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Welche ist die bessere Turnaround-Aktie: GoPro oder Fitbit?

Foto: Pixabay, farioff

GoPro (WKN:A1XE7G) und Fitbit (WKN:A14S7U) hatten beide bisher ein miserables Jahr. GoPro hat mehr als 40 % verloren. Gründe dafür sind die geringeren Actionkameraumsätze und die zweifelhafte Nachfrage nach neuen Produkten wie Virtual-Reality-Rigs und Drohnen. Die Aktie von Fitbit ist um mehr als 50 % gefallen. Grund dafür sind die geringeren Margen aufgrund von neuen Konkurrenten. Aber nachdem wir diese scharfen Einbrüche hinter uns haben, stellt sich die Frage, ob eine der beiden Aktien schon bereit für die Trendwende ist?

BILDQUELLE: GOPRO

BILDQUELLE: GOPRO

Was ist mit GoPro passiert?

Die Umsätze fielen in Q1 im Jahresvergleich um 49,5 % auf 183,5 Millionen US-Dollar, was die Erwartungen der Analysten aber immer noch um 14,5 Millionen US-Dollar übertraf. Das Unternehmen meldete einen nicht-GAAP-Nettoverlust von 86,7 Millionen US-Dollar oder 0,63 US-Dollar pro Aktie. Hier lag das Unternehmen verglichen mit den Erwartungen um drei Cent daneben. Die nicht-GAAP-Bruttomarge fiel im Jahresvergleich um unglaubliche 1.260 Basispunkte auf 33 %. Gründe dafür waren der Preisdruck und der hohe Preisabschlag auf die Session-Modelle. Die GAAP-Ergebnisse fielen von einem Gewinn von 16,8 Millionen US-Dollar von vor einem Jahr auf einen Verlust von 107,5 Millionen US-Dollar.

GoPro gibt keinen vierteljährlichen Ausblick mehr, erwartet aber dieses Jahr einen Umsatzrückgang von 7 bis 17 % auf 1,35 bis 1,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen erwartet, dass die Markteinführung der Karma-Drohne und die neuen Hero-5-Kameras in der zweiten Jahreshälfte die Umsätze erhöhen werden, aber beide Produkte könnten es in der Weihnachtssaison mit starker Konkurrenz zu tun bekommen. Die Erwartungen an die Drohne könnten auch überzogen sein – Robert Stone, Analyst bei Cowen & Co, schätzt, dass die Karma dieses Jahr nur 2 % zum Umsatz beitragen wird aufgrund der Sättigung des Marktes und der Konkurrenzsituation.

GoPro führt auch seit April die Modellreihen Hero, Hero+ und Hero+ LCD nicht mehr weiter, um das Produktportfolio zu reduzieren. Das ist eine komplette Umkehrung der Strategie des letzten Jahres. Damit wird das Angebot auf nur drei Kameras begrenzt (Session, Silver und Black). Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Umsätze in Q2 noch weiter fallen werden. GoPro gab an, dass die drei Modelle im letzten Quartal für 68 % der Umsätze verantwortlich gewesen seien. Das bedeutet, dass etwa ein Drittel der Umsätze von den anderen Kameras kam, die man jetzt nicht mehr herstellt. Diese potentiellen Kunden könnten in den nächsten Quartalen günstigere Kameras von Konkurrenten kaufen.

Was ist mit Fitbit passiert?

Oberflächlich gesehen, waren die Zahlen zum ersten Quartal deutlich besser als bei GoPro. Die Umsätze stiegen um 50 % im Jahresvergleich auf 505,4 Millionen US-Dollar und schlugen damit die Erwartungen um 62,2 Millionen US-Dollar. Trotzdem fielen die nicht-GAAP-Nettoeinnahmen um 56 % auf 24,5 Millionen US-Dollar oder 0,10 US-Dollar pro Aktie, was die Erwartungen aber immer noch um sieben Cents übertraf. Wie bei GoPro zieht sich auch hier die nicht-GAAP-Bruttomarge zusammen und fiel im Vergleich zum Vorjahr um 320 Basispunkte auf 46,6 %.

FITBITS BLAZE. BILDQUELLE: FITBIT.

FITBITS BLAZE. BILDQUELLE: FITBIT.

Dieser Rückgang war erwartet worden, da Fitbit schon erklärt hatte, dass man die Umsätze und die Ausgaben für das Marketing Ende 2015 erhöhen werde. Aber die Investoren sorgen sich, dass das nicht reichen könnte, um Herausforderer aus dem unteren Preissegment wie Xiaomi oder Gesundheitsplattformen wie Unter Armour und Mehrzweck-Smartwatch-Hersteller wie Apple abzuwehren.

Der Ausblick von Fitbit für das zweite Quartal war auch gemischt. Einerseits werden steigende Umsätze von 41 % bis 46 % erwartet, was die Konsensschätzung von 33 % im Jahresvergleich deutlich übertrifft. Andererseits sollen die nicht-GAAP-Gewinne um weitere 48 % bis 62 % fallen. Das ist deutlich unter den Prognosen von 24 % Wachstum. Für das Gesamtjahr erwartet Fitbit einen Anstieg der Umsätze von 34 % bis 40 %. Die Gewinne sollen aber nur um 5 % bis 16 % steigen. Dieser Ausblick deutet an, dass die Margen schrumpfen werden, da Fitbit die Margen opfert, um seinen Wettbewerbsvorteil auszubauen.

Wie bei GoPro widmet auch Fitbit sich den Premiumgeräten anstatt dem Einstiegsniveau wie den Modellen Flex, One und Zip. 2015 kamen 77 % der Umsätze von den neuen Highend-Produkten wie den Modellen Surge, Charge und Charge HR. Fitbit hat sein Produktangebot vielleicht mit neuen Geräten wie dem Alta und dem Blaze durcheinandergebracht, was die Umsätze dieser Geräte kannibalisieren könnte. Fitbit gibt zu, dass 40 % der Aktivierungen der Alta- und Blaze-Geräte von Kunden kamen, die zuvor ein anderes Gerät von Fitbit hatten.

Bewertungen und Urteil

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von GoPro ist kürzlich erst ins Minus gesunken. Grund dafür waren die Quartalsverluste und das wird wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahre so weitergehen, wenn wir den Analysten glauben dürfen. Fitbit wird derzeit mit einem KGV von 25 gehandelt, was höher ist als der Industriedurchschnitt von 24. Das ist auch deutlich höher als das für 2016 erwartete Gewinnwachstum.

Daher sehen weder GoPro noch Fitbit zu den aktuellen Kursen nach guten Turnaround-Aktien aus. GoPro setzt zu viel auf seine neuen Vorzeigekameras und Drohnen, um künftiges Wachstum zu erzeugen, während Fitbit Gefahr läuft, zu viel auszugeben, um seinen Marktanteil zu halten. GoPro muss beweisen, dass die neuen Produkte das Umsatzwachstum wieder erhöhen können und Fitbit muss beim Ausgeben disziplinierter werden, bevor man eine der beiden Aktien in Betracht ziehen kann.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, GoPro und Under Armour (A-Aktie).

Dieser Artikel wurde von Leo Sun  auf Englisch verfasst und wurde am 09.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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