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Worauf du beim Quartalsbericht von Canadian Solar achten solltest

Foto: Pixabay, Blickpixel

Das Solarunternehmen Canadian Solar  (WKN:A0LCUY) hat es geschafft, in der Solarindustrie zu überleben, und das in einer Zeit, wo jede Woche wieder ein Unternehmen pleite zu gehen scheint. Daher ranken sich um die Quartalszahlen auch entsprechend viel Angst und Hoffnung.

Die Hoffnung kommt von den hohen Wachstumsraten der Industrie und dem hohen Gewinn, der für dieses Jahr erwartet wird. Es besteht aber auch die Angst, dass 2017 wieder instabil werden könnte und bisher haben die Quartalszahlen von First Solar (WKN:A0LEKM) und SunPower (WKN:A1JNM7) kaum Gründe geliefert, um diese Angst zu besänftigen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf möchten wir darauf eingehen, worauf man im Quartalsbericht achten sollte.

BILDQUELLE: CANADIAN SOLAR.

BILDQUELLE: CANADIAN SOLAR.

Wie geht es mit den Preisen für die Panele und den Margen weiter?

Canadian Solar hat großartige Arbeit geleistet und das Geschäft auf mehr Projektentwicklung umgestellt, aber da das Unternehmen eine Kapazität von 5,7 Gigawatt bis Ende des Jahres aufbaut, werden die Preise für die Solarpanele das Geschäft bestimmen.

Das Kernproblem bei der Herstellung der Solarmodule, besonders der Standardmodule, die Canadian Solar herstellt, ist der konstante Preisdruck. Das bedeutet, dass egal wie schnell man die Kapazität ausbaut, der Umsatz üblicherweise deutlich langsamer wächst. Und die Kapazität, die aufgebaut wird, generiert immer weniger Geld im Lauf der Zeit. Ein Beispiel: Ein Solarpanel, das vor fünf Jahren noch 1,50 US-Dollar pro Watt gekostet hat, kostet jetzt 0,50 US-Dollar. Um Geld zu verdienen, müssen die Hersteller daher permanent die Kosten senken.

Wenn die Preise für die Solarpanele relativ gleich bleiben, was letztes Jahr auch größtenteils der Fall war, dann kann Canadian Solar die Kosten senken und die Margen erhöhen. Das wäre auch eine große Hilfe im laufenden Jahr.

Wie sieht es 2017 aus?

Es besteht kein Zweifel, dass 2016 ein wichtiges Jahr für Canadian Solar wird, genau wie für die meisten Solarunternehmen, denn die Verträge sind darauf ausgelegt, die Reduzierungen der Steuervergünstigung zum Ende des Jahres aufzufangen, die aber noch verlängert wurde. Das Unternehmen hat Projekte mit einer Kapazität von 771 MW, die noch dieses Jahr fertig werden müssen. 2017 sieht die Sache dann nicht mehr so gut aus.

Eines der Dinge, die man aus den Quartalszahlen von First Solar und SunPower mitnehmen konnte, war, dass die Nachfrage im Bereich Wohnhäuser und Unternehmen stabil ist und sogar wächst. Aber größere Projekte für Versorgungsunternehmen, wie die, die Canadian Solar baut, sind eine andere Sache.

Die Versorger zögern noch, Verträge für 2017 und 2018 zu unterschrieben, da von Regierungsseite keine Not besteht und dieses Jahr dermaßen viel gebaut wird. Das könnte zu einem Jahr mit deutlich weniger selbst entwickelten Projekten führen, was die Gewinne von Canadian Solar in letzter Zeit so angetrieben hat. Daher sollte man bei den Quartalszahlen und der Telefonkonferenz darauf achten, wie gut oder schlecht das Management die Aussichten für 2017 sieht. Denn das sind genau die Themen, um die sich die Solarinvestoren Sorgen machen.

DIE NACHFRAGE NACH EFFIZIENTEREN PANELEN KÖNNTE STEIGEN. BILDQUELLE: SUNPOWER.

DIE NACHFRAGE NACH EFFIZIENTEREN PANELEN KÖNNTE STEIGEN. BILDQUELLE: SUNPOWER.

Was ist mit dem Wirkungsgrad?

Eines der Geheimnisse im Solarbereich heute ist, dass der Wirkungsgrad wichtiger als jemals zuvor ist. Je mehr Energie man aus einer bestimmten Fläche herausbekommt, desto weniger Platz und Arbeit braucht man. Gleichzeitig sinken die Installationskosten. Sieh dir nur die Entwicklung von First Solar an, als das Unternehmen den Wirkungsgrad verbessert hat. Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig das ist. Trina Solar, der größte chinesische Konkurrenz von Canadian Solar, hat viel Mühe aufgewendet, um den Wirkungsgrad zu verbessern und vor Kurzem erst eine Großflächensolarzelle mit einem Wirkungsgrad von 23,5 % angekündigt. Verglichen mit den 15 bis 17 % bei Standardmodulen wäre das ein großer Schritt nach vorne. Natürlich liefert auch SunPower schon Solarpanele mit mehr als 22 %.

Das Geschäft von Canadian Solar beruht auf extrem niedrigen Kosten, aktuell von 0,41 US-Dollar pro Watt für Solarpanele. Trotzdem ist das Unternehmen nicht hocheffizient. Das könnte sich noch rächen, daher sollte man nach technologischen Verbesserungen Ausschau halten. Die Masse war vielleicht letztes Mal noch das schlagende Argument, aber der Wirkungsgrad wird das nächste sein.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 10.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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