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BlackBerry oder Bombardier? Welche ist die besser Turnaround-Aktie?

Foto: Bombardier

BlackBerry (WKN:A0W2YK) und Bombardier (WKN:866671) erfreuen sich bei den kanadischen Investoren weiterhin großer Beliebtheit.

Beide haben ähnliche Leidensgeschichten hinter sich. BlackBerry hat den Smartphone-Markt dominiert, als man unter einem Smartphone noch ein BlackBerry verstand. Aber das Unternehmen konnte keine nachhaltige Marke aufbauen und war damit leichte Beute für neue Produkte. Apple kam mit dem iPhone auf den Markt und der Rest ist Geschichte. Heutzutage hält BlackBerry weniger als 1 % des weltweiten Marktes für Smartphones.

Bombardier ging es einmal relativ gut mit dem Verkauf von Zügen und kleinen Flugzeugen, bis sich das Unternehmen entschied, ein Risiko einzugehen und ein größeres Flugzeug herzustellen. Das war 2007. Seither war das CSeries-Programm ein einziges Debakel, geplagt von Kostenüberschreitungen, Motorschäden und Verzögerungen bei den wichtigsten Kunden.

Beide Aktien stehen auf Mehrjahrestiefs. Bombardier hat sich nach einem zwischenzeitlichen Absturz auf 1 CAD Anfang des Jahres wieder erholt, hat in den letzten fünf Jahren aber trotzdem mehr als 70 % verloren. BlackBerry erging es sogar noch schlimmer, die Aktie hat seit 2011 79 % verloren.

Beide haben also einiges einstecken müssen, das ist schon mal klar. Aber hat eine davon jetzt das Potenzial, die Trendwende zu schaffen? Sehen wir uns das mal genauer an.

BlackBerry

Das Verkaufsvolumen geht immer weiter nach unten, und das obwohl das Unternehmen Schritte unternimmt, um seinen Marktanteil zu erhöhen. Das Priv war der letzte Versuch — ein Smartphone, das statt mit dem eigenen Betriebssystem mit Android ausgeliefert wurde. Die Verkäufe haben flott begonnen und sind seither eingebrochen.

Laut den Schätzungen der Analysten könnte BlackBerry 400 Millionen US-Dollar an Tantiemen verdienen, wenn die Gerätesparte eingestellt würde. Ohne könnte das Unternehmen auch Wettbewerber verklagen, die die Patente von BlackBerry verletzen, ohne Vergeltungsschläge in der Gerätesparte fürchten zu müssen.

Die Zukunft von BlackBerry liegt im Bereich Software. Das Unternehmen hat gerade erst zwei Softwareunternehmen gekauft, was dazu geführt hat, dass sich die Umsätze in diesem Bereich im letzten Quartal im Jahresvergleich mehr als verdoppelt haben. Da noch immer 2,4 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln zur Verfügung stehen und die Bilanz solide ist, hat BlackBerry noch viel Potenzial, um weitere Übernahmen im Softwarebereich zu tätigen.

Bombardier

Die gute Nachricht für Bombardier ist, dass die CSeries über den Berg ist.

Das letzte Jahr war kein gutes für das Unternehmen oder das CSeries-Programm. Bombardier konnte keinen einzigen Festauftrag generieren und das obwohl das Geschäft der Fluggesellschaften gut lief. Ein Motorschaden während eines Testfluges verzögerte die Auslieferungen von Mitte auf Ende 2016. Die neuen Designs von Boeing und Airbus waren dem auch nicht zuträglich.

Bisher war 2016 deutlich besser. Das Jahr begann mit einem Auftrag von Air Canada für 45 CS300-Flugzeuge und die Vereinbarung sieht noch Optionen für 30 weitere vor. Air Baltic und Delta Air Lines haben dem Unternehmen auch Festaufträge für jeweils 7 und 75 neue Flugzeuge gegeben. Der Auftrag von Delta beinhaltet auch noch Optionen für 50 weitere Flugzeuge.

Das große Problem bei Bombardier ist die Bilanz. Im Gegensatz zu BlackBerry, das eine Menge Geld auf der hohen Kante hat, steckt Bombardier bis zum Hals in Schulden. Am 31. März hatte das Unternehmen etwa 9,4 Milliarden US-Dollar Schulden. Dem gegenüber stehen 3,8 Milliarden US-Dollar Barmittel. Aber das sind immer noch sehr hohe Schulden.

Die meisten Analysten glauben, dass Bombardier genug Geld hat, um durch es durch diese schweren Zeiten zu schaffen. Für den Fall der Fälle befindet sich das Unternehmen in Verhandlungen mit der Bundesregierung für ein weiteres Hilfspaket, nachdem man bereits 2,5 Milliarden US-Dollar von verschiedenen Teilen der Regierung von Quebec erhalten hatte.

Welche Aktie ist besser?

Ich denke, dass es bei Bombardier das Potenzial für riesige Gewinne gibt, wenn das Unternehmen einen Ausweg aus dem Schlamassel findet, aber die Schulden machen mir Angst.

BlackBerry ist da die sicherere Wahl. Das Unternehmen verfügt über eine bessere Bilanz, ein flexibleres Geschäftsmodell und CEO John Chen hat schon Erfahrung damit, Problemunternehmen wieder in die Spur zu bringen. Hier ist das Gewinnpotenzial vielleicht nicht so groß wie bei Bombardier, aber das ist OK. Auch bei einer Trendwende sollte man auf die Sicherheitsmarge achten.

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Dieser Artikel wurde von Nelson Smith auf Englisch verfasst und wurde am 19.05.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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