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Warum du dir Merck genauer anschauen und bei RWE abwarten solltest

Foto: Flickr-User James Manners

Der DAX (WKN:846900) landete in der letzten Handelswoche deutlich im Minus. Merck (WKN:659990) mit einem Plus von 4,9 % und RWE (WKN:703712) mit einem Plus von 2,6 % konnten sich dem Abwärtssog des Marktes dennoch entziehen. Was war los und was bedeutet das für uns als Investoren?

Was ist los bei Merck?

Beim einstmaligen Pharma- und Chemiekonzern Merck hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Durch kräftige Ver- und Zukäufe von Unternehmensteilen sieht sich der Konzern nun als „ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials“.

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Die vielen Übernahmen in den vergangenen Jahren hinterlassen leider auch Spuren in der Bilanz. Die langfristigen Vermögenswerte haben sich seit 2011 beinahe verdoppelt. Leider haben sich die langfristigen Finanzschulden ebenfalls mehr als verdoppelt. Eine höhere Verschuldung ist im Grunde nicht unbedingt nachteilig, sofern die operativen Gewinne des Unternehmens im gleichen Umfang ansteigen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte aber leider nur um etwa 60 % gesteigert werden.

Dennoch trieb die starke Expansion den Aktienkurs des Unternehmens auf über 100 Euro. Seit einem Jahr geht es nun aber deutlich nach unten. Derzeit steht der Kurs bei 76,60 Euro (Stand 08.04.2016) und damit mehr als 20 % unter den damaligen Höchstständen

Was ist los bei RWE?

Sinkende Stromgroßhandelspreise machen RWE das Leben seit einiger Zeit deutlich zu schaffen. Einstmals hochprofitable Kraftwerke werfen seit einiger Zeit kaum noch Gewinne ab. Milliardenabschreibungen waren die Folgen.

Nun möchte sich RWE-Chef Terium mit der Aufspaltung des Konzerns in eine alte und eine neue RWE den „nötigen Rückenwind verschaffen“. In der alten RWE sollen die Kraftwerke und der Energiehandel verbleiben – also exakt die Unternehmensbereiche, die von den sinkenden Großhandelspreisen betroffen sind.

In der neuen RWE, die am 01.04.2016 offiziell seine Geschäfte aufgenommen hat, werden die Geschäfte mit Erneuerbaren Energien, Netzen und dem internationalen Vertrieb zusammengefasst. Der Börsengang der neuen Gesellschaft soll zum Jahresende 2016 im Zuge einer Kapitalerhöhung erfolgen. Zunächst sollen aber nur etwa 10 % der Anteile der neuen RWE an der Börse handelbar sein.

Warum solltest du dir Merck genauer anschauen?

Schaut man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Jahres 2015 an, so wird einem etwas schwindelig. Bei einem Jahresüberschuss pro Aktie von 2,56 Euro und einem aktuellen Kurs von 76,60 Euro ergibt sich ein KGV von fast 30.

Allerdings sollte man bedenken, dass die 2015er Zahlen deutlich von Sondereffekten beeinflusst wurden. Beispielsweise Integrationskosten von knapp 80 Mio. Euro, Restrukturierungsaufwendungen von knapp 50 Mio. Euro und Sondereinflüsse aufgrund von Zukäufen in Höhe von etwa 130 Mio. Euro.

Ohne diese Sondereffekte ergibt sich ein komplett anderes Bild. Das bereinigte Ergebnis pro Aktie betrug 4,87 Euro, was ein KGV von knapp 16 ergibt. Zusätzlich lockt eine Dividendenrendite von 1,4 %. Die Rendite ist aktuell zwar nicht wahnsinnig hoch, die Ausschüttungsquote allerdings sehr niedrig und auch die künftigen Wachstumsaussichten der einzelnen Geschäftsbereiche lassen Raum für künftige Dividenden- und Kurssteigerungen.

Auf was solltest du bei RWE warten?

Wenn du dich zum jetzigen Zeitpunkt an RWE beteiligst, dann bist du zwangsläufig sowohl an der neuen als auch an der alten RWE beteiligt. Durch die bereits angekündigte Kapitalerhöhung Ende 2016 läufst du zudem Gefahr, dass deine Anteile an der neuen RWE verwässert werden, sofern du zu diesem Zeitpunkt nicht nochmal Geld in das Unternehmen investieren möchtest.

Daher spricht meiner Meinung nach vieles dafür, zunächst abzuwarten, bis die Abspaltung der alten RWE vollzogen ist. Dann kannst du für dich entscheiden, an welchem Unternehmen du dich gerne beteiligen möchtest: An der neuen RWE, die laut Chef Terium „den Energiemarkt der Zukunft gestalten möchte“ oder an der alten RWE mit dem Kraftwerks- und Handelsgeschäft.

Erste spannende Einblicke in die neue RWE dürften die anstehenden Quartalsberichte und die für Sommer erwartete Präsentation des neuen Firmennamens sowie des Markenauftritts liefern.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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