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Sind die Dividenden dieser 3 Schweizer Unternehmen nachhaltig?

Foto: Pixabay

Die Geschichte hat gezeigt, dass Dividenden den Großteil der Investitionsgewinne ausmachen. Darum bin auch ich ein großer Fan von Unternehmen, die ihre Anteilseigner in Form von jährlich steigenden Dividendenzahlungen großzügig am Erfolg teilhaben lassen.

In der Schweiz gibt es einige Konzerne, deren starke Geschäftsmodelle solch regelmäßige Zahlungen erlauben. Bei drei von ihnen, der Swiss Re (WKN:A1H81M), Nestlé (WKN:A0Q4DC) und Geberit (WKN:A0MQWG), habe ich mir angeschaut, ob deren Dividenden auch nachhaltig sind.

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Die Dividendendaten im Überblick

Drei Faktoren, die bezüglich der Dividende eine wesentliche Rolle spielen, sind die Rendite, die Ausschüttungsquote und die Dividendenzahlungen in der Vergangenheit.

Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent vom aktuellen Nennwert einer Aktie an die Aktionäre ausbezahlt werden.

Die Ausschüttungsquote zeigt uns, welcher Anteil des Gewinns an die Anteilseigner ausgeschüttet wird. Weist ein Unternehmen einen Gewinn pro Aktie in Höhe von 10 Euro aus und beteiligt die Investoren mit 5 Euro je Anteil daran, entspricht das einer Ausschüttungsquote von 50 %.

Viele Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie seit mehreren Jahrzehnten ununterbrochen ihre Dividende erhöhen. Das spricht für ein besonders stabiles Geschäftsmodell und ein Management, das gewillt ist, die Aktionäre am Erfolg zu beteiligen.

Wirft man einen Blick auf die Daten unserer drei Schweizer Unternehmen, fällt auf, dass die Swiss Re aktuell die besten Daten vorweisen kann.

Swiss Re Nestlé Geberit
Dividendenrendite (Stand: 18.03.2016)    5,1 %   3,1 %    2,4 %
Ausschüttungsquote   34,2 %  77,6 %   63,5 %
Jährliche Erhöhung der Dividende seit 6 Jahren 21 Jahren 5 Jahren

Quelle: Unternehmensberichte / finanzen.net

Der Zahlmeister

Mit einer hohen Dividendenrendite von 5,1 % bei einer Ausschüttungsquote von nur 34,2 % verspricht die Swiss Re eine üppige Dividende mit Steigerungspotenzial. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Rückversicherungsbranche, in der die Swiss Re tätig ist, aktuell schwere Zeiten durchlebt.

Hedgefonds drängen mit viel Kapital in den Rückversicherungsmarkt und drücken die Preise. Das geht auch an der Swiss Re nicht spurlos vorüber, so stieg die Schaden-Kosten-Quote im Rückversicherungsgeschäft Schaden/Unfall im letzten Jahr von 83,7 % auf 86,0 %.

Gleichzeitig ist es im aktuellen Niedrigzinsumfeld extrem schwierig, Kapital gewinnbringend anzulegen. Da Versicherungen darauf angewiesen sind, die Prämieneinnahmen möglichst effektiv für sich arbeiten zu lassen, stellt dies eine weitere Herausforderung dar.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Swiss Re stark genug ist, diesen Widrigkeiten zu trotzen und auch zukünftig in der Lage sein wird, die Dividende in einem normalen Umfeld jährlich zu erhöhen. Auch weil die aktuelle Ausschüttungsquote sehr niedrig ist. Im Auge behalten sollte man jedoch die Schaden-Kosten Quote.

Befindet sich diese über einen längeren Zeitraum nahe oder gar über der 100 % Marke, könnte die Dividende gefährdet sein. Insbesondere wenn gleichzeitig das Zinsniveau so niedrig ist wie aktuell.

Der Dauerbrenner

KitKat, Smarties und Choco Crossies sind bekannte Süßwaren eines der größten Lebensmittelkonzerne der Welt, nämlich von Nestlé. Die höchsten Umsatzrenditen erwirtschaften allerdings andere Bereiche – die folgende Tabelle zeigt die lukrativsten Segmente des Schweizer Unternehmens.

operative Umsatzrendite
Getränke in flüssiger und Pulverform                 21,3 %
Produkte für Heimtiere                 20,8 %
Nutrition-Produkte und Health Science                 19,6 %

Quelle: Geschäftsbericht Nestlé 2015

Die Umsatzrendite drückt aus, wie viel Prozent vom Umsatz als Gewinn hängen bleibt. Für die Dividende bedeutet das: je höher, desto sicherer.

Besonders interessant finde ich die Bereiche „Produkte für Heimtiere“ und „Nutrition-Produkte“. Letzteres steht bei Nestlé vor allem für Säuglingsnahrung wie Beba. Beide Segmente sind in meinen Augen besonders krisenresistent. Warum? Ganz einfach.

Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten werden Eltern kaum an der qualitativ hochwertigen Säuglingsnahrung sparen. Oder Haustierbesitzer ihrer geliebten Katze oder ihrem Hund Futter vom Discounter vorsetzten. Die starken Gewinnspannen werden meiner Meinung nach auch während einer Wirtschaftskrise kaum fallen.

Das schützt vor Ergebniseinbrüchen und sichert somit über alle Wirtschaftszyklen hinweg die Dividendenzahlungen. So schaffte es Nestlé, diese in den letzten 21 Jahren ohne Unterbrechung zu erhöhen. Deshalb würde ich die Dividende von Nestlé trotz der sehr hohen Ausschüttungsquote von 77,6 % als sehr sicher einstufen.

Der Bad(e)meister

Der dritte im Bunde ist Geberit, Europas größter Hersteller von Sanitärprodukten wie Spülkästen, Waschbecken und Rohrsystemen. Die aktuellen Dividendendaten sehen nicht besonders aufregend aus, langfristig glaube ich aber hat das Unternehmen großes Potenzial.

Dass man von der zyklischen Baubranche abhängig ist, sehe ich sogar als Vorteil. Denn der Mensch baut immer. Ob Unternehmen, Regierungen oder Privatpersonen, etwas Neues in Form von Gebäuden zu schaffen, übt seit Jahrhunderten einen besonderen Reiz auf uns aus.

Bürokomplex, Fußballarena und Einfamilienhaus, heutzutage benötigen alle Bauten Sanitärprodukte und Rohrleitungen. Und weil neue Bauwerke für Jahrzehnte geschaffen werden, stattet man diese sehr häufig mit Sanitärgegenständen höchster Qualität aus. Genau das liefert Geberit seit Jahrzehnten.

Die Marktführerschaft in Europa in Kombination mit dem Dauertrend „Bauen“ schafft in meinen Augen einen sehr guten Nährboden für dauerhaft steigende Dividendenerträge.

Zwar ist die aktuelle Rendite von 2,2 % nicht spektakulär, durch innovative Produkte wie dem Dusch-WC AquaClean und der Sanitec Übernahme könnte sich die Dividende in den nächsten Jahren aber vielleicht sogar noch besser entwickeln als die der Swiss Re oder von Nestlé.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Swiss Re, Nestlé und Geberit. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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