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Was eine DuPont-Übernahme durch BASF für die Aktionäre bedeuten würde

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg prüft BASF (WKN:BASF11) mit Hilfe von mehreren Investmentbanken ein eventuelles Angebot für den US-Konkurrenten DuPont (WKN:852046). Auf den ersten Blick könnten sich Investoren darüber freuen, da BASF in den letzten Jahren diverse Unternehmensbereiche verkauft hat und unter anderem deswegen eher geschrumpft ist, anstatt zu wachsen. Ich sehe jedoch drei Faktoren, die den Deal für die BASF-Aktionäre unattraktiv machen.

DuPont hat bereits einer Fusion mit Dow Chemical zugestimmt

Ein Problem an der Sache ist, dass DuPont am 11.12.2015 einer Fusion mit Dow Chemical (WKN:850917) zugestimmt hat. Würde BASF nun ein Angebot vorlegen, müsste dieses für die DuPont-Aktionäre finanziell überlegen sein, denn wer würde freiwillig seine Aktien an den Bieter mit dem niedrigsten Angebot verkaufen?

Würde BASF wirklich für DuPont bieten, könnte dies Dow dazu veranlassen, das bestehende Angebot aufzustocken und damit einen Bieterwettstreit entfachen, der den Preis der Übernahme in die Höhe treibt.

Da es bereits eine bestehende Fusionsvereinbarung zwischen Dow und DuPont gibt, hätte Dow zudem Anspruch auf eine Entschädigungszahlung von 1,9 Milliarden Dollar. Damit wäre diese Übernahme für BASF selbst dann teurer, wenn sie zum selben Preis wie die bestehende Fusionsvereinbarung stattfinden würde, da diese 1,9 Milliarden Dollar als zusätzliche Kosten entstehen.

BASF hat bereits verhältnismäßig hohe Finanzschulden

BASF hatte am 31.12.2015 bereits Finanzschulden in Höhe von 15,2 Milliarden Euro, denen nur 2,2 Milliarden in Zahlungsmitteln gegenüberstehen. Die Nettofinanzverschuldung liegt also bei 13 Milliarden Euro.

Doch was bedeutet das?

Auf diese Finanzschulden muss das Unternehmen Zinsen zahlen und es muss sie nach der vereinbarten Zeit zurückzahlen. Häufig wird die Rückzahlung durch gleichzeitige Ausgabe neuer Schuldtitel finanziert, das Unternehmen kann sich jedoch auch dazu entscheiden, das Geld aus eigenen Mitteln zurückzuzahlen.

Ob das Unternehmen in der Zukunft dazu in der Lage sein wird, seine Schulden zu begleichen, bewerten Ratingagenturen. An diesen Ratings orientieren sich viele Investoren und entscheiden anhand dessen, welchen Zinssatz sie für angemessen halten und wieviel Geld sie bereit sind zu leihen. Ein hohes Verhältnis von Finanzschulden zu den liquiden Zahlungsmitteln kann dabei ein negativer Faktor sein.

BASF riskiert Abstufung der Kreditwürdigkeit

Das durch die Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s vergebene Kreditausfallrating liegt im oberen Mittelfeld, sodass das Unternehmen noch Spielraum für weitere Kredite hätte, ohne eine Abstufung in den Bereich der Schrottanleihen zu fürchten. Allerdings ist das Rating der Agentur Standard & Poor’s bereits mit einem negativen Ausblick versehen. Das bedeutet, dass die Agentur bereits prüft das Rating herabzustufen. Die Aufnahme weiterer Finanzschulden wäre nur noch ein weiterer Grund dafür, das Rating herabzustufen.

Welche Folgen könnte das haben?

Kurzfristig betrachtet könnte eine Herunterstufung auch einen fallenden Aktienkurs bedeuten, da dies häufig als ein negatives Signal für die Aktionäre gewertet wird. Schließlich sagt die Herabstufung aus, dass die Ratingagenturen der Meinung sind, dass die Wahrscheinlichkeit einer vollen Rückzahlung der Schulden gesunken ist.

Ein höherer Verschuldungsgrad erhöht langfristig das Risiko, dass BASF im Falle von unvorhergesehenen Schwierigkeiten, wie beispielsweise einer schweren Rezession, in finanzielle Schwierigkeiten gerät und sich dazu gezwungen sieht, neue Aktien auszugeben oder auch die Dividende zu kürzen oder diese sogar ganz zu streichen.

Zudem wird durch die höhere Verzinsung das Ergebnis des Unternehmens negativ belastet. Vorerst wird das Ergebnis zwar nur durch die Zinsen auf eventuelle neue Anleihen zur Finanzierung der Übernahme belastet. Langfristig werden aber voraussichtlich auch die bestehenden Anleihen bei Fälligkeit durch neu ausgegebene Anleihen ersetzt, die dann einen höheren Zinssatz aufweisen würden und für das Unternehmen damit teurer wären.

Fazit: Eine Übernahme wäre für BASF-Aktionäre finanziell unattraktiv

Ich denke eine DuPont-Übernahme wäre für BASF nur unter Ausgabe neuer Aktien machbar. Eine Transaktion mit hoher Barkomponente könnte für das Unternehmen erhebliche negative Konsequenzen haben, da die Kreditwürdigkeit darunter leiden würde.

Aufgrund dessen und aufgrund der hohen bestehenden Verschuldung halte ich es für irrelevant, wie BASF ein eventuelles Angebot strukturiert. Die Aktionäre würden meiner Meinung nach in allen Szenarien darunter leiden. Beispielsweise in Form einer niedrigeren Dividende oder einfach eines geringeren Aktienkurses.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.