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7 Börsenereignisse, die 2016 zum ersten Mal seit mindestens 10 Jahren passiert sind

Foto: Pixabay

Ich könnte mir vorstellen, dass es einem jedes Jahr so vorkommt, aber 2016 war bisher ein außergewöhnliches Jahr voller unerwarteter Ereignisse. Das Jahr ist kaum vier Monate alt und wir haben schon sieben Dinge erlebt, die wir seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gesehen haben, wenn nicht sogar noch länger. Daher wollen wir heute einen Blick darauf werfen.

1. Die schlimmsten zwei Wochen zum Jahresanfang, die die Börse je gesehen hat

Vergiss das Gerede von wegen „seit zehn Jahren“. Die Börse hat das Jahr mit der schlechtesten Spanne von zwei Wochen begonnen, die wir seit Beginn der Aufzeichnungen je gesehen haben. Nach nur 10 Handelstagen war der S&P 500 schon um 8 % gefallen, der Dow Jones Industrial Average um 8,3 % und der techlastige Nasdaq Composite sogar um 10,4 %. Alle drei Indexe haben nach einer kleinen Erholung dann Mitte Februar neue Tiefstände erreicht.

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2. Die größte vierteljährliche Trendwende in 83 Jahren

Trotz des horrenden Jahresanfangs sind wir nicht auf den Verlusten sitzen geblieben. Bis zum Ende von Q1 waren der Dow Jones und der S&P 500 wieder in den schwarzen Zahlen. Der S&P hatte einen Gewinn von 0,8 % zu verzeichnen. Das ist zwar nicht besonders viel, aber es ist die größte Aufholjagd seit 1933, die der Index jemals in einem Quartal geschafft hatte. Mitte Februar hatte der S&P sogar 10,5 % verloren.

BILDQUELLE: PIXABAY.

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3. West Texas Intermediate auf einem 12-Jahrestief

Für die Ölproduzenten scheint es wie ein wahr gewordener Traum. Die Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) notiert bei über 40 US-Dollar pro Barrel. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir noch davon gesprochen, dass WTI fast das 13-Jahrestief von unter 27 US-Dollar erreicht hätte. Trotz weniger Bohrstellen hat sich die Produktion nicht wie erwartet verringert. Daher ist das Angebot auch weiterhin ein Problem für die Industrie (und den WTI-Preis).

4. Die Preise für Erdgas auf einem 17-Jahrestief

Die Probleme der Ölindustrie haben sich auch auf die Erdgasunternehmen ausgeweitet. Anfang März fielen die Erdgaspreise innerhalb eines Tages auf 1,60 US-Dollar pro Million BTU, was den niedrigsten Kurs dieses Rohstoffes seit 1999 markiert. Genau wie beim Öl war auch hier das Überangebot ein großes Problem und die Schließung von Bohranlagen hat nicht wirklich einen Unterschied gemacht. Als dann das Wetter in weiten Teilen der USA noch wärmer als gewöhnlich war, war die Nachfrage im vergangenen Winter natürlich auch nicht so hoch und verschlimmerte die Lage noch zusätzlich.

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5. Das beste Quartal für Gold seit 30 Jahren

Auf der anderen Seite hatte Gold sein bestes Quartal seit 1986 und konnte seit dem 31. Dezember 2015 mehr als 16 % zulegen. Kurstreiber waren eine Kombination aus Fundamentalfaktoren und Angst. Die geringen Renditen in der entwickelten Welt bedeuten auch niedrige Opportunitätskosten, auf die die Investoren verzichten, wenn sie keine Bonds und stattdessen Gold kaufen. Wir haben auch gesehen, wie die Nachfrage nach physischem Gold bei den Zentralbanken gestiegen ist. Das Ergebnis ist ein Goldpreis von über 1.200 US-Dollar pro Unze.

6. Japan vergibt zum ersten Mal negative Zinsen für 10jährige Staatsanleihen

Und wieder können wir das Gerede „ist seit zehn Jahren nicht mehr passiert“ vergessen. Im ersten Quartal 2016 hat die japanische Zentralbank die Welt erstaunt, als sie den Leitzins ins Negative gesenkt hat, um wirtschaftliche Stagnation und Deflation zu vermeiden. Im März wurden 10jährige Regierungsanleihen zum ersten Mal in der Geschichte mit einem negativen Zinssatz verkauft. Es bleibt abzuwarten, ob diese aggressiven Maßnahmen Japan auch aus dem langfristigen wirtschaftlichen Jammertal ziehen können.

7. Apple meldet einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich

Schließlich hat der Tech-Riese Apple etwas fertiggebracht, was wir seit 51 Quartalen nicht mehr gesehen haben (also seit fast 13 Jahren): Das Unternehmen hat einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich gemeldet. Da sich die Umsätze des iPhone verschlechtert haben, meldete Apple Umsätze von 50,55 Milliarden US-Dollar, was einen Rückgang um 13 % im Jahresvergleich darstellt. Die Gewinne brachen um ganze 22 % auf 10,52 Milliarden US-Dollar, oder 1,90 US-Dollar pro Aktie ein. Die Umsätze und der Gewinn pro Aktie, die oft konservativ ausfallen, haben die Konsenserwartungen der Wall Street verpasst.

Bleib bei deiner Strategie

Wie du sehen kannst, hatten wir bisher ein ereignisreiches Jahr und wir haben noch acht Monate vor uns. Aber wir können etwas aus diesen sieben Dingen lernen, nämlich, dass unvorhergesehene Ereignisse zu großen Umwälzungen in einem Industriezweig oder dem gesamten Markt führen können und unvorhersehbar sind. Du hast vielleicht einmal Glück und kannst die kurzfristigen Entwicklungen einer Industrie oder des Marktes vorhersagen, aber es ist aufgrund dieser Unbekannten fast unmöglich, das über einen längeren Zeitraum zu schaffen.

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Für die Investoren bedeutet das, bei der langfristigen Investmentstrategie zu bleiben, egal, was die Börse macht. Es wäre leicht gewesen, in Panik zu geraten, als die Kurse in den ersten anderthalb Monaten des Jahres um über 10 % abgeschmiert sind, und alles zu verkaufen. Aber dann hättest du auch die größte Quartalsrally in 80 Jahren verpasst. Wie das J.P. Morgan Asset Management mit Daten von Lipper gezeigt hat, muss man als Investor nur ein paar der besten Tage an der Börse verpassen, um das Renditepotenzial im Vergleich zu einer Buy-and-hold-Strategie beträchtlich zu reduzieren.

Die Volatilität, die wir zu Beginn des Jahres gesehen haben, ist auch eine gute Erinnerung, die eigenen Positionen regelmäßig zu überprüfen. Das heißt nicht, dass du jedes Mal Blut und Wasser schwitzen solltest, wenn sich dein Portfolio um 0,1 % nach oben oder unten bewegt. Stattdessen solltest du einmal im Monat oder Quartal überprüfen, ob die Gründe, aus denen du ein Unternehmen gekauft hast, auch noch zutreffen. Ein schlechter Quartalsbericht, wie im Fall von Apple, wird deine Investmentthese wahrscheinlich nicht zunichte machen, da das Kerngeschäft auf Kurs ist und langfristig beträchtlichen Cashflow erzeugt. Ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sich aber in Gefahr befindet oder sich geändert hat, könnte ein Grund sein, sich von der Aktie zu trennen.

Es waren aufregende vier Monate und ich kann es kaum erwarten zu erfahren, was die Börse in den nächsten acht Monaten noch so auf Lager hat.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 27.04.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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