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Tesla zu kaufen, wäre ein schlechter Schachzug für Apple

Quelle: Apple

Das Wachstum bei den iPhones hat sich verlangsamt – und ist inzwischen sogar rückläufig. Viele haben Apple (WKN:865985) dazu genötigt, etwas zu tun und scheinen auf eine Übernahme zu hoffen, die alles ändern soll. Es scheint so, als wäre eine Übernahme des Elektroauto-Start-ups Tesla Motors (WKN:A1CX3T) für viele Experten, Analysten und Investoren hier die bevorzugte Lösung.

Die meisten Investoren haben bisher die Möglichkeit einer solchen Übernahme als wenig realistisch angesehen, denn Apple hat ja noch nie ein Unternehmen von der Größe von Tesla gekauft. Bei der Telefonkonferenz im letzten Monat hat CEO Tim Cook eine größere Übernahme aber auch nicht ausgeschlossen.

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VIELE LEUTE FINDEN, DASS APPLE VERSUCHEN SOLLTE, TESLA ZU KAUFEN. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

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Das wäre aber kein guter Schachzug für Apple. Daher wollen wir einmal die Gründe näher beleuchten, warum dieser Schuss nach hinten losgehen könnte.

Tesla braucht Elon Musk

Oberflächlich gesehen, scheinen Apple und Tesla gut zusammenzupassen. Sie sind beide dafür bekannt, extrem gute Produkte herzustellen und profitieren daher von der großen Kundentreue. Zusätzlich geht das Gerücht, dass Apple versucht, ein eigenes Elektroauto zu bauen. Daher könnte ein Kauf von Tesla helfen, den Eintritt in diesen Markt schneller herbeizuführen.

Hierbei darf man aber nicht vergessen, wie wichtig Elon Musk als CEO und seine Vision bisher für den Erfolg von Tesla waren. Er zieht nicht nur talentierte Ingenieure und Techniker an und motiviert sie, er hat auch eine wichtige Rolle dabei gespielt, die leidenschaftliche Kundenbasis aufzubauen.

Sollte Apple Tesla kaufen, dann bestünde das große Risiko, dass Musk das Unternehmen innerhalb eines Jahres oder zwei verlassen würde. Selbst wenn er größtenteils freie Hand bekäme, scheint Musk nicht der Typ zu sein, der für jemand anderen arbeiten möchte. Zusätzlich könnte er dann mehr Zeit mit seinen anderen Unternehmen verbringen, wie SpaceX.

Ein Kauf könnte Apple 40 bis 50 Milliarden US-Dollar oder mehr kosten. Ohne Musk am Steuer wird Tesla aber wahrscheinlich langfristig nicht so viel wert sein.

Elon Musk wäre ein schlechter CEO bei Apple

Vivek Wadwha hat das Problem schon erkannt, als er in einer aktuellen Kolumne auf MarketWatch meinte, Apple solle Tesla kaufen und Musk als CEO engagieren. Wadwha argumentiert, dass Apple während der Amtszeit von Cook nichts wirklich Innovatives entwickelt hat und dass das Unternehmen einen Visionär wie Steve Jobs – oder Musk – am Steuer braucht.

Nur ein Visionär allein wird aber nicht reichen. Man muss auch 100 % hinter den Produkten stehen, die man herstellt. Das ist bei Musk im Fall von Tesla und SpaceX der Fall. Daher scheint es sehr unwahrscheinlich, dass er sich genauso sehr für das iPhone begeistern kann.

DAS IPHONE GENERIERT DEN GROSSTEIL DER GEWINNE VON APPLE. BILDQUELLE: APPLE.

Das ist ein Problem, denn das iPhone zeigt sich für den Großteil der Umsätze von Apple verantwortlich. Wenn Apple Tesla kaufen sollten, dann würde sich nichts daran ändern. Dieses eine Produkt hat allein letztes Jahr 155 Milliarden US-Dollar mit extrem hohen Margen erzeugt.

Daher braucht Apple jemanden als CEO, der so viel Wert wie möglich mit dem iPhone-Franchise generieren kann. Cook hat dabei sehr gute Arbeit geleistet: Die iPhone-Umsätze sind von weniger als 50 Millionen im Jahr bevor er übernommen hat, auf aktuell 155 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Das ist ein bedeutendes Risiko, denn Musk könnte das iPhone als Apple-CEO links liegen lassen und sich stattdessen auf die Entwicklung von Tesla-Fahrzeugen konzentrieren. Das wäre ein schlechtes Geschäft für die Investoren.

(Um fair zu sein, Wadwha schlägt vor, dass Cook zu seiner früheren Rolle als COO zurückkehren sollte und sich auf die Umsetzung konzentrieren sollte. Sollte Musk aber CEO werden, dann kann es nur einen Chef geben – ihn.)

Tesla würde kein nennenswertes Wachstum bringen

Selbst wenn das Problem mit Musk gelöst werden könnte, ist nicht klar, dass ein Kauf von Tesla der Aktie von Apple wirklich helfen würde.

Die Analysten erwarten, dass Apple nächstes Jahr Umsätze in Höhe von 227 Milliarden US-Dollar generieren wird. Im Gegensatz dazu werden von Tesla nur etwas mehr als 11 Milliarden US-Dollar erwartet. Tesla würde daher nur 5 % mehr Umsatz bringen.

Selbst wenn Tesla Musks unrealistisches Ziel von 1 Millionen Fahrzeugen bis zum Jahr 2020 erreichen könnte, dann wären das „nur” 50 Milliarden US-Dollar mehr Umsatz, wenn wir einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 50.000 US-Dollar pro Auto ansetzen. Sollte das Geschäft von Apple nicht weiter wachsen, wären das nur mäßige 5 % jährliches Umsatzwachstum.

SCHNELLES WACHSTUM BEI TESLA WIRD VIELLEICHT NICHT ZU SCHNELLEM WACHSTUM BEI APPLE FÜHREN. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

Wenn Tesla bis 2020 nur die Hälfte der Ziele erreicht, dann wäre das sogar nur ein mageres jährliches Wachstum von 2,5 %. Das ist nicht genug, um die Investoren zu begeistern. Es gibt einen Grund, warum Unternehmen schnell wachsende Sparten ausgliedern – die sind nämlich allein meist deutlich wertvoller als Wachstumsunternehmen.

Eine Investition wäre sinnvoller

Wenn Apple wirklich an die Wachstumsaussichten von Tesla glaubt – und nicht glaubt, dass das eigene Elektroautoprojekt weitere Mühe wert ist – dann wäre es sinnvoller, einen Minderheitsanteil von Tesla zu kaufen, anstatt gleich das ganze Unternehmen. (Zufälligerweise hat Apple gerade erst eine große Investition getätigt und 1 Milliarde US-Dollar in das chinesische Fahrgemeinschafts-Start-up Didi gesteckt.)

Eine Minderheitsbeteiligung würde Musk die Unabhängigkeit und das Kapital geben, um den Wert von Tesla zu maximieren. Als Teil der Investition könnte Apple auch seine Hilfe anbieten oder eine Partnerschaft mit Tesla in gemeinsamen Interessengebieten eingehen, wie der Batterietechnologie oder dem Entertainmentcenter. Dabei könnte man auch mitverdienen, sollte Tesla extrem erfolgreich werden.

Daher ist es möglich, dass Apple und Tesla eine Partnerschaft schließen könnten, von denen beide profitieren. Im Gegensatz dazu könnte eine Fusion zu einer Katastrophe werden.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple und Tesla Motors.
The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und wurde am 15.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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