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2 Gründe, warum diese unbekannte Hightech-Aktie nicht teuer ist

Foto: Pixabay, helloolly

Ultraviolette Strahlung (UV) hat einen schlechten Ruf – immerhin kann sie Hautkrebs auslösen. Dass man mit UV-Technologie aber auch erfolgreich die Industrie beliefern kann, zeigt seit Jahrzehnten die Dr. Hönle AG (WKN: 515710) aus Gräfelfing bei München, eine der vielen mittelständischen Perlen auf dem deutschen Kurszettel.

Wozu kann man UV-Licht nutzen

Ultraviolettstrahlung, umgangssprachlich ultraviolettes Licht, ist für den Menschen unsichtbare elektromagnetische Strahlung. Die Hönle Group setzt UV-Strahlung unter anderem in diesen Bereichen ein:

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  • Trocknen von Digital- und Inkjet-Drucken, z. B. bei Lebensmittelverpackungen oder großen Plakate, wo Hönle Weltmarktführer ist.
  • Entkeimen von Lebensmitteln, Kosmetik und Arzneimitteln
  • Entkeimen von Wasser und Luft, etwa Wasserdesinfektion beim Trinkwasser, in Schwimmbädern oder auch Prozesswasser in der Industrie
  • UV-Systeme, die bei Klebeanwendungen binnen Sekunden zur vollständigen Aushärtung führen. Hauptabsatzmarkt ist die Elektronikindustrie, insbesondere in den Bereichen Opto Electronics, Consumer Electronics und SmartCards.

Umsatzentwicklung

Mit ihren Produkten trifft die Hönle Group ganz offensichtlich den Nerv der Kunden. Das beweisen die Umsatzzahlen, die seit der Weltwirtschaftskrise 2008/9 nur nach oben zeigen:

Hönle_Umsatz

Quelle: Geschäftsberichte des Unternehmens

Dies entspricht einem Wachstum von durchschnittlich 11,1 % pro Jahr und ist eine Größenordnung, die ein vergleichsweise kleines Unternehmen sehr gut verarbeiten kann.

Was bleibt von den Umsätzen übrig?

Wichtig ist aber nicht nur ein steigender Umsatz. Denn davon allein kann niemand leben. Ein (zugegeben unrealistisches, aber sehr anschauliches) Beispiel dafür ist der Laden, der 100-Euro-Scheine für 50 Euro verkauft. Hier führt jeder Umsatz zu mehr Verlust.

Für die Aktionäre (und natürlich das Unternehmen selbst) kommt es also darauf an, dass diese zusätzlichen Verkäufe auch in Gewinne umgesetzt werden können. Dazu schaue ich mir gerne die EBIT-Marge an. Das EBIT ist der Gewinn, den das Unternehmen aus dem operativen Geschäft erzielt, also ohne Berücksichtigung von Zinsen und Steuern. Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zum Umsatz, ergibt sich die EBIT-Marge. Hönle weist für die letzten Jahre diese Werte aus:

Quelle: Geschäftsberichte des Unternehmens

Die EBIT-Marge ist konstant zweistellig, und seit drei Jahren geht es aufwärts mit der Marge. Der gute Wert im letzten Geschäftsjahr wurde durch Verbesserungen bei Industrieklebstoffen und im Bereich Druck sowie einem verringerten Verlust bei der Tochtergesellschaft Raesch Quarz (Germany) GmbH erzielt.

Diese positiven Trends haben sich auch im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt. Hönle meldete einen um 3,9 % höheren Gewinn sowie eine Steigerung des EBIT um 5,1 %.

Wie sieht es mit der Bewertung der Aktie aus?

Die Fundamentaldaten des Unternehmens stimmen also schon mal. Als Nächstes schaue ich mir an, wie die Aktie am Markt bewertet wird.

Dazu nehme ich das Ergebnis pro Aktie von 1,85 Euro, das ich für das laufende Jahr erwarte, und setze es zum Kurs von derzeit 23,015 Euro (24.03.2016) ins Verhältnis. Das ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,4. Das KGV ist der bekannteste Weg, die Aktie eines Unternehmens zu bewerten, und deshalb so populär, weil es einfach und effektiv ist.

Jedoch sagt diese eine Zahl isoliert angeschaut wenig aus. Ich vergleiche sie daher mit den Werten der Vergangenheit, um eine langfristige Betrachtung zu erreichen:

Quelle: Geschäftsberichte des Unternehmens / Finanzen.net

Unser Schaubild beginnt im Jahre 2009, als die Börsen sehr weit unten waren. Die Aktie wurde damals mit einem KGV von unter 8 gehandelt. Seitdem hat sich das KGV – im Einklang mit den steigenden Börsen und den guten Ergebnissen von Hönle – erhöht, allerdings war es niemals schwindelerregend hoch. Selbst der höchste Wert von 15 per September 2014 ist für ein wachsendes Unternehmen aus der High-Tech-Branche keinesfalls teuer.

Ich halte daher den derzeitigen Wert von 12,4 für eine gute Gelegenheit für den Foolishen Investor, bei dieser Erfolgsstory dabei zu sein. Neben der Bewertung sprechen aus meiner Sicht zwei Gründe dafür:

Grund 1: Investitionen in Wachstumsmärkte sichern die Zukunft

UV-Technologie spielt in immer mehr Bereichen eine wichtige Rolle. Beispielhaft sei hier die Elektronikindustrie genannt. Computer, Mobiltelefone oder Laptops werden immer kleiner und leichter, gleichzeitig wird eine immer höhere Leistung erwartet.

Das erhöht die Anforderungen für die Hersteller, und hier kommt Hönle ins Spiel. Hochmoderne Klebstoffe ersetzen Lötstellen, schirmen Bauteile ab oder schützen diese durch Beschichtungen. Zudem kommen immer mehr alternative Werkstoffe zum Einsatz, die oftmals temperatursensibel sind und nicht mehr gelötet werden können.

Die Klebstoffe müssen bei Elektronikanwendungen gute Haftfestigkeiten aufweisen, und das auch noch präzise bei hohen Taktzeiten. Hierfür hat Hönle spezialisierte Klebstoffe entwickelt, die den jeweiligen Elektronik-Anforderungen gerecht werden.

Grund 2: Aktienbeteiligungen des Managements

Der Firmengründer Karl Hönle ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats und besitzt ca. 4 % aller Aktien. Die beiden Vorstände besitzen mit 0,9 % ebenfalls Aktien der Hönle Group.

Ich finde es sehr gut, wenn das Management bei seinem Unternehmen investiert ist. Meine Erwartung dabei ist, dass diese Aktionäre ein Interesse daran haben, ihr Vermögen zu erhalten und zu vermehren, was die Wahrscheinlichkeit riskanter oder unüberlegter Entscheidungen verringert.

Damit sind das dieselben Ziele, die ich habe, wenn ich mir von einem Unternehmen Aktien kaufe.

Dies ist keine Garantie, dass immer richtig entschieden wird. Jedoch ist es wahrscheinlicher, dass Maßnahmen getroffen werden, die dem Unternehmen auf lange Sicht nutzen. Meiner Vorliebe für langfristiges Investieren kommt das entgegen.

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Peter Roegner besitzt Aktien der Dr. Hönle AG. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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