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Kopf an Kopf: Warren Buffett versus Peter Lynch

Quelle: The Motley Fool.

Ist es Tiger Woods versus Jack Nicklaus? Oder Messi versus Ronaldo? Nein, dies ist der Kampf der zwei wohl größten Investoren aller Zeiten. Wird sich das Orakel von Omaha die Krone sichern oder ist Peter Lynch der Wachstumsguru, dem man folgen sollte?

Warren

Warren Buffett ist der Sohn eines Börsenmaklers aus Omaha, Nebraska. Schon im Alter von sechs Jahren verkaufte er Flaschendeckel in seiner Heimatstadt. Später lieferte er Zeitungen aus. Seit seiner Teenagerzeit und seinen frühen 20ern spielte er am Aktienmarkt, lernte das Auswählen bestimmter Aktien von Value-Investing-Legende Benjamin Graham.

Er kaufte sich in eine fast bankrotte Textilfabrik namens Berkshire Hathaway ein. Durch kluge und einsichtige Investitionen und Deals, bei denen er Vermögenswerte in ungeliebten Unternehmen zu Spottpreisen kaufte, hat er daraus eines der größten Unternehmen der Welt gemacht.

Er erkannte Trends früh, bemerkte, dass in Amerika ein Konsumboom im Gange war und kaufte sich in Giganten wie Coca-Cola und Procter & Gamble ein. Zu weiteren Erfolgen zählten die Washington Post, der Versicherer Geico und weniger bekannte Unternehmen, die die meisten Investoren gemieden hatten, die aber über eigene Stärken verfügten, welche Buffett erkannte.

Value Investing war seine Stärke und seine berühmtesten Worte sind heute fast schon ein Klischee: Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Das heißt, man sollte kaufen, wenn Unternehmen nicht mehr in der Gunst stehen und für wenig Geld zu haben sind, und verkaufen, wenn alle einsteigen.

Und dieser Ansatz funktionierte relativ gut. Von 1965 bis 2015, durch Bullenmärkte und Bärenmärkte, lieferte Berkshire Hathaway eine jährliche Durchschnittsrendite von 19,2 %. Buffetts Reinvermögen beträgt heute 66,7 Milliarden US-Dollar. Nicht schlecht für einen der Mittelschicht angehörenden Jungen aus Nebraska.

Peter

Peter Lynch ist in einer armen Einelternfamilie aufgewachsen und begann als Praktikant bei Fidelity, nachdem er als Caddy für Fidelitys Präsidenten D George Sullivan gearbeitet hatte. Im Jahr 1977 übernahm er die Leitung des Magellan Fund, ein unbekannter Investmentfonds mit einem Vermögenswert von gerade einmal 18 Millionen US-Dollar. Er war nur einer von Dutzenden Fondsmanagern des Unternehmens, aber als er seine Funktion 1990 aufgab, betrug das Fondsvermögen von Magellan mehr als 14 Milliarden US-Dollar.

Peter ritt die Welle steigender Aktienkurse der 1980er Jahre, aber was mich an seinem Erfolg verblüfft, ist, dass er als Fondsmanagern vor dem noch größeren Bullenmarkt in den 1990er Jahren zurücktrat. Trotzdem erreichte er eine jährliche Rendite von 29,2 %. Demnach steigerte er im Prinzip den Wert seines Portfolios 14 Jahre lang um fast ein Drittel pro Jahr – eine erstaunliche Leistung.

Wie hat Peter Lynch investiert? Das Interessante ist, dass er im Vergleich zu Buffett auf genau entgegengesetzte Weise investierte. Während Buffett ein Value Investor war, der Blue-Chip-Giganten wählte, die zur jeweiligen Zeit gerade aus der Gunst gefallen waren, war Lynch ein Wachstumsinvestor, der sich darauf spezialisierte, sich in kleine schnell wachsende Unternehmen einzukaufen.

Während Buffett über bedeutende Beteiligungen an vielleicht ein paar Dutzend Unternehmen verfügte, besaß Lynch irgendwann buchstäblich Hunderte Positionen in kleinen Unternehmen. Und das musste er auch. Überleg mal, wie viele 10 Millionen US-Dollar hohe Beteiligungen an Wachstumsunternehmen du brauchst, um 14 Milliarden US-Dollar zu verdienen. Mehr als tausend. Was seine Leistung noch beeindruckender macht.

Foolishes Fazit

Wer also gewinnt? Na ja, beim Investieren geht es darum, Geld zu verdienen. Und Peter Lynch war lediglich ein Mitarbeiter von Fidelity; er tendierte nicht dazu, ein eigenes großes Investmentportfolio zu besitzen. Deshalb wird der Wert der Lynch Foundation nur auf 125 Millionen US-Dollar geschätzt, während sich Buffetts Reichtum auf zig Milliarden Dollar beläuft und er einer der reichsten Männer der Welt ist.

Peters Rendite ist höher, aber bezieht sich auf einen kürzeren Zeitraum. Buffett machte einfach weiter. Und das Ergebnis ist ein Erbe, das als eines der größten Vermächtnisse an Wohltätigkeitsorganisationen in die Geschichte eingeht. Warren macht das Rennen.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und Coca-Cola. The Motley Fool empfiehlt Procter & Gamble.

Dieser Artikel wurde von Prabhat Sakya auf Englisch verfasst und am 7.4.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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