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3 Anzeichen, dass ein Unternehmen kurz davor steht, gekauft zu werden

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Als Aktionär eines Unternehmens, das gerade einer Übernahme zugestimmt hat, stehst du dem vielleicht mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits wird es dir nicht gefallen, dass nach der langen Warterei das Wachstum jetzt unterdrückt werden könnte, da das Unternehmen wahrscheinlich nur noch ein kleines Rädchen in einer größeren Organisation werden könnte.

Andererseits kannst du stolz sein, dass deine Analyse, nach der du die Aktie gekauft hast, solide genug war, dass ein gut kapitalisierter Käufer (mit Hilfe eines Teams von hochbezahlten Profis) zu genau demselben Schluss gekommen ist. Und der Kurssprung ist auch ein Trost.

Aber wie kann ein Investor eine Übernahme vorhersehen, bevor sie verkündet wird? Es ist natürlich unmöglich, das mit Sicherheit zu wissen, aber hier sind ein paar Anzeichen dafür.

1. Dominanz über ein wichtiges Marktsegment, was für die größeren Rivalen nicht so einfach replizierbar ist

Die sicherste Möglichkeit, um die Aufmerksamkeit eines kaufwilligen Unternehmens auf sich zu ziehen, ist ein Marktsegment einzunehmen, das ein größerer Wettbewerber braucht. Es ist auch wichtig, dass es teuer und zeitaufwändig für den größeren Wettbewerber wäre, diesen Erfolg nachzubilden.

BILDQUELLE: DISNEY.

BILDQUELLE: DISNEY.

Ein gutes Beispiel dafür ist Disney (WKN:855686) mit seiner Übernahmen von Marvel für 4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009. Zu diesem Zeitpunkt war der Mäusekonzern bei vielen wichtigen Bevölkerungsgruppen vertreten. Von Hannah Montana bis hin zu den Spielzeugen hatte Disney ein starkes Angebot für Mädchen, aber das Angebot für Jungs war verglichen damit eher schwach. Mit seinen 5.000 Comicbuchcharakteren war Marvel die perfekte Lösung.

Es gibt auch noch andere Beispiele in anderen Industriezweigen. Im Lebensmitteleinzelhandel entschied sich Kroger (WKN:851544) zum Beispiel den regionalen Rivalen Harris Teeter 2014 zu kaufen, anstatt seine eigene Präsenz im Südosten der USA aufzubauen. Kroger wollte auch sein Onlinegeschäft entwickeln und entschloss sich deshalb dazu, das nötige Wissen und die Erfahrung einfach zu kaufen.

Dasselbe gilt für den Videospielhersteller Activision Blizzard, der gerade erst King Digital gekauft hat, um sofort im mobilen Spielemarkt präsent zu sein.

2. Die operativen Trends verschlechtern sich im Vergleich zu viel größeren Konkurrenten

Ironischerweise könnte ein Unternehmen auch zum Übernahmeziel werden, wenn die operativen Ergebnisse sich im Vergleich zu etablierten Rivalen verschlechtern. Das liegt nicht nur daran, weil diese Verschlechterung auch mit einem Einbruch des Aktienkurses einhergeht (obwohl das natürlich hilfreich ist), sondern führt dazu, dass das Unternehmen einer Partnerschaft mit einem größeren Unternehmen auch offener gegenüber steht.

Das spielte auch eine Rolle bei der Übernahme von Marvel durch Disney, da Marvel zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten damit hatte, genug Geld aufzubringen, um die Blockbuster-Filme Iron Man und Hulk zu finanzieren.

BILDQUELLE: THE FRESH MARKET.

BILDQUELLE: THE FRESH MARKET.

Ein weiteres Beispiel wäre die aktuelle Nachricht, dass der Lebensmittelspezialhändler The Fresh Market (WKN:A1CYYW) von Kroger übernommen wird. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr Schwierigkeiten. Daher verschlechterten sich die Umsätze und das Gewinnwachstum.

Die Bosse beschrieben die Situation im letzten Sommer wie folgt. „Die Ergebnisse des zweiten Quartals spiegeln die Änderungen bei unseren Preisen und die Werbeinvestitionen wieder, die in einem schwierigen Makroumfeld weniger effektiv waren, als erwartet.“

Zur selben Zeit meldete Kroger überraschend starke Ergebnisse und erhöhte den eigenen Ausblick für das Jahr. Diese beiden gegenläufigen Trends legen nahe, dass The Fresh Market sich deutlich bessern entwickeln könnte, wenn das Unternehmen größer wäre und mehr Kapital zur Verfügung hätte. Das ist guter Boden für eine potenzielle Fusion oder Übernahme.

3. Das Management beginnt, über Optionen zu sprechen

Wenn das Management davon spricht „finanzielle Optionen abzuwägen“, dann ist das der Code für „wir bieten unser Unternehmen potenziellen Käufern an.“

Der DVD-Verleih Outerwall (WKN:A1W1XZ) hat verkündet, das Management habe „einen Prozess gestartet, um die strategischen und finanziellen Alternativen zur maximalen Erhöhung des Shareholder Value auszuloten.“ Daraufhin sprang die Aktie, da die Investoren darauf spekulieren, dass Outerwall bald übernommen wird.

Wie die genannten Beispiele zeigen, ist die Vorhersage von Übernahmen mehr eine Kunst als eine exakte Wissenschaft. Daher sollte das niemals die einzige Grundlage für eine Investitionsentscheidung sein. Es ist aber immer gut, sich dessen bewusst zu sein, dass ein Unternehmen gekauft werden könnte und zu verstehen, was das Management dazu bewegt, solche Optionen in Betracht zu ziehen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Activision Blizzard and Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Demitrios Kalogeropoulos  auf Englisch verfasst und wurde am 17.04.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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