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Ist die Zeit gekommen, um Royal Dutch Shell aufzugeben?

Foto: The Motley Fool

Zu behaupten, das Spiel ist aus für Royal Dutch Shell (WKN:A0ER6S), könnte lächerlich aussehen, wenn wir den Sturm der Investoren auf die Aktie in den letzten Wochen anschauen.

Der Ölriese erfuhr in den letzten zwei Monaten einen Anstieg des Aktienpreises um 30 %. Das passierte im Einklang mit dem Preisbenchmark für Brent, der die 40 US-Dollar-Schwelle wieder überschritten hatte.

Aber die Daten in Bezug auf den Ölsektor verschlechtern sich. Ich sehe daher keinen Grund für den kürzlichen Anstieg und denke, dass Shells Aktienpreis einer massiven Korrektur unterliegen könnte.

Angebotsanstieg

Die Lagerhaltungsdaten der USA enttäuschten diese Woche erneut. In der letzten Periode wurden 9,4 Millionen Barrel mehr eingelagert. Damit wurden die Vorhersagen übertroffen. Die gesamte Menge an vorrätigem Öl wuchs somit auf 532,5 Millionen Barrel an.

Die Welt wartet immer noch verzweifelt auf eine koordinierte Produktionsreduktion seitens der OPEC, Russlands und der USA. Aber die Förderer könnten sich noch nicht einmal darauf einigen, die Fördermenge konstant zu halten. Ganz zu schweigen von einer dringend benötigten Reduktion, um den Druck auf die hohen Lagerbestände zu verringern.

Da die chinesische Wirtschaft in einem Abwärtsstrudel gefangen ist, sieht es unwahrscheinlich aus, dass sich die vollen Lager bald leeren.

Wacklige Vorhersagen

City erwartet, dass vor diesem Hintergrund die Gewinne von Shell weiter unter Druck bleiben. Das ist nicht überraschend. Ein Rückgang von 34 % wird gegenwärtig für 2016 erwartet. Damit hätte das Unternehmen ein extrem hohes KGV von 22,8.

Die Zahlenfetischisten erwarten jedoch, dass der Gewinn kommendes Jahr um 79 % steigt. Das KGV würde dann bei nur noch 12,8 liegen.

Obwohl das auf dem Papier ein sehr ordentlicher Wert ist, bin ich überzeugt, dass Investoren der Versuchung widerstehen sollten, sich die Aktien zu besorgen. Bis die Angebots- und Nachfragesituation wieder besser wird, glaube ich, dass Vorhersagen für eine kurzfristige Erholung auf wackligen Füßen stehen.

Langfristige Sorgen

Ich vermute tatsächlich, dass das Risiko besteht, dass Shell am Ende nur noch ein Schatten seiner selbst ist und die starken Gewinne der Vergangenheit nicht mehr liefern kann.

Erstens verkauft das Unternehmen Anlagen in atemberaubender Geschwindigkeit. Shell kündigte im März an, dass es sein Desinvestitionsziel auf 30 Milliarden US-Dollar anhebt. Das ist ein verzweifelter Versuch, die schreckliche Bilanz zu verbessern. Vor wenigen Monaten lag das Desinvestitionsziel noch bei 10 Milliarden US-Dollar.

Hinzukommt, dass Shell seine Investitionen kürzt. Durch diese Strategie sind viele Projekte aufgegeben worden, angefangen bei dem Carmon Creek in Alaska bis hin zu den Ölsandvorhaben in Kanada.

Viele denken, dass die Übernahme der BG Group das Potenzial hat, als Wachstumstreiber zu fungieren. Aber die chronische Überproduktion, die auch flüssiges Naturgas (LNG) erfasst hat, soll sich bis in das kommende Jahrzehnt erstrecken. Damit werden Zweifel an der wirtschaftlichen Stärke des Übernahmekandidaten wach. Woodside Petroleum zum Beispiel steckte seine Pläne für sein Browse LNG-Projekt in Österreich wieder in die Schublade.

Zudem bevorzugen viele Regierungen saubere Energieträger wie Wind und Sonne gegenüber fossilen Energieträgern. Dadurch könnte Shell Gefahr laufen, das Nachsehen zu haben.

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The Motley Fool UK empfiehlt Royal Dutch Shell B.

Dieser Artikel wurde von Royston Wild auf Englisch verfasst und am 24.03.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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