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Tesla Motors Model 3 sollte diese drei deutschen Automobilhersteller das Fürchten lehren

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

In den Medien wird viel darüber diskutiert, wie Tesla Motors (WKN:A1CX3T) Model 3 im Vergleich zum Chevrolet Bolt von General Motors (WKN:A1C9CM) abschneidet. Bloomberg ging sogar soweit und bezeichnete GM jetzt als Teslas „Elektro-Feind“, da der Bolt und das Model 3 auf dem Papier viele Gemeinsamkeiten haben.

Ich verstehe, weshalb diese zwei Fahrzeuge so gerne verglichen werden. Stand heute sind der Bolt und das Model 3 die einzigen zwei voll-elektrischen Fahrzeuge, die in naher Zukunft in Serie gehen sollen und über eine Reichweite von über 200 Meilen (322 km) und einen Massenmarkt-tauglichen Preis verfügen.

Aber ich glaube, dass dieser Vergleich unangebracht ist. Zwar scheint es so gut wie sicher, dass einige Verbraucher sich genau zwischen diesen zwei Fahrzeugen entscheiden werden, jedoch ist es weder Tesla noch GM gegenüber fair, das Model 3 direkt mit dem Bolt zu vergleichen. Sieht man von den sehr ähnlichen Daten bezüglich des Antriebs und des Verkaufspreises ab, so handelt es sich um zwei äußerst unterschiedliche Fahrzeuge. Das eine ist eine sehr elegante und sportliche Luxus-Limousine und das andere Fahrzeug ist ein geradliniger Crossover-Geländewagen, der für den Stadtverkehr und das Ride-Sharing konzipiert wurde.

Teslas kommende Model-3-Limousine hat es auf die deutschen Luxusschlitten-Riesen abgesehen – und diese sollten sich in Acht nehmen. Bildquelle: Tesla Motors

Teslas kommende Model-3-Limousine hat es auf die deutschen Luxusschlitten-Riesen abgesehen – und diese sollten sich in Acht nehmen. Bildquelle: Tesla Motors

Es gibt allerdings noch drei andere Automobilkonzerne, denen das Model 3 Sorgen bereiten sollte. Denn für die drei stellt jede der bereits 276.000 eingegangenen Bestellungen für Teslas neustes Model ein versäumtes Geschäft dar. Und zwar aus folgendem Grund:

Diese drei Unternehmen sollten sich vor dem neuen Tesla in Acht nehmen

Ich ziele auf die deutschen Automobil-Luxuswagenhersteller BMW (WKN:519000), Daimlers  (WKN:710000) Mercedes-Sparte und Volkswagens (WKN:766403) Tochter Audi (WKN:675700) ab.

Bei einem Absatz von gerade einmal 50.000 Fahrzeugen im Jahr 2015 ist Tesla immer noch weit davon entfernt, ernsthaft mit den globalen Automobil-Riesen, deren Absatzzahlen sich alle samt im siebenstelligen Bereich befinden, konkurrieren zu können. Aber wie es Tesla selbstbewusst in seinem Aktionärsbrief zum Abschluss des vierten Quartals anmerkte, hat der US-Absatz der Model-S-Limousine die direkt vergleichbaren Limousinen der deutschen Automobilhersteller, die lange Zeit die Vorherrschaft auf dem globalen Luxusmarkt inne hielten, weit hinter sich gelassen.

 Diese Graphik aus Teslas Aktionärsbrief zum vierten Quartal vergleicht den Absatz des Model S mit dem seiner direkten Rivalen. Quelle: Tesla Motors


Diese Graphik aus Teslas Aktionärsbrief zum vierten Quartal vergleicht den Absatz des Model S mit dem seiner direkten Rivalen. Quelle: Tesla Motors

Jede dieser drei Firmen hat sich 2015 wacker geschlagen; natürlich hatten sie das zum Teil auch anderen Fahrzeugen aus ihrem Portfolio zu verdanken (insbesondere den Luxus-Geländewagen). Aber für BMW, Audi und Mercedes-Benz bilden Limousinen das Kerngeschäft – und Kompaktlimousinen gelten seit jeher als die Stützsäulen dieser Unternehmen.

Die Frage ist also folgende: Wie wird sich der neue Baby-Tesla im Vergleich zu BMWs viel gepriesenem 3er und den anderen deutschen Konkurrenten schlagen?

Wie das Model 3 die Luxus-Limousinenbranche verändern wird

Teslas CEO Elon Musk sagte vergangenen Sonntag, dass bei seinem Unternehmen 276.000 „Bestellungen“ für die Model-3-Limousine, die letzte Woche vorgestellt wurde, eingegangen sind.

Angenommen Teslas Produktionszahlen steigen an, wie es sich das Unternehmen erhofft. Wie werden dann diese Bestellungen 2018, in dem Jahr, in dem die Auslieferung vermutlich frühestens beginnend wird, in US-Verkäufe umgewandelt? Treffen wir für diese Prognose doch zunächst folgende drei Annahmen:

  1. Nehmen wir an, 75 % der Model-3-Bestellungen werden „realisiert“. Dies bedeutet, dass die Besteller, wenn sie an der Reihe sind, auch tatsächlich ein Model 3 kaufen.
  2. Nehmen wir an, dass all diese Fahrzeuge 2018 ausgeliefert werden (und sämtliche zusätzlichen Bestellungen 2019 oder später ausgeliefert werden).
  3. Nehmen wir an, dass die Hälfte des Absatzes auf den US-Markt entfällt. (Mehr als die Hälfte der im Jahr 2015 verkauften 50.557 Teslas wurde an Kunden in den USA ausgeliefert.)

Unter diesen drei Annahmen würden 2018 ungefähr 103.500 Model 3 an US-Kunden ausgeliefert werden. Und wie sieht es bei den deutschen Autobauern aus?

Orientiert man sich an den Absatzzahlen von 2015, scheint es ziemlich ausgeglichen.

2015 2014 Änderung
BMW 3er und 4er 140.609 142.232 -1,1%
Mercedes-Benz C-Klasse 86.080 75.065 +14,7%
Audi A4 und A5 41.947 50.613 -17,1%

Wie du siehst, würde Teslas Model 3 mit der von uns hochgerechneten Absatzmenge für 2018 in diesem Segment im Jahr 2015 an zweiter Stelle stehen. Nur der Gesamtabsatz von BMWs viertürigem 3er und zweitürigem 4er stünde dann noch vor Tesla. Und natürlich spiegelt das nicht unbedingt die Realität wieder, da Tesla sich vermutlich einige Marktanteile von den Deutschen krallen würde.

Aber selbst, wenn der neue Tesla sich nicht all zu viele Absätze von den deutschen Autobauern wegschnappen kann, stellt er immer noch eine wertvolle Chance dar, sich über 100.000 US-Käufer zu sichern, die bereit sind auf eine großartige vollelektrische Luxus-Limousine aufzurüsten.

So oder so, die Verantwortlichen dieser drei Unternehmen werden sich noch einiges einfallen lassen müssen.

Die Antwort der drei kommt vermutlich mit ihren ganz eigenen Elektrofahrzeugen

Ich glaube, dass sich das Model 3 nicht nur von den deutschen Luxus-Marken Marktanteile wegschnappen wird. Natürlich könnten sich einige der 276.000 Besteller, wenn es das Model 3 nicht gäbe, genau so gut einen 3er BWM oder eine Mercedes C-Klasse kaufen. Aber ich glaube auch, dass es genügend Verbraucher gibt, die auf andere „grüne“ Autos umgestiegen wären: Sei es ein Toyota Prius, ein Nissan Leaf, ein Chevrolet Volt – oder ja, sogar ein Bolt.

Wie es auch beim Model S der Fall war (und vermutlich auch dem neuen Model-X-Geländewagen sein wird), wird Tesla – wenn es so kommt, wie wir annehmen – zu Recht behaupten können, die deutschen Luxus-Marken hinter sich gelassen zu haben. Das wird nicht einfach spurlos an den Verantwortlichen in München, Stuttgart und Ingolstadt vorbeigehen. Gerüchten zufolge arbeiten alle drei Unternehmen in der Hoffnung, Tesla mit seinen eigenen Waffen zu schlagen oder zumindest gleichzuziehen, bereits intensivst an neuen Elektrofahrzeugen. So hatte es sich Elon Musk bereits lange erhofft.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 04.04.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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