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Alles, was du jemals über selbstfahrende Autos wissen wolltest

Foto: Google.

Selbstfahrende Autos mögen sich vielleicht nach Science Fiction anhören – vielleicht auch wie ein Albtraum, je nach Standpunkt. Diese Fahrzeuge werden uns ohne weiteres Zutun dorthin bewegen, wo wir wollen und sie werden viel besser fahren als wir das jemals könnten.

Die meisten haben schon von den selbstfahrenden Autos von Alphabet (WKN:A14Y6H) gehört, an denen das Tochterunternehmen Google arbeitet, oder vielleicht auch vom Autopilotsystem von Tesla Motors (WKN:A1CX3T). Aber es ist noch nicht klar, was ein selbstfahrendes oder fahrerloses Auto jetzt eigentlich ist, wer sie herstellt und wann sie auf den Straßen zugelassen werden.

Daher wollen wir einen Blick auf einige der größten Fragen rund um das Thema werfen (und die entsprechenden Antworten).

Was ist der Unterschied zwischen einem halbautonomen und vollautonomen Auto?

Ich werde hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es gibt hier vier Stufen der Automation, zumindest laut der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Die erste sind Funktionen wie elektronische Stabilitätskontrolle und Bremsassistenz. Stufe zwei bringt kompliziertere Systeme ein, wie den Spurassistenten, der mit adaptiven Tempomatsystemen funktioniert.

Aber Stufe drei ist, wo die halbautonomen Funktionen ins Spiel kommen. Die NHTSA sagt, ein Fahrer kann „die volle Kontrolle aller sicherheitsrelevanten Funktion unter bestimmten Verkehrs- oder Umweltsituationen abgeben“, er wird diese aber wieder übernehmen, wenn das Auto eine Situation nicht lösen kann.

Stufe vier ist dann ein vollautonomes Fahrzeug, das „geschaffen ist, um alle sicherheitsrelevanten Fahrfunktionen durchzuführen und die Straßenbedingungen während der gesamten Fahrt beobachtet.“ laut NHTSA. Diese Autos werden einfach nur ein Ziel brauchen und finden dann alleine hin – mit oder ohne jemanden, der im Auto sitzt. Google nähert sich gerade diesem Ziel.

Warum bauen die Unternehmen selbstfahrende Autos?

Google und andere Unternehmen möchten vielleicht mehr Informationen über die Nutzer, die man mit einem Auto sammeln könnte, um Anzeigen und Dienstleistungen besser zu verkaufen. Die Autobauer bewegen sich vielleicht in diese Richtung, weil sie gezwungen sind, mit den Tech-Unternehmen mitzuziehen.

Aber einer der Hauptgründe, warum Forschungsunternehmen und Regierungen dafür Mittel lockermachen, ist, weil sie viel sicherer als menschliche Fahrer sein werden.

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr fast 30.000 Leben allein in den USA gerettet werden könnten, sobald sich autonome Fahrzeuge überall durchgesetzt haben. Das wäre ein Rückgang um 90 % bei den Toten im Straßenverkehr und könnte der amerikanischen Wirtschaft laut einem Bericht von McKinsey 190 Milliarden US-Dollar an verkehrsunfallbedingten Kosten (wie Gesundheitskosten) sparen. Auf der ganzen Welt könnten damit alle zehn Jahre 10 Millionen Leben gerettet werden.

Wie genau funktioniert das mit dem selbst Fahren?

Die kurze Antwort lautet: Magie. Die lange Version ist, dass NVIDIA (WKN:918422) und andere Unternehmen eine Verbindung aus Sensoren, Kameras, LIDAR (wie Radar, aber mit Laser), Karten und leistungsstarken Computern nutzen, womit Autos selbstständig navigieren können und aus vergangenen Erfahrungen lernen können.

Die Drive-PX2-Plattform von NVIDIA verdindet einen künstlich intelligenten eingebauten Computer mit der oben aufgeführten Technologie, um riesige

Informationsmengen zu produzieren und um dem Auto das Situationsbewusstsein eines Menschen zu geben. DER NVIDIA DGX-1 SUPERCOMPUTER. BILDQUELLE: NVIDIA.

Informationsmengen zu produzieren und um dem Auto das Situationsbewusstsein eines Menschen zu geben.
DER NVIDIA DGX-1 SUPERCOMPUTER. BILDQUELLE: NVIDIA.

Das Unternehmen hat neulich sogar noch einen drauf gesetzt und den DGX-1 Supercomputer vorgestellt, der es selbstfahrenden Autos erlauben wird, Daten über einen cloudbasierten Server zu verarbeiten.

Indem man Drive PX 2 und DGX-1 kombiniert, sagt NVIDIA, wäre das System fähig 15.000 Datenpunkte pro Sekunde von jeder eingebauten Kamera zu verarbeiten.

Gibt es schon selbstfahrende Autos auf den Straßen?

Die gibt es schon. Google hat einige und der chinesische Tech-Riese Baidu auch. Audi, Ford und General Motors testen gerade ihre eigenen Technologien, wie andere Unternehmen auch. Aber die Tests sind auf ein paar Staaten begrenzt und vollautonome Fahrzeuge können noch nicht gekauft werden. Zusätzlich ist laut amerikanischem Gesetz ein Fahrer im Besitz einer Fahrerlaubnis hinter dem Steuer vorgeschrieben und die Autos müssen immer noch über Dinge wie ein Lenkrad verfügen (aber Google versucht gerade, das zu ändern.)

Moment mal! Hat Tesla nicht schon ein selbstfahrendes Auto?

Nicht ganz. Tesla hat ein halbautonomes System mit dem Namen Autopilot, das es dem Model S und Model X (und schließlich auch dem Model 3) erlaubt, auf der Autobahn selbst zu fahren. Das Auto kann sich sogar selbst parken, allein in die Garage und aus der Garage fahren oder mit der Ruf-Funktion vor dem Haus auf dich warten.

MODEL 3. BILDQUELLE: TESLA.

MODEL 3. BILDQUELLE: TESLA.

Aber der Autopilot kann sich nicht die ganze Zeit selbst fahren, nicht auf jeder Straße und er kann dich auch noch nicht am Flughafen abholen. Tesla-CEO Elon Musk sagt, das Unternehmen wird bis 2018 vollautonome Autos haben, was ziemlich genau mit der Markteinführung des Model 3 zusammenfallen würde. Aber Tesla und alle anderen Tech-Unternehmen und Autobauer sind immer noch den Regierungen ausgeliefert, die Gesetze und Richtlinien dafür festlegen müssen. Daher könnte das Ziel von Musk etwas voreilig sein.

Was werden diese Autos kosten?

Bei all den Vorteilen ist es überraschend billig, diese Technologie bei einem Auto einzubauen. Die zusätzlichen Kosten werden im Jahr 2025 schätzungsweise 7.000 bis 10.000 US-Dollar zusätzlich zum Neuwagenpreis betragen. Laut IHS sollen diese Kosten aber bis 2035 auf etwa 3.000 US-Dollar fallen.

Wann kann ich im Auto schlafen?

Laut IHS Automotive wird die dafür nötige Verbreitung von autonomen Autos nicht vor 2050 eintreten. Bis dahin wird wahrscheinlich eine Evolution der halbautonomen Systeme stattfinden (ähnlich wie das, was wir jetzt gerade erleben), die zu vollautonomen Autos führen wird. Bis 2035 soll laut IHS jedes zehnte Neufahrzeug vollautonom sein.

Was sind die besten Aktien, um in selbstfahrende Autos zu investieren?

Google ist natürlich eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich und Tesla ein Pionier mit den halbauonomen Funktionen in seinen Fahrzeugen. Keines dieser Unternehmen wird aber direkt Umsätze aus selbstfahrenden Autos generieren, zumindest für die absehbare Zukunft nicht. Stattdessen würde ich vorschlagen, sich auf NVIDIA zu konzentrieren.

Das Unternehmen verdient die Hälfte seiner Umsätze mit der Gaming-Sparte, aber je mehr Autobauer und Tech-Unternehmen in diesem Bereich machen, desto mehr wird dieses Segment von NVIDIA auch deutlich wachsen. Die Grafikprozessoren und Technologie befinden sich schon in mehr als 10 Millionen Fahrzeugen auf unseren Straßen und 50 Autobauer nutzen schon die selbstfahrende Technologie von NVIDIA. Ich denke, das Unternehmen wird seine Führungsposition behalten, wenn mehr Autohersteller sich dieser Technologie widmen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Baidu, Nvidia und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und wurde am 03.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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