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Ebola kann uns Investoren eine wichtige Lektion über die Wirtschaftlichkeit lehren

Foto: Pixabay, DarkoStojanovic

Etwas mehr als zwei Jahre sind vergangen, seit die Angst vor der Ebola-Pandämie die Welt erschütterte. Aber laut der Weltgesundheitsorganisation wird der Ebola-Virus nicht mehr als internationale Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen. Das ist das Zeugnis einer grenzübergreifenden Kooperation, da die Krankheit primär in unterentwickelten Ländern in Westafrika wie Guinea, Liberia und Sierra Leone auftritt.

Bis März 2016 wurden insgesamt 28.646 Ebolafälle gemeldet, die zu 11.323 Todesfällen geführt hatten. Die Sterberate von 40 % ist ein Aspekt, der diese Krankheit so unglaublich furchteinflößend gemacht hat.

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Die andere besorgniserregende Komponente von Ebola war die potenziell lange Inkubationszeit. Obwohl die Krankheit nur verbreitet werden konnte, wenn jemand auch fiebrig war, so konnte der Virus selbst eine Person befallen und erst nach 21 Tagen Inkubationszeit nach der Infektion hervortreten, Das machte es extrem schwierig Ebolakandidaten in Westafrika unter Quarantäne zu stellen.

BILDQUELLE: FLICKR USER UNMEER.

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Die gemischten klinischen Ergebnisse

Das größte Problem dabei könnte darin bestehen, dass es aktuell keine Heilung gibt. Auf dem Höhepunkt der Epidemie machte sich mehr als ein Dutzend Medikamentenhersteller daran, eine Impfung zu entwickeln, die hoffentlich die Krankheit heilen würde. Einige blamierten sich damit.

Arbutus Biopharma (WKN:A14XMD), bis letzten Juli als Tekmira Pharmaceuticals bekannt, war einer der Favoriten in diesem Rennen. Trotzdem beendete Arbutus im Juni seine Versuche im mittleren Stadium, nachdem man festgestellt hatte, dass das Medikament wohl keine therapeutischen Vorteile bringen würde.

Die Aktie von Arbutus hat seit der Bekanntgabe dieser enttäuschenden Ergebnisse mehr als 70 % ihres Wertes verloren.

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Andere Versuche waren aber ziemlich erfolgreich. Besonders würde ich hier den Impfstoff von NewLink Genetics(WKN:A1JH4X) und Merck(WKN:659990) mit dem Namen rVSV-ZEBOV anführen, der in den Phase-3-Studien letztes Jahr statistisch bedeutende Wirkung gezeigt hat.

Der Versuch, der in The Lancet veröffentlicht und von der WHO gesponsort worden war, umfasste 7.651 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt worden waren. Die erste Gruppe wurde sofort mit rVSV-ZEBOV geimpft, während die zweite Gruppe zeitverzögert geimpft wurde. Eine Interimsanalyse zeigte, dass die erste Gruppe nach 10 Tagen in keinem Fall infiziert war, während bei der zweiten Gruppe mit der verzögerten Impfung 16 Fälle einer Ebolainfizierung im selben Zeitraum auftraten.

Einfach gesprochen, rVSV-ZEBOV zeigte eine 100-%ige Wirkung und es sah so aus, als hätten NewLink Genetics und Merck es allen anderen gezeigt.

Da sind wir nun mehr als ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der Zwischenergebnisse und kein einziger Medikamentenhersteller hat den Papierkram bei einer Regulierungsbehörde auf diesem Planeten eingereicht, um eine Ebolaimpfung oder ein entsprechendes Medikament auf den Markt zu bringen. Du fragst dich vielleicht warum? Die einfache Antwort ist die Wirtschaftlichkeit.

Der Grund, warum es keine zugelassene Ebolaimpfung auf dem Markt gibt

Die Pharmaunternehmen sind im Geschäft, um das Leben der Leute im Inland und weltweit zu verbessern. Die große Mehrheit der Hersteller (zumindest der großen) bietet ihre Produkte auch für karitative Nutzung an. Das bedeutet, sie spenden ihre Medikamente an diejenigen, die sich in Not befinden und sie sich nicht leisten können.

EBOLAVIRUS AUS BLUTPROBE IN MALI. BILDQUELLE: NIAID VIA FLICKR.

Die Pharmaunternehmen sind aber von Natur aus keine Wohltätigkeitsorganisationen. Sie brauchen Kapital, um zu überleben. Sie brauchen es, um neue Therapien im Labor entwickeln zu können, um sie in die präklinischen Studien und in die klinischen Studien zu bringen.

Sie brauchen es, um die Mitarbeiter zu bezahlen, die bestehenden Produkte zu vermarkten, um Anwälte zu bezahlen, um ihr geistiges Eigentum zu schützen und um die Gebühren bei der FDA und anderen Behörden zu bezahlen, damit ihre Medikamente überhaupt auf eine Zulassung hin geprüft werden.

Das bedeutet wie bei jedem anderen Unternehmen, dass Entscheidungen getroffen werden müssen, bei welchen Therapien die Entwicklung wirtschaftlich sinnvoll ist und bei welchen nicht. Der allgemeine Konsens aufgrund fehlender Anträge ist, dass ein Ebolaimpfstoff oder ein Medikament einfach wirtschaftlich nicht tragbar ist.

Im Januar hatte GAVI, die Impfallianz, angekündigt, man habe Merck und NewLink 5 Millionen US-Dollar in Form einer Vorkaufverpflichtung für den Impfstoff gegeben. Die Bedingungen beinhalten, dass Merck bis Ende 2017 die Zulassung der Regulierungsbehörden übermitteln müsse und dass für klinische Tests und andere mögliche kurzfristige Ausbrüche 300.000 Dosen bis Mai diesen Jahres zur Verfügung stehen müssten.

Sollten Merck und NewLink ihren Teil der Vereinbarung erfüllen, würde GAVI vermutlich das Medikament auf Vorrat kaufen, um den nächsten Ausbruch der Krankheit zu verlangsamen oder zu verhindern. Anscheinend war solch eine Vorkaufvereinbarung nötig, um Merck und NewLink dazu zu bringen, ihren Impfstoff fertigzustellen.

BILDQUELLE: PIXABAY.

Wirtschaftlichkeit ist unabdingbar

Was können wir daraus lernen? Die Medikamentenhersteller sorgen sich um das Wohlbefinden der Kunden, aber sie müssen auch ihre Rechnungen bezahlen. Wenn man eine Krankheit mit Pandämiepotenzial bewertet, dann muss man aber schon tief nachbohren, um zu verstehen, welches Marktpotenzial das haben könnte.

Im Fall von Ebola schien es nicht so, als würden die Regierungen dieser Welt Millionen von Impfungen oder ein Medikament für nötig halten, um diese Krankheit abzuwehren (die Reaktion der Gesundheitsorganisation war ja so stark). Die Bewertungen für die sogenannten „Ebola-Aktien” waren also von Anfang an nicht fundiert.

Infektionskrankheiten kommen und gehen und mutieren nur selten. Das bedeutet, dass die Entwickler kaum Umsätze generieren, wenn sie sich auf eine einzelne Krankheit konzentrieren. In einfachen Worten, der Ebolaimpfstoff wäre nie ein gewinnträchtiges Medikament gewesen. Trotzdem haben die Investoren einige Unternehmen um hunderte von Millionen oder sogar Milliarden in die Höhe schnellen lassen, unter der Annahme, dass diese Impfstoffe eine Geldmaschine wären.

Bevor du also eine Aktie kaufst, die die Speerspitze im Angriff auf eine bisher unbehandelte Infektionskrankheit mit Pandämiepotenzial darstellt, solltest du dir die Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen, das das Medikament entwickelt, genau ansehen und erst dann entscheiden, ob es wirklich eine Gelegenheit gibt, in die man investieren kann. In den meisten Fällen wird es wahrscheinlich keine geben.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 03.04.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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