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Worauf du im Quartalsbericht von GoPro achten solltest

Foto: Pixabay, farioff

Da die Aktie von GoPro (WKN:A1XE7G) im letzten Jahr mehr als 70 % verloren hat, fragen sich die Investoren, ob der Actionkamerahersteller dieses Jahr schon die Talsohle erreicht hat. Aber der Markt könnte hier schon bald einen Anhaltspunkt bekommen, wenn GoPro die Ergebnisse des ersten Quartals veröffentlicht.

Also worauf sollte man als Investor achten?

Vor drei Monaten, als GoPro den Ausblick für das erste Quartal von 160 bis 180 Millionen US-Dollar herausgab, war das ein schockierender Einbruch von über 53 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das sollte sich beim Gewinn in einer bereinigten Bruttomarge von 36 % plus oder minus 100 Basispunkte niederschlagen, während die bereinigten Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) einen Verlust von 96 Millionen US-Dollar, plus oder minus 2,5 Millionen US-Dollar ergeben sollten.

Das erste Quartal ist aber für GoPro immer etwas träge. Dieser Rückgang kann auch der strategischen Entscheidung aus dem letzten Quartal zugeschrieben werden, das Kernportfolio einzuschränken und nur noch drei Geräte anzubieten: HERO4 Black, HERO4 Silver und HERO4 Session. Laut Finanzchef Jack Lazar während der letzten Telefonkonferenz sollte das auch bedeuten, dass die Session mit einem Preis von 199 US-Dollar einen deutlich höheren Anteil der Gesamtgewinne ausmachen wird, selbst wenn die hochwertigeren HERO4 Black (499 US-Dollar) und Silver (399 US-Dollar) zusammen mehr als 50 % der Umsätze bringen sollten. Zusätzlich dazu sollte die Zahl der direkt verkauften Einheiten deutlich höher sein als die Verkäufe an den Einzelhandel, was das Inventar abbauen sollte.

BILDQUELLE: GOPRO.

BILDQUELLE: GOPRO.

Dann sollten man sich den Marktanteil des Kerngeschäftes noch genauer ansehen. Obwohl die Umsätze im letzten Quartal im Jahresvergleich um mehr als 30 % eingebrochen sind, konnte die Sparte digitale Kameras/Camcorder 180 Basispunkte auf 21,3 % dazugewinnen. GoPro ist auch immer noch für sechs der Top 10 (darunter auch die Nummer 1) auf Dollarbasis bestverkauften Kameras verantwortlich und sechs der Top 10 (darunter auch wieder die Nummer 1) bei den Zubehörumsätzen.

Dann sollte man nach Neuerungen Ausschau halten, da GoPro sich ja bemüht, effektivere Softwarelösungen zu entwickeln, um den Ladeprozess, den Zugriff und den Schnitt von GoPro-Material zu vereinfachen – ein Problem, bei dem CEO Nick Woodman im letzten Quartal darauf bestanden hatte, es zu lösen.

Einige Wochen nach dem vierten Quartalsbericht kündigte das Unternehmen an, die führenden mobilen Apps für Filmschnitt, Splice und Replay, zu kaufen. Erst im letzten Monat kündigte GoPro ein Drittanbieterprogramm an, das es den Unternehmen zu erleichtern soll, nahtlose Nutzererfahrungen mit ihren Produkten und denen von GoPro zu schaffen. Darunter gab es auch Programme, um GoPro-kompatible mobile Apps zu programmieren, weitere Geräte und verlässliche Halterungen herzustellen. Jeder Fortschritt bei diesen Initiativen sollte helfen, die Kunden dazu zu bringen, zu kaufen, die Geräte zu nutzen und das Material von ihren GoPro-Geräten zu teilen.

Natürlich war es keine Hilfe, dass die Session als letztes vor fast einem Jahr im Juli auf den Markt kam und die HERO4 Black und die Silver schon im September 2014 auf den Markt gekommen waren. Die Investoren werden also genau auf Andeutungen von möglichen neu überarbeiteten Geräten für die Weihnachtssaison 2016 aufpassen. Vielleicht gibt es ja auch mehr Informationen zur neuen Hardware-Design-Gruppe, die vom erst kürzlich von Apple geholten Danny Coster geführt wird.

In der Zwischenzeit sollten wir erwarten, von den Fortschritten der Karma Quadcopter-Drohne zu hören, die Ende des ersten Halbjahres 2016 auf den Markt kommen soll. Anfang des Jahres fragten sich schon einige Analysten, ob Karma allein 25 % des geschätzten Marktes für Drohnen im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar zu ergattern.

Schließlich wird das Management von jetzt an keinen vierteljährlichen Ausblick mehr geben und stattdessen den Ausblick für das Gesamtjahr anpassen. Woodman hatte in der letzten Telefonkonferenz gesagt, er glaube, dass eine langfristige Ausrichtung konsequenter wäre und den strategischen Initiativen besser gerecht werden würde. Der Ausblick für das Gesamtjahr sieht derzeit noch Umsätze in Höhe von 1,35 bis 1,5 Milliarden US-Dollar vor. Der Mittelwert würde einem Rückgang von etwa 12 % verglichen mit 2015 entsprechen.

Ob GoPro diesen Ausblick auch erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Aber wenn das Management genug Anzeichen gibt, dass eine Trendwende bevorstehen könnte, dann glaube ich, dass GoPro schon bald zu alter Stärke zurückfinden könnte.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt GoPro. und Apple.

Dieser Artikel wurde von Steve Symington auf Englisch verfasst und wurde am 04.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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