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Diese 2 Dividendenaristokraten sind in Not geraten, aber sind sie auch Schnäppchen?

Foto: Pixabay, bykst

Dividendenaristokraten sind Unternehmen im S&P 500, die ihre Dividenden mindestens 25 Jahre lang jedes Jahr erhöht haben. Nur etwa 50 Aktien erfüllen diese Kriterien und viele davon sind in den letzten Jahren dank der niedrigen Zinsen und dem Drang der Investoren, in „sichere Aktien” zu investieren, stark gestiegen.

Heute werden wir aber zwei gerade unbeliebte Dividendenaristokraten besprechen, die im letzten Jahr nicht an der Rally teilgenommen haben. Sehen wir mal, ob eine davon inzwischen ein Schnäppchen für Einkommensinvestoren geworden ist

VF Corporation

VF Corp (WKN:857621) ist eines der größten Bekleidungsunternehmen der Welt und hat seine Dividende in den letzten 40 Jahren kontinuierlich erhöht. In den letzten 12 Monaten hat VFC 51 % seines freien Cashflows in Form von Dividenden ausgezahlt. Aktuell zahlt das Unternehmen 2,3 %, was nur wenig mehr ist als der Durchschnitt des S&P 500 von 2,1 % ist.

Die Aktie von VFC ist in diesem Zeitraum um 10 % gefallen, weil die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz in zwei der vorhergehenden vier Quartale nicht erreicht wurden. Die fünf Kernmarken – The North Face, Timberland, Wrangler, Lee und Vans – sind aber immer noch stark. VFC meldete ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 4 % im letzten Quartal in der Sparte Outdoor & Action dank dem starken Wachstum von The North Face und „moderatem” Wachstum von Vans und Timberland. Die Umsätze von Jeanswear stiegen um 4 % dank der starken Nachfrage nach den Jeans von Wrangler und Lee. Das Umsatzwachstum im Jahresvergleich blieb flach, verbesserte sich aber währungsbereinigt um 2 %.

EINIGE DER TOP-MARKEN VON VFC. BILDQUELLE: VFC.

EINIGE DER TOP-MARKEN VON VFC. BILDQUELLE: VFC.

Die Bruttomarge fiel aber um 80 Basispunkte auf 48,2 %, da Fremdwährungsschwankungen und das Inventar die Vorteile günstigerer Kosten, Preise und dem Umstieg auf höhere Margen wieder zunichte machten. Daher fielen die Nettoeinnahmen um 10 %, die bereinigten Gewinne um 9 %. Wenn wir aber einen Blick auf das Jahr werfen, das vor uns liegt, dann erwartet VFC steigende Einnahmen von 5 % (11 % währungsbereinigt), da sich die Umsätze im Lauf des Jahres erhöhen sollen.

VFC wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 gehandelt, was höher als der Industriedurchschnitt von 20 im Einzelhandel für Bekleidung ist — genau wie das Gewinnwachstum pro Aktie von 20 % im letzten Jahr. Die Investoren sollten aber wissen, dass diese 20 % durch nicht- zahlungswirksame Abschreibungen in den Jahren 2014 und 2015 aufgebläht wurden. Ohne diese Abschreibungen war auch das bereinigte Gewinnwachstum pro Aktie flach und stieg währungsbereinigt um 12 %. Diese Zahlen legen nahe, dass VFC zum aktuellen Kurs kein Schnäppchen ist.

Wal-Mart

Wal Mart  (WKN:860853) hat seine Dividende in den letzten 40 Jahren kontinuierlich erhöht. Der Einzelhandelsriese zahlte 44 % seines freien Cashflows im letzten Jahr in Form von Dividenden aus, was aktuell einer jährlichen Rendite von 2,9 % entspricht.

In den letzten 12 Monaten ist die Aktie um 12 % gefallen. Grund dafür waren eine Reihe gemischter Quartalsberichte und Sorgen um die steigenden Kosten des Unternehmens. Im letzten Quartal stieg das flächenbereinigte Umsatzwachstum um 0,6 %, aber das operative Einkommen fiel um 17 % aufgrund von Ladenschließungen. Die Umsätze von Sam’s Club fielen um 2,2 %, hauptsächlich aufgrund der volatilen Kraftstoffpreise. Das operative Einkommen der Sparte fiel um 16,5 %. Die internationalen Umsätze wurden von Währungsschwankungen negativ beeinflusst und fielen um 9,7 %. Der Gesamtumsatz fiel um 1,7 % wie gemeldet, stieg währungsbereinigt aber um 2,2 %. Die Nettoeinnahmen fielen um 8,5 % während die verwässerten Gewinne um 6,5 % fielen.

BILDQUELLE: WAL-MART.

BILDQUELLE: WAL-MART.

Wal-Mart hat schon eine Warnung ausgesprochen, dass die Gewinne im Steuerjahr 2017 (, das am 1. Februar begonnen hat) wahrscheinlich um 6 % bis 12 % aufgrund von höheren Investitionen in Ausbildung, Lohnerhöhungen und den elektronischen Handel sinken werden. Das Umsatzwachstum soll „relativ flach” bleiben. Wal-Mart hat dieses Jahr die Löhne für über 1,2 Millionen Angestellte in Amerika erhöht und neue Programme für Lieferung und für den elektronischen Handel gestartet, um gegen Amazon vorzugehen. Sollten sich diese Bemühungen auszahlen, dann könnte Wal-Mart effizienter werden. Sollte man scheitern, dann könnte das Gewinnwachstum einbrechen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt aktuell 15, was deutlich niedriger ist als der Industriedurchschnitt von 28 für Discouteinzelhändler. Für die Zukunft erwarten die Analysten, dass Wal-Mart ein praktisch nicht existentes Gewinnwachstum in den nächsten fünf Jahren haben wird. Das bedeutet, die Aktie ist gerade billig ist, aber nur, weil niemand in naher Zukunft weiteres Wachstum erwartet.

Foolishes Fazit

VFC und Wal-Mart sind aus gutem Grund nicht gestiegen. Das Wachstum von VFC ist in Ordnung, aber die Bewertung ist relativ hoch im Vergleich zu den Gewinnen. Die Umstrukturierung von Wal-Mart wird den Gewinn auf absehbare Zeit belasten, was problematisch werden könnte, wenn die Umsätze stagnieren oder fallen sollten. Daher glaube ich, dass sich die Einkommensinvestoren besser nach anderen Dividendenaristokraten umsehen sollten.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 12.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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