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Warum ich gerne in Nestlé investieren würde – und es doch nicht tue

Foto: pixabay

Nestlé (WKN:A0Q4DC) ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt. Von After Eight bis Yes-Törtchen, mit mehr als 2.000 Marken ist das Unternehmen in 197 Ländern präsent und erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 91,6 Milliarden Schweizer Franken oder ca. 84 Milliarden Euro. Was Nestlé so besonders gut für langfristige Anleger macht und warum ich aber trotzdem nicht investiere, erfährst du hier.

Global, regional, lokal

Mehr als eine Milliarde Menschen kaufen täglich Produkte der Schweizer. Dabei geht das Unternehmen die einzelnen Märkte ganz gezielt an. Neben den globalen Marken gibt es Produkte, die nur in einer bestimmten Region vertrieben werden. Einige Marken haben sogar nur lokale Bedeutung. Diese Diversifikation hat unter anderem den Vorteil, Testmärkte bespielen zu können, bevor man ein neues Produkt weltweit einführt. Produziert wird direkt vor Ort in über 80 Ländern, wenn möglich mit den örtlichen Rohstoffen. Das schafft Nähe und Konsumentenvertrauen.

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Starke Marken – Billionaire Brands

Unter den Konzernmarken befinden sich rund 30 sogenannte „Billionaire Brands“. Das sind Handelsmarken, die mehr als eine Milliarde Schweizer Franken Umsatz erzielen. Dazu zählen unter anderem Nestlé, Nescafe, KitKat, Maggi, Nesquik, Milo und Purina.

Ständige Weiterentwicklung

Seit einigen Jahren verfolgt Nestlé eine neue Strategie: weg vom reinen Nahrungsmittelkonzern, hin zum Wellness-Unternehmen. Der Firmenslogan „Good Food, Good Life“ soll zum Ausdruck bringen, was Nestlé damit meint: mehr Lebensqualität für die Konsumenten, denen gesündere Nahrungsmittel- und Getränkeoptionen geboten werden. Die Schweizer verbessern bestehende Produkte, indem sie zum Beispiel Fett und Salz reduzieren, dafür mehr Nährstoffe zugeben.

Auch die Dividende entwickelt sich weiter

Im Zeitraum von 2000 (0,28 Euro je Aktie) bis 2015 (2,11 Euro je Aktie) stieg die Dividende kontinuierlich an, wobei sich das Wachstum seit der Jahrtausendwende beschleunigt hat. Über den betrachteten Zeitraum errechnet sich eine jährliche Steigerungsrate von im Durchschnitt 14,3 %. Der Titel ist also keineswegs renditearm, zum aktuellen Kurs von etwa 65 Euro (15.04.2016) würde eine gleichbleibende Dividende eine Dividendenrendite von 3,2 % bedeuten. Das kann sich sehen lassen. Damit ist der Marken-Gigant aus der Schweiz ein ideales Basisinvestment und macht sich gut in jedem defensiv ausgerichteten Depot.

Was mir an Nestlé gefällt – und was nicht

Starke Marken, ständige Weiterentwicklung und innovative neue Produkte – das spricht für ein gutes und erfolgreiches Management. Dazu noch eine laufende Steigerung von Umsatz und Gewinn und kontinuierlich steigende Dividendenzahlungen – was will ein Anlegerherz mehr? Wegen des besonders niedrigen Verlustrisikos ist das Papier deshalb auch für diejenigen Anleger geeignet, die kein großes Risiko eingehen wollen.

Man könnte ruhigen Gewissens in Nestlé investieren und sich eines rentablen Investments relativ sicher sein – wenn man kein Gewissen hätte. Nestlé gehört zu den Konzernen, die immer wieder durch ihr Geschäftsgebaren, zum Beispiel wegen des Einsatzes gentechnisch veränderter Zutaten oder von Kinderarbeit, bei Umweltschützern als auch bei Menschenrechtsgruppen in die Kritik gekommen sind. Auf der eigenen Website ziert sich Nestlé mit Preisen für nachhaltige Herstellung und mit freundlichen Erwähnungen u. a. von Greenpeace und Oxfam. Wer dagegen die Liste der Links zu kritischen Berichten auf Wikipedia vergleicht, muss sich schon fragen, was Versprechen und was Wirklichkeit ist.

Ich würde ja so gerne …

Sollte es Nestlé gelingen, seine 38 internationalen Nachhaltigkeits-Verpflichtungen einzulösen und meine Bedenken zu zerstreuen, würde ich gerne in das Unternehmen investieren. Die weltweit agierenden Schweizer scheinen auf einem guten Weg zu sein. Derzeit reicht es aber leider nur für die „zu Beobachten“-Liste.

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Werner Block besitzt keine Aktien von Nestlè. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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