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Öl ist derzeit die aufregendste Wette an der Börse

Foto: Pixabay, Moni49

Der Ölpreis ist gerade die größte Sache und die aufregendste Wette an der Börse. Die Short-Verkäufer, die im Januar gekauft haben, jammern immer noch. Als der Preis für die Sorte Brent Mitte des Monats auf 27 US-Dollar fiel, war Standard Chartered Bank nicht die einzige, die ihren Ruf mit einem bärischen Ausblick aufs Spiel setzte, aber es war die einzige, an die ich mich erinnere, die behauptete, der Preis würde auf 10 US-Dollar pro Barrel fallen. Das klingt aus heutiger Sicht nicht mehr allzu clever, da der Ölpreis wieder in Richtung der 50 US-Dollar-Marke marschiert.

Ratespiel

Am Montag folgte dann auch ein weiterer Anstieg nachdem Goldman Sachs seine Prognose für die zweite Hälfte 2016 von 45 auf 50 US-Dollar pro Barrel erhöhte. Das Angebot sei durch die Flächenbrände in Kanada und die militanten Angriffe im Nigerdelta gestört worden. Aber die Bank sichert sich gleichzeitig auch ab, sollte sich diese These nicht bewahrheiten: „Die physische Neuausrichtung des Ölmarktes hat begonnen und das spiegelt unsere langfristige Ansicht wieder, dass die Erwartungen von langfristigen Anstiegen kurzfristige Engpässe schaffen können und damit verbleiben wir zyklisch gesehen bullisch aber langfristig bärisch.“ Alles klar, oder?

Ich persönlich bin zyklisch verwirrt von den widersprüchlichen Daten, aber langfristig bullisch eingestellt. Die Ölunternehmen hatten es so eilig damit, die Kosten und die Produktion zu reduzieren, um die aktuelle Schlappe zu überleben, dass das irgendwann sicher zu einer geringeren Produktion führen wird und möglicherweise auch zu einem furchtbaren Engpass. Die Nachfrage soll sich wieder erholen, außer es kommt ein Crash und die erneuerbaren Energiequellen schaffen es nicht, den Ausfall zu kompensieren.

So oder so

Ich sehe auch, dass die amerikanischen Schieferölproduzenten sehr widerstandsfähig sind und es wieder Investitionen in diesen Bereich geben wird, sobald der Ölpreis wieder über 50 oder 60 US-Dollar steht. Saudi Arabien ist gerade dabei, seinen ursprünglichen Plan zu überdenken, nachdem man erkennen musste, dass Variationen in der Produktion Verluste von Marktanteilen mit sich bringt. Die Konkurrenten bohren immerhin einfach weiter. Die USA, der Iran und der Irak werden das Angebot noch weiter erhöhen und wenn die Lagerbestände wieder steigen, dann könnte der Ölpreis genauso schnell wieder einbrechen.

Aber zumindest eine Sache ist im Moment sicher: Es wird nicht langweilig. Die Investoren von Explorationsunternehmen wie Premier Oil und Tullow Oil werden das bestätigen. Ihre Aktienkurse sind allein in den letzten drei Monaten jeweils um 142 % und 70 % gestiegen, in den letzten 12 Monaten haben sie aber jeweils 60 % und 42 % verloren. Da es leider unmöglich ist, den Markt konsequent vorherzusehen, musst du akzeptieren, dass ein Kauf aktuell Zockerei ist.

Eine größere Entscheidung

Du kannst deine Wette aber absichern, indem du in ein vertikal integriertes Ölunternehmen wie BP und Royal Dutch Shell investierst, die in den letzten drei Monaten jeweils um 17 % und 19 % gestiegen sind (aber vor einem Jahr noch 20 % höher standen). Selbst ihre Dividenden sind eine Wette, da sie sofort gekürzt werden könnten, wenn die Erholung einen Rückschlag erleidet. Aber in diesem Fall könnte es das Risiko wert sein, da beide Renditen von 7,35 % und 7,16 % abwerfen.

Die aktuelle Rally hat das Gewinnpotenzial von kleineren Ölproduzenten größtenteils ausradiert. Gleichzeitig stehen die Käufer aktuell vor dem Risiko einer Korrektur, daher hast du vielleicht den richtigen Zeitpunkt verpasst. Bei den Dividendenaktien wie BP und Shell scheint der Preis aber noch gut zu sein, besonders für Investoren, die die beiden langfristig halten wollen.

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Motley Fool UK hat BP und Royal Dutch Shell B empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Harvey Jones auf Englisch verfasst und wurde am 17.05.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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