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Infineon, Leoni und ThyssenKrupp: 3 Top Übernahmekandidaten

Foto: Wikimedia Commons

Im letzten Jahr gab es in Deutschland so viele Übernahmen wie nie zuvor. Investoren und Unternehmen schwimmen im Geld und suchen verzweifelt nach Wegen, es sinnvoll zu investieren. Aus meiner Sicht ist derzeit kein Ende dieses Trends absehbar.

In der Regel werden bei Übernahmen großzügige Aufschläge auf den letzten Kurs vor dem Übernahmeangebot geboten. Damit du dir dieses Potenzial nicht entgehen lässt habe ich hier meine Top 3 der derzeit heißesten Übernahmekandidaten in Deutschland und das Wichtigste, was du über diese wissen musst, zusammengestellt:

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Platz 3: ThyssenKrupp – Der Stahlkocher mit Problemen

ThyssenKrupp (WKN: 750000) hat wie alle in der Stahlbranche derzeit mit Problemen zu kämpfen. Es gibt enorme Überkapazitäten, die die Preise belasten. Insbesondere chinesische Unternehmen produzieren deutlich mehr Stahl, als vor Ort benötigt wird. Die überschüssige Produktion geht dann zu Dumpingpreisen in den Export und übt damit Druck auf die gesamte Branche aus.

ThyssenKrupp ist verhältnismäßig breit aufgestellt und dadurch nicht ausschließlich auf die Stahlproduktion angewiesen. Der Konzern stellt beispielsweise noch Aufzüge und Rolltreppen her. Mit einer Bewertung von 10 Milliarden Euro könnten sich Konkurrenten den Konzern als Ganzes, oder auch nur die Stahlproduktion einverleiben, um durch die Größe ihre Kosten zu senken oder eine bessere Verhandlungsbasis zu besitzen. Eine Übernahme durch einen Konkurrenten wäre damit ein Schritt in Richtung Konsolidierung der Branche.

Der derzeitige Aktienkurs von 18,59 Euro (23.05.2016) bewertet das gesamte Unternehmen mit dem 32-fachen des letzten Jahresgewinns von 0,57 Euro je Aktie. Eine Übernahme wäre daher alles andere als günstig, könnte allerdings dringend benötigte Synergieeffekte mit sich bringen, die dabei helfen, konkurrenzfähig zu bleiben.

Platz 2: Infineon – Der etwas andere Chiphersteller

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei Infineon (WKN:623100). Der Halbleiterhersteller bietet eine breite Palette an spezialisierten Chips. Diese werden beispielsweise in diversen Smartphones oder auch in Reisepässen und Personalausweisen verwendet. Damit bewegt sich das Unternehmen weit abseits der konkurrenzintensiven Massenmärkte und agiert stattdessen in den Randbereichen des Marktes. Diese Strategie ermöglicht dem Unternehmen eine dominante Position in kleinen Märkten einzunehmen, in denen nur wenige Unternehmen aktiv sind. Gleichzeitig ermöglicht es profitables Wachstum.

Mit einer Bewertung von knapp 13,5 Milliarden Euro bei einem aktuellen Kurs von 12,55 Euro (23.05.2016), einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21, basierend auf einem bereinigten Gewinn von 0,6 Euro je Aktie, und keiner Nettoverschuldung könnte das Unternehmen für größere Konkurrenten, die ihr Portfolio an Spezialchips ausweiten wollen, ein attraktiver Kauf sein. Für das laufende Geschäftsjahr wird zudem ein weiterer Ergebnisanstieg im Bereich von 13 % erwartet – insgesamt also gute Aussichten.

In den letzten Jahren kam es in der Branche bereits zu diversen Übernahmen, teils auch mit deutlich größerem Volumen als die 13,5 Milliarden Euro, die Infineon derzeit an der Börse wert ist. Angesichts der guten Ausrichtung und soliden finanziellen Lage in Verbindung mit einem nicht zu hohen Aktienkurs, halte ich Infineon für einen interessanten Übernahmekandidaten.

Platz 1: Leoni – Der günstig bewertete Kabelhersteller

Im Gegensatz zu Thyssen hat Leoni (WKN:540888) derzeit weniger mit äußeren Umständen als mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. So mussten im Oktober 2015 die Ziele für Umsatz und Gewinn gesenkt werden. Grund waren, neben dem vorzeitigen Auslaufen lukrativer Aufträge, höher als erwartet ausgefallene Kosten für neue Produkte.

Daraufhin fiel die Aktie innerhalb kurzer Zeit um nahezu 50 % und hat sich bis heute nicht erholt. Da die Geschäftsaussichten jedoch insgesamt gut sind, weil Leoni unter anderem nahezu jeden großen Automobilhersteller mit Kabeln beliefert, sollte das Unternehmen weiterhin wachsen können. Sobald die aktuellen Probleme überwunden sind, sollte deshalb auch der Gewinn wieder ansteigen können.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 12, basierend auf einem Kurs von 28,74 Euro (23.05.2016) und einem Gewinn je Aktie von 2,36 Euro. Allein dieses niedrige Verhältnis könnte Leoni bei einigen Investoren auf den Radar-Schirm bringen. Angesichts der niedrigen Bewertung und der meines Erachtens nur vorübergehenden Probleme, halte ich Leoni für den derzeit aussichtsreichsten Übernahmekandidaten.

Fazit: Leoni ist mein Favorit – eine Übernahme aber nicht garantiert

Übernahmen sind schwer vorherzusagen. Jedoch wäre ich nicht überrascht, wenn eines oder mehrere der genannten Unternehmen in den nächsten Monaten ins Visier von Konkurrenten oder Finanzinvestoren geraten würden. Sollte das passieren, könnten die Anleger einen schnellen Gewinn erzielen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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