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Wie Warren Buffett seine eigene Regel bricht

Quelle: Fool.com

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Motley Fool Newsletters, “Bilanz Ziehen” vom 03.05.2016. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Das einzige, worauf man sich im Leben verlassen kann, ist die Veränderung.

Ich bitte um Handzeichen, falls diese Wahrheit dir in letzter Zeit schwer im Magen gelegen hat. [Meine Hand ist oben.]

Das mit der Veränderung trifft natürlich nicht nur auf das Wetter, die Kinder, Fußball und saisonale Geschmacksrichtungen von Ritter Sport zu. (Oder einen korrekt funktionierenden Kühlschrank, wie in meinem Fall!) Es trifft auch auf die Wirtschaft, das Investieren und ja, auch auf Warren Buffett zu.

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich in den letzten zehn Jahren von Buffett gelernt habe, ist, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben und sich zu verändern.

Als ich angefangen habe, Buffett zu folgen, war ich ganz vernarrt in den Gedanken, Schnäppchen nach dem Buchwert auszuwählen und auch in die Methode, die er und sein Mentor Benjamin Graham benutzt haben, um in den frühen Jahren seiner Karriere als Investor gute Investitionen zu finden. Es war eine sehr zahlenlastige und „statistische” Methode. Es war eine Methode, von der sich Buffett bis zur Jahrtausendwende immer weiter entfernen sollte.

Aber eine Zeit lang dachte ich, dass eben dieser Ansatz der Stil von Buffett wäre. Selbst heute noch denken viele Leute so.

Das kann nicht jeder Idiot

Während der Jahresversammlung von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) am letzten Wochenende stellte Buffett noch einmal klar, warum es keine gute Idee ist, seine vergangenen Zitate als in Stein gemeißelte Gesetze zu betrachten.

Während seiner ganzen Karriere hat Buffett immer wieder seine Vorliebe für Unternehmen ausgedrückt, die kein Genie als Manager brauchen. Er hat Bill Gates einmal gesagt, was für ein tolles Unternehmen Coca-Cola doch wäre. So toll, dass es von einem Vollidioten geführt werden könnte. 2010 scherzte er:
Wenn das Unternehmen gut genug ist, wenn man eine Zeitung mit Monopolstellung oder einen Fernsehsender hatte – und ich spreche hier von der Vergangenheit – dann könnte ein Idiot das Unternehmen führen. Und wenn es ein wirklich gutes Unternehmen ist, dann macht das einfach keinen Unterschied.
Aber als er bei der diesjährigen Versammlung nach der letzten Übernahme von Precision Castparts für 37 Milliarden US-Dollar gefragt wurde, überhäufte Buffett den CEO Mark Donegan mit Lob. Er stellte klar, dass er Donegan als wichtigen Vermögenswert sieht und dass er auch Anteil daran hat, dass das Geschäft ein gutes Geschäft ist.

Buffett erkannte, dass das gegen seine allseits bekannte Vorliebe geht, Unternehmen zu kaufen, die „jeder Idiot führen könnte“ und er sprach diesen Widerspruch auch an. Um das einmal zu paraphrasieren, er sagte in etwa: „Wir mögen noch immer Unternehmen, die so gut sind, dass sie selbst von einem Idioten geführt werden könnten. Aber wir haben auch herausgefunden, dass wir auch Unternehmen mögen, die über herausragende Manager verfügen.“

Keine Überraschungen!

Für die „Buffett-Superfans“ unter uns [und wieder ist meine Hand oben] sollte dieser Widerspruch keine große Überraschung sein.

Jedes Jahr auf der Versammlung der Aktionäre nimmt sich Buffett viel Zeit, um die Manager der Unternehmen zu loben, die sich im Vollbesitz von Berkshire befinden.

Es ist auch klar, dass viele der wertvollsten Unternehmen von Berkshire – darunter die Versicherungsbetriebe – niemals von Idioten geführt werden könnten.

Darüber hinaus veröffentlicht Buffett seit den späten 90ern, klare Kriterien für die Übernahmen von Berkshire. Auf dieser kurzen Liste findet man auch den Punkt „Management vorhanden (wir können damit nicht dienen).“

In anderen Worten, die Investoren haben einen bestimmten Blickwinkel auf die vohergehenden Kommentare von Buffett zum Management und den großen Wert ignoriert, den das Management schaffen kann. Damit verpassen sie unnötigerweise großartige Investmentmöglichkeiten.

Eine Sache, die sich für Buffett nicht ändert

Weil man von Buffett so viel lernen kann und er auch so viel in seinen Briefen an die Aktionäre, in den Jahresversammlungen, seinen Reden und Auftritten in den Medien von sich gegeben hat, ist es leicht, den Warren vor lauter Buffett nicht zu sehen.

Der Kern von dem, was Buffett lehrt, ist aber sehr einfach: Für Investoren liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, Situationen zu finden, in denen man einen Wert X zu einem Preis von weniger als X bekommt. Vorzugsweise deutlich weniger als X.

Die vielen Jahrzehnte am Ruder von Berkshire, in denen er andere Investoren an seiner Erfahrung hat teilhaben lassen, konzentrieren sich in dieser einfachen Formel. Lies nach, was Buffett – und auch Munger – im Lauf der Jahre geschrieben hat und du wirst sehen, dass es immer auf zwei Punkte hinausläuft:

  1. Verschiedene Möglichkeiten zu sagen, dass man großartige Vermögenswerte finden und weniger dafür zahlen soll, als sie wert sind.
    oder…
  1. Spezifische – und sich immer verändernde und weiterentwickelnde – Wege aufzuzeigen, wie er genau nach diesen Vermögenswerten sucht, wenn sie für weniger verkauft werden, als sie wert sind.

Warum also verkomplizieren die Investoren das immer wieder? Ich kann nur raten und annehmen, dass das in der menschlichen Natur liegt. Egal wie du es machst, großartige Vermögenswerte zu finden, die für weniger gehandelt werden, als sie wert sind, erfordert viel Geduld und Sorgfalt. Die menschliche Natur verführt die Leute oft dazu, nach einem „magischen Trick“ zu suchen, mit dem sie sich die harte Arbeit sparen können.

Was ich dir rate? Lass die anderen Investoren doch weiter nach dem heiligen Gral suchen. In der Zwischenzeit bleiben wir bei den guten alten Foolishen fundamentalen Prinzipien und suchen nach den nächsten Investitionen, die den Markt schlagen werden.

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Matt besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

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