aber, dass Wettbewerber wie STMicroelectronics eine Technologie boten, die vielleicht nicht exakt dieselbe war, aber billiger und gut genug für den Endkunden war. Das setzte die Preise von InvenSense natürlich stark unter Druck.

Und das war das Ergebnis:

INVENSENSE DATEN VON YCHARTS.

INVENSENSE DATEN VON YCHARTS.

Das ist aber nur eine Fallstudie dafür, warum ich bestimmte Tech-Aktien nicht ausstehen kann: Das Risiko der Kommerzialisierung besteht immer.

Was ist der nachhaltige Wettbewerbsvorteil?

Die vielleicht wichtigste Eigenschaft eines Unternehmens, an dem du Aktien kaufst, ist der Wettbewerbsvorteil. Amazon zum Beispiel hat ein massives Netzwerk von extrem teuren Logistikzentren im ganzen Land. Wenn ein Wettbewerber diesen Größenvorteil erreichen wollte, dann müsste er schon Berge von Geld versetzen und jahrelang mit Verlust arbeiten, bevor er sich überhaupt vorstellen könnte, Lieferung in zwei Tagen zu versprechen.

LinkedIn profitiert andererseits vom Netzwerkeffekt. Mit jedem neuen Nutzer, der mitmacht, steigt die Motivation der Unternehmen, ihre Kandidaten bei LinkedIn zu suchen – was wiederum mehr Nutzer dazu animiert, dem Netzwerk beizutreten und so weiter. Das ist dann eine Aufwärtsspirale.

Bei Komponentenherstellern sind diese Vorteile deutlich schwächer ausgeprägt. Im Fall von InvesnSense gibt es den Schutz des geistigen Eigentums. Aber auch dieser Schutz geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Wie STMicroelectronics gezeigt hat, kann ein Wettbewerber einfach seine eigene Technologie entwickeln, die dasselbe Ziel erreicht. Und die Kunden wollen immer die günstigste funktionierende Lösung.

InvenSense ist nicht allein

Ich kann hier nicht alle Tech-Aktien einzeln besprechen, die Gefahr laufen, dass ihr Geschäft auf die genannte Art zerstört wird. Aber es gibt drei wichtige Merkmale, die sie alle gemeinsam haben:

  1.  Es handelt sich meist um kleinere Unternehmen – mit einer Marktkapitalisierung von unter 10 Milliarden US-Dollar.
  2. Sie gehören zu den ersten bei dieser neuen Technologie.
  3. Am Anfang waren sie meist von wenigen Kunden abhängig, die einen Großteil ihrer Umsätze ausmachten – was ein weiteres Risiko darstellt.

Ambarella (WKN:A1J58B) ist ein weiteres Beispiel wie aus dem Lehrbuch. Das Unternehmen war das erste mit speziellen Chipsystemen für Videoanwendungen. Durch die Verbindung zu GoPro (WKN:A1XE7G) stiegen die Aktien nach dem Börsengang 2012 in luftige Höhen.

Aber seither ist viel passiert. Wie bei InvenSense ist auch Ambarella von einem Kunden abhängig (GoPro) und damit in einer wackeligen Position. Aber langfristig kommen auch Konkurrenten mit größeren finanziellen Mitteln wie Intel und Qualcomm ins Spiel.

Während Ambarella gerade einmal 300 Millionen US-Dollar in Barmitteln hat, verfügen Intel und Qualcomm jeweils über 15 und 16 Milliarden. Und das ist das Problem dabei. Gut betuchte Konkurrenten können ihre eigene Technologie entwickeln und günstigere Preise anbieten, um Marktanteile zu gewinnen. Solange das Gerät funktioniert, werden die Kunden, wie im Fall GoPro, fast immer die günstigste Option nehmen.

Daher mache ich einen großen Bogen um die Komponentenhersteller – und einen besonders großen um die mit weniger Geld auf der hohen Kante.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com, Ambarella, GoPro, InvenSense, LinkedIn und Qualcomm. Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von Brian Stoffel auf Englisch verfasst und wurde am 25.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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