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Windkraft für dein Depot: Nordex und Börsenneuling Senvion im Vergleich

Bild: Nordex SE

Mit der kürzlich an der Börse kotierten Senvion (WKN:A2AFKW) können wir in einen weiteren Windkraft-Spezialisten investieren. Am besten vergleichbar mit den Hamburgern ist Nordex (WKN:A0D655), die ihrerseits gerade mit Acciona Windpower zusammengeht.

Beide dürften kurzfristig von der dynamisch wachsenden Nachfrage profitieren. Langfristig glaube ich jedoch, dass Senvion die bessere Aktie ist.

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So ist die aktuelle Lage von Senvion und Nordex

Senvion, die frühere REpower, ist seit wenigen Tagen wieder an der Börse handelbar. Sie wird weiterhin von einem privaten Investor namens Centerbridge beherrscht.

Nordex hat sich in diesen Tagen frisches Kapital in Höhe von 550 Mio. Euro zu günstigen Konditionen besorgt, um sich für das Zusammengehen mit der etwa halb so großen Acciona Windpower zu wappnen. Die Spanier sind im Gegensatz zu Nordex und Senvion auf kostengünstige und robuste Anlagen ohne besondere örtliche Anforderungen spezialisiert.

Für das abgelaufene Jahr habe ich einige Kenngrößen zusammengetragen, welche uns die Einschätzung der beiden Kontrahenten erleichtern:

Senvion Nordex (ohne Acciona)
Marktanteil im globalen Markt außerhalb Chinas 2014 laut MAKE Consulting: 5,1 % 5,5 %
Wichtigste Märkte: Deutschland, UK, Frankreich, Australien, Kanada Deutschland, Frankreich, Türkei
Umsatz 2015: 2.139,5 Mio. EUR 2.430,1 Mio. EUR
EBITDA 2015: 210,4 Mio. EUR 182,4 Mio. EUR
Umsatz offshore: 101,3 Mio. EUR (Fiskaljahr 2014/2015) 0
Umsatz je Mitarbeiter: 587.000 EUR 772.000 EUR
Installierte Basis global: 13,7 GW (6.625 WEA) >13 GW (>7.000 WEA)
Marktanteilgewinn 2015 in Europa: +4 % +3,4 %
Turbinen-Angebot: 2 bis 6 MW, am wichtigsten 3,2 MW Modell 2 und 3 MW-Klasse, 45 % mit 2,4 MW Modell
Marktkapitalisierung (4.4.): 1,0 Mrd. EUR 1,9 Mrd. EUR

Senvion ist derzeit nicht nur profitabler als Nordex, sondern hat auch beim schnell wachsenden Service-Geschäft die Nase vorne und die installierte Leistung pro Anlage ist wesentlich höher.

Beim Umsatz pro Mitarbeiter ist hingegen Nordex vorne, wohl vor allem weil bei Senvion 2/3 der arbeitsintensiven Blades selbst hergestellt werden, während dieser Anteil bei Nordex 2015 nur ein Sechstel betrug.

Ein Vergleich auf Sicht von 3-5 Jahren

Nordex wird nun zunächst mit der Integration von Acciona beschäftigt sein und hofft, nach 2018 seine operative Margen von 7,5 % auf 10 % erhöhen zu können. Gleichzeitig soll die Rotorblattproduktion hochgefahren werden, insbesondere mit fortschrittlicheren Modellen, die in kalten Regionen Vorteile haben.

Die Herausforderung von Senvion wird vor allem darin bestehen, das zuletzt stagnierende Offshore-Geschäft wieder anzukurbeln. Bei der internationalen Expansion hat Senvion mit der Einrichtung eines neuen F&E-Zentrums in Indien ein Zeichen gesetzt, ein aussichtsreicher Markt, den man dank der früheren Muttergesellschaft Suzlon (WKN:A0NJ7L) gut kennt, wo aber auch Acciona gut präsent ist und gerade eine Fabrik hochzieht.

Was das Marktumfeld angeht, haben beide sprichwörtlich Rückenwind auf absehbare Zeit. Klimaschutzabkommen, sinkende Kosten, konsolidierter Wettbewerb und gelockerte Finanzierungsbedingungen sind die perfekten Zutaten für eine weiterhin dynamische Entwicklung der globalen Nachfrage.

Bis zum Anfang des kommenden Jahrzehnts ist für mich daher noch kein klarer Sieger auszumachen.

Ein Vergleich auf Sicht von 10-15 Jahren

Wenn du dir überlegst, einen der beiden Windturbinenbauer langfristig in dein Depot zu legen, um später damit deine Rente aufzubessern, solltest du eine Vorstellung davon entwickeln, wie diese bis dahin aufgestellt sein könnten.

Ehrlich gesagt halte ich es für unwahrscheinlich, dass Senvion und Nordex in mehr als 10 Jahren noch genauso ausgerichtet sind wie heute. Als Spezialist muss man sich frühzeitig auf mögliche Nachfrageeinbrüche einstellen, da sonst große Turbulenzen drohen. Schließlich können Ressourcen nicht flexibel im Konzern verschoben werden.

Die geographische Diversifizierung ist zwar bei beiden recht gut, aber möglicherweise reicht dies noch nicht aus. Die Windenergiebranche benötigt nämlich neben verlässlichen Rahmenbedingungen vor allem die Gunst der großen Investoren und hier sehe ich bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts klar die Gefahr, dass das Kapital zu noch attraktiveren Investments abwandert.

Beispielsweise wird der Nutzung von Tiefenwärme und Ozeanbewegungen regelmäßig hohes Potenzial zugesprochen. Auch innerhalb der Windkraftbranche selbst werden immer wieder innovative Designs vorgeschlagen, die dem derzeit überall verbauten Einheitsmodell mit drei Blades vom Prinzip her überlegen sein sollen. Bislang scheiterte eine Markteinführung solcher Produkte immer an der Risikoaversion potenzieller Investoren, die lieber auf Bewährtes setzen.

Mit Initiativen, wie der viele Milliarden schweren Breakthrough Energy Coalition rund um Bill Gates, könnte sich diese Situation jedoch schnell ändern. Dort wurde klar die Parole ausgegeben, dass aussichtsreiche Ideen mittels Wachstumskapital langfristig unterstützt werden sollen, um Technologiesprünge zu forcieren.

Sobald ein solches Szenario am Horizont erscheint, werden Nordex und Senvion sich auf neue Realitäten einstellen müssen. Für Nordex mit ihrem völligen Fokus auf landgebundene Systeme sehe ich allerdings wenig Spielraum, um elegant auf neue Geschäftsfelder auszuweichen. Lediglich das Servicegeschäft könnte eine Art Rettungsanker darstellen. Senvion hingegen, mit ihrer langjährigen Erfahrung auf hoher See, hat meines Erachtens ganz andere Möglichkeiten, um sich strategisch neu zu positionieren.

Fazit: Senvion ist aussichtsreicher

Nordex und Senvion sind zwei norddeutsche Konkurrenten mit steigenden Marktanteilen und vielen Ähnlichkeiten. Auf mittlere Sicht sind beide ausgezeichnet aufgestellt und haben gute Möglichkeiten in internationalen Wachstumsmärkten erfolgreich zu sein.

Allerdings ist Senvion profitabler und trotzdem wesentlich günstiger bewertet. Wenn es darum geht, zu beurteilen, welcher der beiden Konzerne besser gegen einen etwaigen Nachfrageeinbruch in einigen Jahren gewappnet ist, würde ich ebenfalls auf Senvion setzen.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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