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Warum ich lieber die Deutsche Bank kaufen würde als VW oder Daimler

Foto: Pixabay

Der DAX hatte in den ersten drei Monaten des Jahres einen schwierigen Start. Zeitweise ging es mit dem Index bis zu 20 % bergab. Inzwischen ist ein Großteil der Kursverluste wieder aufgeholt. Dennoch gibt es einige Unternehmen, die ich für günstig bewertet und derzeit attraktive Investmentchancen halte.

Hier sind die drei günstigsten Aktien im DAX und warum ich sie allesamt für einen Kauf halte – eine davon aber am ehesten kaufen würde.

Platz 3: Daimler

Die Daimler (WKN:710000)-Aktie wurde in den ersten Monaten des Jahres mit in den Abwärtsstrudel gezogen, ohne selbst Gründe dafür geliefert zu haben. Für Daimler könnten die Geschäfte derzeit kaum besser laufen. Die Auslieferungen und auch das Ergebnis liegen auf Rekordniveau.

Inzwischen peilt man sogar wieder die Marktführung im Premiumsegment an. In den letzten Jahren stieg der Absatz des Stuttgarter Automobilkonzerns stärker als bei den Konkurrenten Audi (WKN:675700) und BMW  (WKN:519000). Damit konnte der Abstand zur Konkurrenz verringert werden. In den ersten drei Monaten des Jahres liegt Daimler sogar bereits vor den beiden Mitstreitern.

Der Gewinn je Aktie ist im vergangenen Jahr von 6,51 Euro im Jahr 2014 auf 7,87 Euro gestiegen und die Aktionäre werden dieses Jahr zudem mit einer von 2,45 Euro auf 3,25 Euro gesteigerten Dividende erfreut. Trotz hervorragend laufender Geschäfte liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim aktuellen Kurs von 61,15 Euro (02.05.2016) lediglich bei 7,8.

Das Allzeithoch des Aktienkurses wurde im vergangenen März erreicht. Damals erreichte die Aktie einen Kurs von 93 Euro. Gegenüber dem aktuellen Kurs würde ein Anstieg auf dieses Niveau etwa einen Anstieg von 49 % bedeuten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis läge dann bei 11,8 und damit, angesichts des weiteren Wachstums, auf einem aus meiner Sicht angemesseneren Niveau.

Platz 2: Volkswagen

Dass Volkswagen (WKN: 766400) seit September des letzten Jahres mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat, ist niemandem entgangen. Der Abgasskandal hat den Kurs der Aktie und auch das Ergebnis enorm belastet.

Im letzten Geschäftsjahr musste zwar ein Verlust von 1,36 Milliarden Euro verbucht werden, die Ursache dafür waren allerdings allein die Rückstellungen in Höhe von 16,9 Milliarden Euro für den Rückruf und die Reparatur der Dieselfahrzeuge. Ohne diese Sondereffekte hätte der Gewinn wahrscheinlich auf Höhe des Vorjahres gelegen. Für das Gesamtjahr 2014 hat der Konzern einen Gewinn von 21,84 Euro je Aktie ausgewiesen. Das aktuelle Kursniveau von 126,80 Euro (02.05.2016) entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,8 auf Basis des Gewinns von 2014.

Ich denke, dass die Aktie deutlich steigen kann, wenn klar wird, dass die Strafen für den Konzern zu bewältigen sind. Die Belastungen, die das Ergebnis derzeit beeinträchtigen, sind einmalige Zahlungen. Es gibt zudem bisher keine Anzeichen dafür, dass der Konzern durch die Probleme nachhaltig geschädigt wurde – in den ersten drei Monaten beispielsweise ist die Zahl der Fahrzeugauslieferungen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Daher rechne ich stark damit, dass der Konzern in den nächsten Jahren wieder zu alter Profitabilität zurückkehren wird.

VW ist damit, bezogen auf den um Sondereffekte bereinigten Gewinn, die zweitgünstigste Aktie im DAX. Aus diesen Gründen halte ich VW für eine sehr interessante Investition für Anleger, die bereit sind, die Aktie mindestens ein Jahr lang zu besitzen.

Platz 1: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank (WKN:514000) blickt auf ein schwieriges Jahr 2015 zurück. Aufgrund von Abschreibungen und der Beilegung einiger juristischer Auseinandersetzungen musste sie den größten Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte verbuchen.

Verursacht wurde der Verlust von insgesamt 6,1 Milliarden Euro durch Sonderbelastungen in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Diese setzen sich aus Kosten für den Konzernumbau und Kosten für die bereits erwähnte Beilegung juristischer Auseinandersetzungen zusammen.

Diese Sonderbelastungen können jedoch als Einmaleffekte betrachtet und damit aus den veröffentlichten Ergebnissen herausgerechnet werden, da sie in kommenden Geschäftsjahren nicht wieder auftreten werden. Macht man dieses, ergibt sich ein Gewinn vor Steuern von 6,1 Milliarden Euro, den die Bank unter normalen Umständen erzielt hätte.

Nach Steuern bleiben bei einem angenommenen Steuersatz von 30 %, wie ihn die Bank in normalen Jahren bezahlen musste, knapp 4,3 Milliarden Euro. Bezogen auf die 1,4 Milliarden im Umlauf befindlichen Aktien, ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 4,30 Euro vor Steuern und 3,00 Euro nach Steuern. Daraus ergibt sich beim aktuellen Kurs von 16,00 Euro (02.05.2016) ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,3.

Damit ist die Deutsche Bank-Aktie die günstigste Aktie im DAX und meiner Meinung nach die interessanteste Investition. Wenn die Bank ihre zahlreichen Probleme hinter sich gelassen hat und die laufende Restrukturierung abgeschlossen ist (was innerhalb der nächsten zwei Jahre der Fall sein sollte), kann die Bank meiner Einschätzung nach wieder zu alter Ertragsstärke zurückkehren und ihren Investoren eine ordentliche Rendite erwirtschaften.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien der Deutschen Bank. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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