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Warum ich erst ElringKlinger, dann Continental und erst dann Grammer kaufen würde

Der Automobilsektor gehört derzeit zum spannendsten Bereich am Kapitalmarkt. So vergeht kaum ein Tag an dem selbstfahrende Autos oder Elektromobilität nicht in den Medien stehen. Die großen Hersteller geraten dadurch in Zugzwang. In der zweiten Reihe stehen jedoch die Zulieferer, die deutlich flexibler agieren und für mich deswegen die besseren Aktien sein können. Dabei halte ich vor allem ElringKlinger (WKN: 785602), Continental (WKN: 543900) und die Grammer (WKN: 589540) für ganz besonders spannend. Hier erfährst du, welche dieser drei Aktien heute der beste Kauf sein kann und warum.

ElringKlinger – Kurzfristige Verwerfungen helfen langfristigen Investoren

Im Vorfeld muss gesagt werden, dass es sich bei allen drei aus meiner Sicht um super Unternehmen handelt.

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Eines der eingangs erwähnten Unternehmen ist ElringKlinger. Die Gesellschaft aus Baden-Württemberg wurde zuletzt etwas abgestraft, da die Zahlen für 2015 nicht den Erwartungen entsprachen. Dafür ist jedoch nur ein Grund verantwortlich, der sich auf den zweiten Blick als mehr als positiv herausstellt.

Im vergangenen Jahr wurde der Umsatz um fast 14 % auf über 1,5 Mrd. Euro gesteigert. Beim Gewinn jedoch musste das Unternehmen Einbußen hinnehmen. Der Grund dafür liegt in den hohen Sonderkosten. Wenn ich dir nun jedoch erzähle, woher diese Sonderkosten kommen, kannst auch du schnell merken, dass dies ein kurzfristiger Effekt ist. Aufgrund einer zu hohen Auftragslage musste das Unternehmen teure Sonderschichten fahren, sodass die Kapazitätsengpässe zu Sonderkosten führten. Die Kunden rannten dem Unternehmen also unerwartet stark die Türen ein.

Diesen Trend sehe ich also grundlegend positiv, denn schließlich ist die Nachfrage nach den Leistungen der Firma voll und ganz vorhanden und wächst weiter. In den kommenden Jahren wird man sich besser darauf vorbereiten, sodass man dann die steigende Nachfrage auch wieder in höhere Umsätze verwandeln kann.

Continental – Ein Unternehmen im Wandel

Neben ElringKlinger finde ich auch Continental besonders interessant. Als einstiger Reifenhersteller scheint das Unternehmen aus meiner Sicht immer mehr den Wandel zum Technologieunternehmen zu packen.

Die neue Intelligenz, mit der Automobile ausgestattet sind, steht auch für Continental dabei im Vordergrund. So plant man beispielsweise die traditionellen Reifen mit neuer intelligenter Technik und hochmodernen Sensoren auszustatten. Diese sollen bereits kleinste Veränderungen bemerken und direkt an den Fahrer, sei es nun ein Mensch oder Computer, melden. Continental wächst kontinuierlich und steht mit einer geringen Verschuldung und soliden Eigenkapitalquote von fast 39 % auf stabilen Beinen.

Es ist also der Wandel, der hier aus meiner Sicht der entscheidende Treiber sein könnte. Die Tatsache, dass die Hannoveraner in ihrem Segment „ContiTech“ mit einem Plus von fast 38 % im letzten Geschäftsjahr mit Abstand am schnellsten wachsen, unterstreicht diese Ansicht.

Grammer – Die lange Frist entscheidet

Abgeschlossen wird meine Liste der Automobilzulieferer von der Grammer AG aus Amberg in der Oberpfalz. Grammer ist der Spezialist, wenn es um Innenausstattung von PKW und LKW, aber auch Bussen und Bahnen geht.

Die Grammer AG wuchs im letzten Geschäftsjahr beim Umsatz um 4,4 %. Beim Gewinn gab es jedoch einen kleinen Einbruch. Das bereits 1880 gegründete Unternehmen gefällt mir vor allem aufgrund der exzellente Marktstellung als führendes Unternehmen in seinem Segment. Fundamental steht das Unternehmen noch auf stabilen Beinen, jedoch hat sich die Lage hier etwas verschlechtert. Der aktive Investor sollte also ein besonderes Auge darauf werden. Die Verschuldung ist seit 2012 stark angestiegen und die Ausstattung mit Eigenkapital so gering wie über 10 Jahre nicht mehr.

Derzeit sehe ich bei Grammer außer der hohen Qualität des Geschäftsmodells keine besonderen Treiber. Wer hingegen über viele Jahre anlegen und dann auch investiert bleiben will, der hat mit Grammer aus meiner Sicht jedoch einen ebenso spannenden Kandidaten gefunden, da die marktführende Rolle einen tiefen Burggraben erzeugt. Neue Konkurrenten dürften es demnach schwer haben.

KBV KGV Operative Marge Eigenkapitalquote Wachstum 5-Jahres-Ø p.a. Dividendenrendite
ElringKlinger AG 1,7 15,1 9,0 % 46,5 % 13,6 % 2,5 %
Continental AG 3,0 14,0 10,5 % 38,9 % 8,5 % 1,7 %
Grammer AG 1,6 16,8 3,0 % 25,5 % 8,9 % 2,1 %

Datenquelle: Morningstar

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Nochmals muss ich sagen, dass mir persönlich alle drei Unternehmen langfristig gut gefallen. Nun habe ich jedoch eine Einordnung mit Hinblick auf die aktuelle Lage vorgenommen. ElringKlinger erzählt mir eine besondere Story. Die negativen Einmaleffekte können schnell verdaut werden. Daher haben die Baden-Württemberger die Nase derzeit knapp vorn. Continental ist einer der größten Player im Zulieferergeschäft. Hier gefällt mir besonders der aggressive Wandel, mit dem das Unternehmen agiert. Grammer hingegen besetzt zwar eine führende Rolle in Sachen Innenausstattung, konnte aber zuletzt nicht ganz so stark glänzen. Daher ist der ganz lange Atem wichtig, der aufgrund der generierten Wettbewerbsvorteile durch die Marktposition jedoch ebenso lohnend erscheint.

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 Andreas Meyer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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