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Warum die Gesamtkapitalrendite für erfolgreiche Investoren so wichtig ist

Foto: Pixabay, geralt

Eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Unternehmensbewertung ist zu Recht die Eigenkapitalrendite. Allerdings solltest du die Eigenkapitalrendite immer in Verbindung mit der Gesamtkapitalrendite betrachten.

Die Eigenkapitalrendite – leider nur die halbe Wahrheit

Wichtig ist erst einmal Folgendes: Jedes Unternehmen der Welt braucht, wie du und ich auch, Geld, um am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Wie du und ich, kann ein Unternehmen eigenes Geld einsetzen (Eigenkapital), welches das Unternehmen entweder von seinen Anteilseignern erhalten oder selbst verdient hat, oder das Geld anderer Leute (Fremdkapital) verwenden.

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Das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft setzt sich also aus dem eingebrachten Kapital der Aktionäre und einbehaltenen Gewinnen zusammen.

Lassen wir die Theorie hinter uns und widmen uns einem einfachen Beispiel: Das Unternehmen „Safety First“ und das Unternehmen „No Risk No Fun“ sind zwei sehr ähnliche Unternehmen und benötigen jeweils eine Million Euro, um ihr Geschäft zu betreiben. Das Unternehmen „Safety First“ hat 500.000 Euro von seinen Anteilseignern eingesammelt und nur die Hälfte mit Fremdkapital finanziert. Das Unternehmen „No Risk No Fun“ hingegen hat nur 250.000 Euro von seinen Aktionären eingesammelt und 750.000 Euro von der Bank erhalten.

Obwohl beide Unternehmen eigentlich gleich viel Gewinn erwirtschaften, bleibt bei „No Risk No Fun“ etwas weniger hängen, da es für den größeren Kredit auch etwas mehr Zinsen an die Bank abdrücken muss. Dennoch hat das Unternehmen eine höhere Eigenkapitalrendite.

„Safety First“ „No Risk No Fun“
Eigenkapital 500.000 Euro 250.000 Euro
Jahresüberschuss 50.000 Euro 40.000 Euro
Eigenkapitalrendite 10 % 16 %

Warum ich dennoch mein Geld eher in das Unternehmen „Safety First“ investieren würde, erkennst du, wenn du dir die Gesamtkapitalrendite anschaust und dir Gedanken über die Risiken und die Zukunftschancen der beiden Unternehmen machst.

Die Gesamtkapitalrendite – die ganze Wahrheit

Bei der Gesamtkapitalrendite wird, wie der Name vermuten lässt, das Gesamtkapital betrachtet. Als Gegengröße sollte man allerdings den Jahresüberschuss um die Zinszahlungen für das Fremdkapital erhöhen. Denn mit dem eingesetzten Kapital sollten mindestens die Zinsen für das Fremdkapital erwirtschaftet werden.

Diese Rechnung sieht nun so aus:

„Safety First“
„No Risk No Fun“
Gesamtkapital 1.000.000 Euro 1.000.000 Euro
Jahresüberschuss 50.000 Euro 40.000 Euro
Zinsen 20.000 Euro 30.000 Euro
Jahresüberschuss zzgl. Zinsen 70.000 Euro 70.000 Euro
Gesamtkapitalrendite 7 % 7 %

Die Gesamtkapitalrenditen sind also bei beiden Unternehmen exakt gleich hoch. Dennoch bleibe ich bei meiner Einschätzung von oben und würde aufgrund der größeren Chancen und den geringeren Risiken eher in das Unternehmen „Safety First“ investieren.

Wieso wegen der größeren Chancen? Stell dir mal vor, für beide Unternehmen ergibt sich eine grandiose neue Geschäftsmöglichkeit. Um diese zu ergreifen müssten beide Unternehmen aber zunächst einmal 250.000 Euro investieren. Da beide Unternehmen keine Kapitalerhöhung durchführen möchten, bleibt nur noch der Gang zur Bank. „Safety First“ hat sicherlich weniger Probleme Fremdkapital aufzunehmen als „No Risk No Fun“, das bereits deutlich höher verschuldet ist. Das Unternehmen „Safety First“ hat also wesentlich mehr Möglichkeiten neue Geschäftschancen zu ergreifen als das andere Unternehmen.

Und wieso wegen der geringeren Risiken? Das Problem ist, dass die Zinszahlungen jedes Jahr anfallen, egal wie die Auftragslage des Unternehmens ist. Kommen die Unternehmen in Schwierigkeiten und die Umsatzerlöse verringern sich entsprechend, dann muss „No Risk No Fun“ trotzdem 10.000 Euro mehr Zinsen bezahlen als „Safety First“. Das Unternehmen „Safety First“ kann Umsatzeinbußen also etwas besser verkraften als das andere Unternehmen.

Wie hoch sollten Eigenkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite sein?

Eine einfache Antwort auf diese Frage wäre natürlich „so hoch wie möglich!“. Aber wie bereits anhand der beiden Beispiel-Unternehmen beschrieben, ist bei der Eigenkapitalrendite höher nicht immer besser.

Eine bessere Antwort ist daher, dass die Eigenkapitalrendite deinen Vorstellungen entsprechen sollte. Du musst also für dich entscheiden, welche Rendite das Unternehmen auf dein Kapital erwirtschaften sollte. Dabei solltest du insbesondere die jeweilige Branche und den Grad der Fremdfinanzierung im Auge behalten.

Für die Gesamtkapitalrendite gibt es neben deinen persönlichen Ansprüchen noch eine andere Richtgröße: die gewichteten Kapitalkosten des Unternehmens. Diese Kennzahl verwenden Unternehmen, um den wirtschaftlichen Erfolg zu messen. Dabei wird aus den Verzinsungsansprüchen der Eigenkapitalgeber und den Kosten des Fremdkapitals ein gewichteter Durchschnittszinssatz ermittelt. Die Gesamtkapitalrendite sollte unbedingt diesen gewichteten Zinssatz übersteigen.

Teilweise veröffentlichen die Unternehmen ihre gewichteten Kapitalkosten im Geschäftsbericht. Also: Suche beim nächsten Geschäftsbericht, den du liest, nach den gewichteten Kapitalkosten und vergleiche diese mit der Gesamtkapitalrendite.

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