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Monsanto tat gut daran, Bayers Angebot abzulehnen

Foto: Pixabay, PublicDomainImages

Bei der Ablehnung von Bayers (WKN:BAY001) 62 Milliarden US-Dollar schwerem Übernahmeangebot sagte Monsanto (WKN:578919) nicht, dass es seinen deutschen Konkurrenten für verrückt hielt, überhaupt ein Angebot gemacht zu haben. Allerdings lag Bayer ziemlich falsch, zu denken, dass es das Unternehmen so billig bekommen würde.

Monsanto stimmt zu, dass eine Verbindung beider Geschäfte „starke Nutzen“ für Landwirte und die Gesellschaft haben wird, und es sagte auch, dass es das Geschäft von Bayer schon lange bewundert. Aber das Angebot von 122 US-Dollar je Aktie, das Bayer am Montag vorlegte, war „unvollständig und finanziell nicht angemessen“.

Das deutsche Gesundheits- und Pflanzenschutzmittelunternehmen sagte, dass das Angebot Monsanto zu kaufen, auf der Überzeugung fußt, dass ein breiteres Produktportfolio bei Samen, Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz und Bioanwendungen Bayers Führungsposition in der Branche festigen würde. Dem widerspricht Monsanto nicht, da es der größte Anbieter von Samen ist und die Führungsposition bei genetisch veränderten Pflanzen innehat, die es marktfähig machte. Allerdings muss man tiefer in die Tasche greifen, wenn man einen Führungsspieler kaufen will. Trotz der Probleme, die Monsanto im letzten Jahr hatte, muss es sich nicht unter Wert verkaufen.

Die wahre Überraschung war nicht die Ablehnung durch Monsanto. Nur wenige hatten erwartet, dass das Unternehmen ein Angebot annimmt, welches den Preis von vor einem Jahr widerspiegelt. Es ist eher die Motivation von Bayer, die überrascht, ein so niedriges Angebot zu machen.

War das schon das beste Angebot?

Bayer scheint nicht die Finanzielle Stärke zu haben, um sein Angebot deutlich aufzustocken, da die Schulden die Bilanz deutlich verlängern würden. Die Financial Times schrieb, dass die Nettoschulden das Vierfache des Gewinns vor Steuern, Abschreibungen und Tilgung ausmachen würden. Und darin sind noch nicht einmal die Pensionsrückstellungen inbegriffen.

Schon allein das Gerücht einer Übernahme ärgerte die Investoren von Bayer, die erwarteten, dass das Unternehmen seinen Weg fortsetzt, seinen Fokus auf die Kernkompetenzen auszurichten. Der Kauf von Monsanto würde das Gewicht von der Gesundheitsbranche hin zur Agrarbranche verlagern. Und die Agrarbranche ist abhängig von den Rohstoffpreisen.

Fallende Erntepreise haben ihren Tribut gefordert, als die Preise für Soja und Mais in den letzten Jahren immer weiter nachgaben. Obwohl sie 2016 deutlich zugelegt haben, musste Monsanto einen Rückgang der Verkaufszahlen von Maissamen und Pflanzenschutz im zweiten Quartal verbuchen. Bei Soja wurde ein Rückgang um 11 % erwartet. Dow Chemical (WKN:578919) wurde ebenfalls von der schwachen Nachfrage nach Soja und Mais getroffen. Damit brach auch die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln ein.

Diese Art von Marktumbrüchen führt zu einer Konsolidierungswelle in der Branche. Monsanto versuchte, den schweizer Konkurrenten Syngenta (WKN:580854) zu kaufen und scheiterte. Syngenta wurde schließlich von ChinaChem übernommen. Außerdem haben Dow und DuPont (WKN:904028) beschlossen, zu fusionieren.

Monsantos Reaktion signalisiert jedoch, dass es offen für eine Fusion ist, wenn jemand gewillt ist, ein besseres Angebot vorzulegen. Bayer kann sicher mit einem verlockenderen Angebot nachlegen – es ist unwahrscheinlich, dass das ursprüngliche Angebot das Beste war – allerdings riskiert es damit Uneinigkeit mit seinen Aktionären.

Foolishes Fazit

Viele Analysten scheinen der Meinung zu sein, dass BASF () der geeignetste Kandidat für Monsanto ist. BASF ist ebenfalls ein großer Name beim Pflanzenschutz, allerdings würde, wie bei Bayer, eine Fusion bedeuten, dass es seinen Fokus auf das Kerngeschäft verlässt. Auch hier könnten die Aktionäre nicht erfreut sein. Es könnte auch sein, dass BASF nicht gewillt ist, den Aufschlag zu zahlen, den Monsanto verlangt.

Monsanto tat gut daran, das Angebot von Bayer abzulehnen, aber es könnte sein, dass jemand anderes ein besseres Angebot vorlegt.

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Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 24.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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