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Checkliste mit 3 Kriterien für den Kauf von Ölaktien

Foto: Pixabay, lalabell68

Nach der Bauchlandung am Jahresanfang hat der Ölpreis sich wieder zurückgekämpft und sogar einen Höchststand für dieses Jahr erreicht. Und es könnte noch weiter nach oben gehen, denn die Konsenserwartung geht davon aus, dass der Ölmarkt bis Ende des Jahres wieder im Gleichgewicht sein wird.

Dieser optimistische Ausblick bringt die Investoren wieder zurück in diesen Sektor, wie man an der Rally der Ölaktien in den letzten Monaten sehen konnte. Aber bevor du dich auf Ölaktien stürzt, solltest du noch sicherstellen, dass dein Investment die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt, um dich vor bösen Überraschungen zu schützen.

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1: Wie steht es um die Kreditwürdigkeit?

Die Ölaktien, die sich letztes Jahr am schlechtesten entwickelt haben, haben eines gemeinsam: Zu hohe Schulden. Der Einbruch des Ölpreises von fast 30 % im letzten Jahr hatte nicht dieselben Auswirkungen auf die Ölaktien.

EOG DATEN VON YCHARTS

EOG DATEN VON YCHARTS

ExxonMobil (WKN:852549) konnte im letzten Jahr sogar ein bisschen steigen, während ConocoPhillips(WKN:575302) und EOG Resources (WKN:877961) sich wie der Ölpreis, wenn nicht sogar besser entwickelt haben. Am anderen Ende des Spektrums befanden sich Chesapeake Energy (WKN:885725) und Whiting Petroleum (WKN:590101), deren Aktien im letzten Jahr eingebrochen sind. Diese Aktien gingen unter, weil sie zu hohen Schulden hatten, wie man auch am schwachen Kreditrating sieht:

Unternehmen Moody’s Kreditrating S&P Kreditrating Einstufung
Chesapeake Energy CCC Caa2 Extrem spekulativ
ConocoPhillips Baa2 A Mittel
ExxonMobil Aaa AA+ Erstklassige Bonität
EOG Resources Baa1 BBB+ Relativ niedrig
Whiting Petroleum Caa1 BB Beträchtliche Risiken

QUELLE: MOODY’S UND STANDARD & POOR’S. STAND 26.04.16

Die Kreditwürdigkeit von Chesapeake Energy ist extrem spekulativ und die von Whiting Petroleum sehr riskant. Das bedeutet, dass ihre Aktien sogar noch riskanter sind. Im Gegensatz dazu genießen ExxonMobil, EOG Resources und ConocoPhillips alle solide Ratings, obwohl alle drei während des Abwärtstrends herabgestuft wurden. Diese finanzielle Stärke in schweren Zeiten ist der Grund, warum ein Investor lieber Ölunternehmen mit einem guten Kreditrating bevorzugen sollte.

BILDQUELLE: CONOCOPHILLIPS.

2: Ist das Unternehmen geographisch diversifiziert?

Eine weitere Gemeinsamkeit von schwachen Ölaktien ist der Mangel an Diversifizierung. Das ist auch ein Grund, warum Whiting Petroleum vom Abwärtstrend so hart getroffen wurde. Aktuell konzentriert sich das Unternehmen auf zwei Regionen – Bakke und Niobara, was beides Bohrstellen mit hohen Kosten sind. Diese höheren Kosten zusammen mit der schwachen Bilanz sind der Grund, warum das Unternehmen seine Fracking-Operationen dieses Jahr zurückfahren musste. Jetzt muss Whiting warten, bis sich die Ölpreise wieder erholen, bevor wieder in neue Ölquellen investiert werden kann.

ExxonMobil, EOG und ConocoPhillips dagegen fördern überall auf dem Planeten (, obwohl EOG sich primär auf unkonventionelle Quellen in den USA konzentriert). Diese große geographische Streuung ermöglicht es den Unternehmen flexibler zu agieren und sich in schweren Zeiten auf die besten Quellen zu konzentrieren. Darüber hinaus können sie so vom globalen Ölpreis profitieren, der oft höher liegt als der Ölpreis in den USA. Das trifft vor allem auf Bakken zu, wo man die niedrigeren Ölpreise in der Vergangenheit aufgrund von mangelnden Pipelinekapazitäten besonders zu spüren bekommen hat.

BILDQUELLE: CONOCOPHILLIPS.

3: Gibt es Anreize für das Management, Gewinne zu schaffen?

Das letzte Kriterium, das berücksichtigt werden sollte, sind die Anreize, die das Management eines Unternehmens hat. Das letzte Jahr hat die Investoren diesbezüglich eine wichtige Lektion gelehrt, nachdem Unternehmen wie Chesapeake Energy sich auf eine Erhöhung der Produktion konzentriert haben, obwohl die Öl- und Gaspreise gefallen sind. Das Unternehmen hat fast seine ganzen Bilanz im Wert von vielen Millionen Dollar verbrannt, um die Produktion zu erhöhen. Damit hat man sich in eine prekäre finanzielle Position gebracht, da Wachstum nur um des Wachstums willen verfolgt worden war.

Der Grund, warum Chesapeake Energy und andere Unternehmen letztes Jahr versucht haben zu wachsen, lag darin, dass das Management genau dafür bezahlt wird Im Fall von Chesapeake wurden 40 % der Bonuszahlungen entsprechend der wachsenden Produktion und den Reserven bestimmt. Das ist auch der Grund, warum der CEO um 5 % mehr verdient hat, obwohl die Aktie letztes Jahr um 77 % gefallen ist.

In starkem Gegensatz dazu steht EOG Resources, denn hier wird das Wachstum nur mit 8 % gewichtet. Stattdessen wird das Management mit Anreizen dazu angehalten, die Kapitalrendite zu erhöhen, im Verhältnis zum Aktienkurs und den Ausgaben. Diese Anreize sind ein Grund, warum sich EOG dazu entschlossen hat, letztes Jahr nicht zu expandieren. Stattdessen hat man sich darauf konzentriert, die Renditen zu verbessern. Diese Entscheidung hat sich ausgezahlt und das Unternehmen konnte Kapital sparen, während gleichzeitig die Renditen verbessert werden konnten. Ein Viertel der Bohrstellen ist jetzt auch bei einem Ölpreis von unter 40 US-Dollar wirtschaftlich.

Foolishes Fazit

Ölaktien sind riskant, da der Ölpreis sich immer ändern kann. Dieses Risiko wird nicht verschwinden, aber als Investor kann man sich vor größeren Problemen schützen, indem man sich auf drei Faktoren konzentriert, bevor man eine Ölaktie kauft:

1.    Wie steht es um die Kreditwürdigkeit?
2.    Ist das Unternehmen geographisch diversifiziert?
3.    Gibt es die richtigen Anreize für das Management?

Wenn du dich an diese einfache Checkliste hältst, dann wirst du damit Ölaktien herausfiltern können, die sich in Rauch auflösen könnten, wenn sich das Blatt gegen sie wendet.

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Motley Fool besitzt Aktien von EOG Resources, and ExxonMobil.

Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 01.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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