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Warum ich lieber Adidas kaufen würde als Infineon oder Fresenius

Das Jahr 2015 ist für den DAX trotz zwischenzeitlicher starker Schwankungen insgesamt gut verlaufen. Der Index schloss das Jahr mit einem Plus von 9,56 % ab. Die drei Top-Performer haben sogar jeweils um mehr als 50 % zugelegt. Doch können sie diese Performance noch einmal wiederholen?

Adidas – der Top-Performer 2015

Nachdem Adidas  (WKN:A1EWWW) ein schweres Jahr 2014 mit einer Gewinnwarnung in der Mitte des Jahres hinter sich gelassen hat, lief das Jahr 2015 deutlich besser. Die Aktie hat mit einem Anstieg um 56,4 % alle anderen Werte des Index hinter sich gelassen und die Verluste aus dem Vorjahr wieder aufgeholt.

Dabei war die Aktie ein Spätstarter. Zu Beginn des Jahres stieg der Kurs von 56,42 Euro am 01.01.2015 auf bis zu 77,20 Euro im April. Danach gab die Aktie die Gewinne jedoch kontinuierlich wieder ab. Erst in den letzten 4 Monaten stieg sie stark an und beendete das Jahr bei einem Kurs von 89,91 Euro. Auslöser waren Berichte, dass einige Aktionäre auf eine Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer drängten. Später wurde der Aufwärtstrend durch gute Quartalszahlen weiter angeheizt. Für das Gesamtjahr konnte der Konzern eine Gewinnsteigerung von 12 % verzeichnen und erwartet auch für das laufende Jahr eine Steigerung von 10 % bis 12 %.

Der Start ins Jahr ist bereits gelungen. Die Aktie ist bisher (25.04.2016) um 19 % auf 107,15 Euro gestiegen und liegt damit derzeit deutlich an der Spitze des DAX. Ein Großteil des Kursanstieges kam nach Bekanntgabe der Ablösung Herbert Hainers durch Kasper Rorsted zur Mitte des Jahres, von dem die Aktionäre viel erwarten. Denn Rorstedt genießt einen guten Ruf und kann als Neuling in der Branche frischen Wind in den Konzern bringen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31, bezogen auf den Gewinn je Aktie von 3,32 Euro und den aktuellen Kurs von 103 Euro (08.04.2016), liegt bereits deutlich über dem 10 Jahres-Durchschnitt von 22. Wenn das Geschäftsjahr gut läuft, kann es gut sein, dass Adidas das aktuelle Kursniveau halten kann. Viel mehr Spielraum nach oben sehe ich jedoch angesichts der bereits hohen Bewertung nicht.

Fresenius – der dichte Verfolger im DAX

Die Fresenius SE (WKN: 578560) hat es im letzten Jahr auf den zweiten Platz nach Kurs-Performance geschafft. Nach einem Anstieg von ganzen 52,8 % im letzten Jahr hat sich der Kurs im bisherigen Jahresverlauf allerdings kaum verändert.

2015 blieb unter dem Strich ein Ergebnis von 2,61 Euro je Aktie. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei dem derzeitigen Kurs von 65,26 Euro (25.04.2016) bei stolzen 25 und oberhalb des durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisses der Fresenius-Aktie über die letzten 10 Jahre von 19,5.

Für das laufende Jahr 2016 erwartet der Vorstand eine Gewinnsteigerung von 8 % bis 12 %. Das ist ein guter Wert. Jedoch denke ich, dass auf Grund der bereits hohen Bewertung des Unternehmens mehr benötigt wird, um die Aktie schneller steigen zu lassen als den DAX.

Infineon – der Dritte im Bunde

Infineon (WKN: 623100) ist der Dritte in dieser Runde mit einem Anstieg von 52,7 % im vergangenen Jahr. Das Unternehmen erwirtschaftete 2015 einen Nettogewinn von 0,56 Euro je Aktie. Der aktuelle Kurs von 12,49 Euro (25.04.2016) ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,3. Der Wert liegt leicht über dem Durchschnittswert der letzten 10 Jahre für die Infineon-Aktie von 20,5.

Im bisherigen Jahresverlauf ist auch der Kurs der Infineon-Aktie nahezu unverändert. Der Vorstand erwartet für das laufende Jahr einen Umsatzanstieg von etwa 13 % und eine Stabilisierung der Gewinnmarge. Damit kann von einem Gewinnanstieg auf Niveau des Umsatzes, oder leicht darüber, ausgegangen werden, da die Gewinnmarge im Verlauf des letzten Jahres nach oben tendierte und sich nun auf dem höheren Niveau stabilisieren sollte. Ich denke, damit kann Infineon durchaus ein weiteres Mal in der Top-Liga der DAX-Performer mitspielen.

Wie sieht es langfristig aus?

Adidas scheint derzeit höher bewertet zu sein als Infineon und Fresenius. Jedoch glaube ich, dass langfristige Investoren mit dieser Aktie über die nächsten Jahre ein besseres Ergebnis erzielen können, als mit den anderen beiden Aktien. Adidas ist bereits Marktführer in vielen Kategorien der Branche und hat eine starke Marke. Da der Sportartikelmarkt als Ganzes wächst, sollte auch Adidas weiter wachsen. Wenn es das Unternehmen unter neuer Führung zudem schafft, auf neue Trends schneller zu reagieren als bisher, besteht dort meiner Einschätzung nach das größte Wachstumspotenzial der drei Unternehmen und das größte Potenzial für Anleger.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.