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Warum ich nicht glaube, dass SMA Solar weiter an der Spitze des TecDAX steht

Foto: SMA Solar Technology AG

In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie der SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J) mehr als 250 % zugelegt und damit jede andere Aktie aus dem TecDAX weit hinter sich gelassen. Dem Anleger stellen sich jetzt die Fragen: War es das? Kommt da noch mehr? Halten? Verkaufen? Oder sogar jetzt noch einsteigen?

Das Unternehmen

Wer auf der A7 durch Kassel fährt, kann das große Gebäude von SMA Solar nicht übersehen. An der Ausfahrt Kassel-Nord werden aber keine Solarmodule produziert, sondern Solar-Wechselrichter. Das sind die Teile von Photovoltaikanlagen, die die Gleichspannung aus Solarmodulen in Wechselspannung umwandeln und in das Stromnetz einspeisen. SMA sieht sich selbst als Weltmarktführer mit einem Anteil von rund 20 %. Der Umsatz betrug im Jahr 2015 1 Milliarde Euro, von der unter dem Strich 14 Millionen Euro als Gewinn übrig blieben.

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Achterbahnfahrt für Aktionäre

Und dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Aktionäre von SMA haben ereignisreiche Jahre hinter sich. 2010 betrugen der Umsatz noch 1,9 Milliarden Euro und der Gewinn 365 Millionen Euro. Zunehmender Wettbewerbsdruck, Nachfragerückgänge in Europa durch die Wirtschaftskrise und Kürzungen der Förderung aufgrund politischer Entscheidungen ließen den Umsatz einbrechen und führten zu hohen Verlusten. Entsprechend fiel der Aktienkurs im Januar 2015 bis auf knapp über 10 Euro.

Seitdem läuft es für SMA wieder besser. Die Partnerschaft mit Siemens zur Zusammenarbeit bei dezentralen Photovoltaik-Großkraftwerken und erhöhte Prognosen sorgten für wieder steigende Kurse. Von dem Tief ging es bis auf über 54 Euro im Januar 2016 – das war besser als jede andere Aktie aus dem TecDAX, dem Index der 30 größten Technologieaktien.

Für den Foolischen Investor stellt sich nun die Frage, wie es mit SMA Solar weitergeht.

Was mir gefällt

SMA ist ohne Zweifel in einer interessanten Branche tätig. Die erneuerbaren Energien werden eine immer wichtigere Rolle in den Industriestaaten spielen. Aber auch im Rest der Welt dürfte „Grüne Stromerzeugung“ an Bedeutung gewinnen. Ich denke dabei an die von Smog geplagten Städte in Asien oder große Gebiete in Afrika, die mit Solartechnologie erstmals überhaupt mit Strom versorgt werden können.

In Deutschland ist inzwischen sogar die Netzparität erreicht: Weil die Preise für Solaranlagen innerhalb weniger Jahre drastisch gefallen sind und gleichzeitig die Preise für Strom vom Versorger seit längerem kräftig steigen, ist der Strom vom Dach günstiger.

Doch SMA wandelt nicht nur Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Anlagen des Unternehmens können erzeugte Energie auch speichern und z.B. in der Nacht, wenn keine Sonne scheint, nutzen.

Im wachstumsträchtigen Gebiet „Smart Home“ möchte SMA ganz vorne dabei sein. Dazu passt auch, dass die herkömmlichen, zentralen Versorgungsstrukturen mit großen Kohle-, Öl- und Kernkraftwerken zunehmend durch kleinere, lokal verteilte Erzeugungseinheiten auf Basis erneuerbarer Energien ersetzt werden. Immer mehr Energieverbraucher erzeugen ihren Strom selbst und machen sich so von steigenden Strompreisen unabhängig.

Am 2. Mai 2016 meldete SMA die Aufnahme eines Kredits über 100 Millionen Euro, um damit von der Bereinigung der Solarbranche zu profitieren. SMA hat es auf Service- und Wartungsverträge abgesehen, die es von insolventen oder finanziell angeschlagenen Projektentwicklern erwerben will.

Was mir Sorgen bereitet

Solar ist, wie bereits erwähnt, eine attraktive Branche. Das hat nicht nur SMA gemerkt, wodurch es viele Wettbewerber auf dem Markt gibt, die SMA das Leben schwer machen. Bosch, Danfoss und Siemens gehören dazu, vor allem aber Unternehmen aus Asien. Letztere haben der deutschen Industrie schon bei Solarmodulen schwer zugesetzt, und bei Wechselrichtern könnte das ähnlich sein.

Darüber hinaus sind die erneuerbaren Energien ein hochpolitisches Thema. Der Atomausstieg nach der Fukushima-Katastrophe hat gezeigt, wie sich politische Vorgaben innerhalb von Tagen um 180 Grad drehen können. So extrem wird es bei den Erneuerbaren wohl nicht kommen, aber die teure Förderung könnte immer mal wieder gekürzt werden, was zu einem entsprechenden Rückgang bei der Nachfrage führen würde.

Die Aktie

Um eine Aktie zu bewerten, nutze ich gerne das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Diese einfache und effektive Kennzahl ist der bekannteste Weg, um eine Aktie einzuschätzen. Wie es der Name schon sagt, werden dazu der Aktienkurs und der Gewinn, den das Unternehmen je Aktie erzielt, zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Im Jahr 2015 erzielte SMA einen Gewinn von 14,3 Millionen Euro, das entspricht pro Aktie 41 Cent. Aus den Aussagen des Vorstands erwarte ich für das laufende Jahr ein etwa dreimal so hohes Ergebnis von rund 1,20 Euro pro Aktie.

Bei einem Aktienkurs von 45,465 Euro (5. Mai 2016) errechnet sich somit ein KGV für 2016 von 38. Das ist ein hoher Wert, auch unter Berücksichtigung der Branche und der damit verbundenen Wachstumsperspektiven. Der derzeitige Kurs beinhaltet also bereits viele Vorschusslorbeeren für das Jahr 2016 und die Zeit danach. Die Ziele zu erreichen ist nicht unmöglich, aber das wird kein Selbstgänger.

Das Unternehmen SMA ist spannend. Aber wie sieht es mit der Aktie aus? Als Anleger finde ich die Erwartungen noch zu hoch und dadurch die Bewertung zu teuer. Vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt mal wieder die Möglichkeit, einen attraktiven Kurs zu bekommen. Derzeit aber ist die Aktie für mich kein Kauf.

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Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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