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Warren Buffett: Lass die Finger von IPOs

Foto: The Motley Fool

In der Zeit von 2013 bis 2015 haben sich die Börsengänge gesteigert und einige Investoren sind im Zuge dessen reich geworden. Das heißt jedoch nicht, dass du dich kopfüber in das IPO-Spiel stürzen solltest. Warren Buffett sagt sogar, du solltest IPOs unbedingt vermeiden.

Buffetts Warnung

Wie jeder, der Buffetts Aktienkäufe über die Jahre verfolgt hat, sehen kann, hält das Orakel von Omaha nicht viel davon, in IPOs zu investieren. Tatsächlich sieht er in Ihnen ein unnötiges Risiko. Wie er bei der letzten Hauptversammlung von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) sagte: „Du brauchst dich nicht wirklich darum zu kümmern was bei IPOs eigentlich los ist. Leute gewinnen jeden Tag im Lotto…“

Sicher einige Leute sind in den letzten paar Jahren mit Investitionen in IPOs plötzlich reich geworden. Die mutigen Investoren etwa, die sich im Januar 2015 in den IPO von Spark Therapeutics (WKN:A12HQS) eingekauft haben, in weniger als anderthalb Jahren einen Gewinn von 56 % eingefahren. Aber mit genauso großer Wahrscheinlichkeit haben Investoren zugesehen, wie sich ein großer Teil ihres investierten Geldes in Luft auflöste – wir werden das sehen, wenn wir uns die Zahlen im Folgenden etwas genauer anschauen.

Buffett mahnt Investoren, dass nur weil eine Strategie für einen Investor funktioniert, diese nicht automatisch eine gute Idee ist. „Wenn sie mathematisch unvernünftige Dinge tun möchten und eine Person Glück hat… ist das kein Grund zur Beunruhigung,“ sagte Buffett. „Man sollte nicht bei einem dummen Spiel mitmachen wollen, nur weil es existiert.“

Ein Blick auf die Zahlen

Sieht man sich die jüngsten IPO-Statistiken an, ist es schwer, Buffetts Logik zu bestreiten. Laut einem Bericht von Renaissance Capital haben von den 170 IPOs, die im Jahr 2015 bewertet wurden, 57 % das Jahr unter ihrem Ausgabepreis abgeschlossen.

Und obwohl die durchschnittliche Jahresendperformance von -2 % gar nicht so schlecht klingen mag, ist zu berücksichtigen, dass diese auf dem Ausgabepreis jedes IPOs beruht, und nicht auf dem Preis, zu dem es an seinem ersten Tag auf dem Markt tatsächlich gehandelt wird. Dies lässt den Ersttags-Boom, der bei den meisten IPOs erfolgt, außer Acht – die tatsächliche „Sekundärmarkt“-Rendite der IPOs betrug 2015 klägliche -13,5 % bis Jahresende.

Wie bereits erwähnt, gab es einige Sternstunden wie Spark Therapeutics. Ein weiteres Beispiel eines IPO, das Investoren große Gewinne eingebracht hat, war Shake Shack. Allerdings wünschen sich viele neuerliche IPO-Investoren wahrscheinlich, sie hätten ihr Geld zurück.

Bedenke, dass Investoren, die Aktien des mit Spannung erwarteten IPOs von GoPro (WKN:A1XE7G) an ihrem ersten Handelstag gekauft haben, während ich dies schreibe, vor einem Verlust von mehr als 59 % stehen. Vom Peer-to-Peer-Kreditgeber Lending Club (WKN:A12DRP) haben viele erwartet, die nächste große Nummer der Finanzbranche zu werden, aber die Aktien sind seit dem Börsengang vor anderthalb Jahren um 66 % gefallen. Investoren, die gleich am ersten Tag in Etsy (WKN:A14P98), einen Online-Marktplatz für handgemachte Produkte, investierten, mussten zusehen, wie sich 71 % ihres Geldes in Luft auflösten.

chart zu IPOs

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass all dies keine “Verluste” sind, sofern die Investoren ihre Aktien nicht verkauft haben, und es ist durchaus möglich, dass alle drei dieser Aktien wieder nach oben schießen können, vorbei an ihrem jeweiligen IPO-Preis. Darum geht es gar nicht. Der Punkt ist, dass es besser ist, zu warten, bis ein Unternehmen erst mal eine Weile an der Börse war, damit man sein Geschäft und Faktoren, die seine Profitabilität beeinflussen, angemessen beurteilen kann. Ich zum Beispiel liebe das Geschäftsmodell von Etsy und glaube, dass das Unternehmen letztendlich Erfolg haben wird. Ich würde jedoch viele lieber Aktien für um die 9 US-Dollar kaufen, die der Markt als ihren Wert bestimmt hat, als zu einem Preis im oberen Bereich von 20 US-Dollar, in dem es in seinen ersten paar Wochen als börsennotiertes Unternehmen gehandelt wurde.

Fazit

Ein weiterer Rat, den Buffett Investoren gerne erteilt, ist: Denke überhaupt nicht, als würdest du Aktien kaufen. Geh stattdessen so an eine Investition heran, als würdest du das Geschäft kaufen. Mit anderen Worten kaufe eine Aktie, weil dir die Geschäftsgrundlage gefällt, nicht weil du denkst, dass die Aktie steigen wird. Und im Fall der meisten IPOs kann es ziemlich schwer, wenn nicht gar unmöglich, sein, das Geschäft richtig zu bewerten.

Wenn es auch Spaß machen kann, IPOs zu verfolgen und über sie zu lesen, wenn du wirklich langfristig investieren möchtest, ist es am besten, bei altbewährten Aktien zu bleiben, von Unternehmen, die du gern besitzen würdest.

Warren Buffett und... Deutschland?

Deutschland ist für Warren Buffett ein attraktiver Investitions-Standort und hat nach eigenen Angaben ?den Code für Deutschland geknackt". Mit Detlev Louis geht seine Einkaufstour durch die Republik also jetzt erst los. Was bedeutet das für dich als Investor? Ganz einfach: Dass du unbedingt auf dem Schirm haben solltest, was Buffett plant. Lade dir jetzt unseren kostenlosen Sonderbericht über Buffetts Pläne für Deutschland herunter, in dem unsere Analysten unter anderem verraten, welche seine deutsche Lieblingsaktie ist - und was du darüber hinaus von der Legende lernen kannst. Bis gleich in deinem Postfach!

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und GoPro. The Motley Fool besitzt Aktien von Etsy.

Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und wurde am 04.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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