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Warum K+S dem Niedergang der Rohstoffpreise nicht entkommen kann

Foto: K+S AG

Die globalen Rohstoffpreise treten auf der Stelle und K+S (WKN: KSAG88) ist machtlos, wenn es Opfer eines anhaltenden Preiskampfes wird. Das solltest du als Anleger dazu wissen.

An den globalen Rohstoffmärkten herrscht Krieg

Als Anleger sollte man erst einmal verstehen, dass das Hauptprodukt von K+S Kaliumchlorid ist, welches in Form von Kalisalz als Düngemittel verwendet wird. Somit ist K+S doppelt abhängig von Rohstoffpreisen, zum einen für sein Produkt selbst, zum anderen durch die Preistrends von Lebensmitteln, welche in der Produktion Kalisalz benötigen.

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Genau diese Abhängigkeit könnte K+S jetzt zum Verhängnis werden, denn Rohstoffpreise scheinen sich in einer langfristigen Abwärtsspirale zu befinden. Als vor einigen Jahren Panik um bevorstehende Knappheit vorherrschte, haben viele Produzenten ihre Kapazitäten massiv ausgebaut und nun trifft vergrößertes Angebot auf verhaltene Nachfrage. Fallende Preise sind nur eine logische Konsequenz dieser Entwicklungen.

Die Kartellmacht wird gebrochen

Laut Prognosen der FAO soll die Nachfrage nach Kalidünger in den nächsten Jahren um weniger als 3 % jährlich wachsen und im Jahr 2018 34,5 Millionen Tonnen betragen. Allerdings wird das Wachstum nur zu ungefähr einem Zehntel vom europäischen Markt getrieben, die größte Steigerung ist in Asien und Amerika zu verzeichnen.

Das Problem ist, dass gleichzeitig das Angebot noch viel schneller ansteigt. Es wird vermutet, dass es im gleichen Zeitraum um fast 4,5 % pro Jahr wachsen wird. Ein Ende der Kalischwemme ist vorerst nicht in Sicht, da viele Großprojekte, die zu Zeiten steigender Preise gestartet wurden, ihre Produktion erst in den kommenden Jahren hochfahren.

Da die Kaliproduktion in der Vergangenheit durch riesige kartellartige Zusammenschlüsse geprägt war, konnten Preise oftmals relativ stabil gehalten werden. Allerdings sind alte Strukturen dabei aufzubrechen und es droht ein Preiskrieg im Kampf um Marktanteile. Zuerst hat das russische Großunternehmen Uralkali (WKN: A0LBTV) beschlossen, sich von industrieweiten Vertriebsstrukturen unabhängig zu machen. Jetzt zieht auch noch EuroChem nach und will in wenigen Jahren mit zwei neuen Minen 8,3 Millionen Tonnen Kaliumchlorid produzieren.

Es sieht so aus, als ob die Kaliproduktion in den nächsten Jahren von sinkenden Preisen und harten Kämpfen um Marktanteile geprägt sein wird. K+S kann sich dagegen nur bedingt wehren.

Was K+S überhaupt noch tun kann

K+S ist weltweit der einzige Anbieter, der unabhängig von den amerikanischen und osteuropäischen Vertriebsstrukturen ist. Trotzdem hängt auch sein Schicksal an den Rohstoffpreisen.

Kein Wunder, dass das Unternehmen mit sinkenden Einnahmen in der nahen Zukunft rechnet. Allerdings geht man davon aus, dass man den Gewinn vor Zinsen und Steuern bis zum Jahr 2020 auf 1,6 Milliarden Euro steigern kann, was 45 % höher wäre als noch 2015. Das will man einerseits durch Effizienzsteigerungen erreichen, allerdings rechnet man auch mit einer Erholung der Preise.

Meiner Ansicht nach ist das Risiko allerdings hoch, dass die Preise auch in Zukunft sinken. K+S wird sich nicht gegen die fallenden Rohstoffpreise wehren können und Aktionäre könnten dem Übernahmeangebot aus dem letzen Jahr noch bittere Tränen nachweinen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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