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Die drei wichtigsten Worte beim Investieren

Foto: Pixabay, geralt

In seine Zukunft zu investieren sollte einfach sein, ist aber häufig ganz schön kompliziert.

Nimm den Beginn von 2016 als perfektes Beispiel. Die Hoffnungen der Investoren waren hoch und das neue Jahr sollte den seit sechs Jahren anhaltenden Bullenmarkt in neue Höhen befördern. Stattdessen wurden wir mit dem schlimmsten Start in ein Jahr begrüßt, der in der Geschichte vorkam. Alle drei großen US-Indexe fielen im Januar und Februar kopfüber nach unten.

Dieser Absturz war ein Test für die Gefühle und Überzeugungen der Investoren. Ich bin überzeugt, dass einige Investoren ihre Sachen gepackt und versucht haben, trockenes Land zu finden.

Aber die Daten zeigen beständig, dass langfristiges Investieren der beste Weg ist, grundlegenden Wohlstand aufzubauen und sich bequem zur Ruhe zu setzen. Ausgehend von einer Studie, die J.P. Morgan Asset Management auf Daten von Lipper durchgeführt hat, hätte ein langfristiger Investor, der den S&P 500 Index von Dezember 1993 bis Dezember 2013 verfolgt hätte, einen Gewinn von 480 % gemacht. Du solltest dir vor Augen führen, dass dieser Investor zwei Rezessionen überstehen musste, in dem der S&P 500 um mehr als 50 % fiel. Wenn du aber nur zehn der Top-Handelstage in den knapp 5.000 Handelstagen verpasst hättest, wäre dir ein Gewinn von 60 % entgangen. Wenn du die besten 30 Handelstage verpasst hättest, wäre dein Gewinn fast komplett eliminiert worden.

Die drei wichtigsten Worte beim Investieren

Wir wissen aus der Empirie, dass langfristige Investitionen funktionieren. Aber wir wissen auch, dass man auch nicht einfach einen Pfeil auf das Wall Street Journal werfen kann und kauft, was immer er trifft. Das wäre keine kluge Strategie. Stattdessen sollten wir uns die Worte von Warren Buffett zu Herzen nehmen, die er in einem kürzlichen Interview mit CNBC mit uns teilte. Wir sollten uns immer diese drei Worte fragen, wenn wir unser gegenwärtiges Portfolio betrachten, Aktien verfolgen oder makroökonomische Ereignisse im Allgemeinen betrachten: “Was ist dann?”

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Beim Investieren dreht sich alles um das “Was ist dann?” Der Finanzbericht gibt uns einen Einblick in die Leistung des Unternehmens, aber was die Investoren an der Börse wissen wollen, ist, ob das Unternehmen ein nachhaltiges Geschäftsmodell hat, wie es wettbewerbsfähig bleibt und wie die Zukunft in einem, drei, fünf oder zehn Jahren aussieht. Ein Unternehmen zu kaufen, von dem du überzeugt bist, dass es in zehn Jahren mehr wert ist, ungeachtet der täglichen Marktschwankungen, ist die Art, wie wirklicher Wohlstand geschaffen wird.

Die Umsetzung

Wie wendest du nun das “Was ist dann?” in deinen Nachforschungen an? Lass uns ein Nachrichtenereignis hernehmen und es in die Zukunft extrapolieren, um zu sehen, wie es die Zukunftsaussichten des Unternehmens und deine Investitionsthese beeinflusst.

Als Beispiel soll uns der Überflieger bei Elektroautos, Tesla Motors (WKN:A1CX3T), dienen. Im Februar erfuhren wir durch einen Kommentar von Tesla, dass die Gigafactory, die in Nevada gebaut wird und jährlich Akkus mit einer Kapazität von 50 GWh herstellen soll, vor dem Zeitplan liegt. Das ist für Tesla keine kleine Neuigkeit, welches seine neuen Modelle S und X später auf den Markt brachte, als vorgesehen. Die Nachricht, dass die Produktion 2016 steigen soll, hat die Aktie von Tesla deutlich nach oben befördert und in den letzten drei Wochen aus dem Zweijahrestief gehoben.

Foto: Tesla Motors.

Foto: Tesla Motors.

“Was ist dann?”

Wenn wir über das Ereignis selbst hinausblicken, sollten wir uns fragen, wie die Gigafactory die Dynamik des Elektrofahrzeugmarktes über Tesla hinaus beeinflusst. Wie schnell wird sich die Gigafactory für Teslas Model S und das anstehende, billigere Model 3 auszahlen? Der Wettbewerb holt bei Reichweite auf. Ist das ein Problem für Tesla? Kann Tesla seinen Wettbewerbsvorteil bewahren? Wird Teslas Ausflug in den Stromspeichermarkt für Privathäuser und andere skalierbare Akkus rentabel sein? Sind Lithiumionenakkus wirklich die Zukunft für Elektrofahrzeuge oder wird es eine andere Akkuart geben, die sie in naher Zukunft ersetzt? Kann Teslas Gigafactory die Produktion schnell genug umschalten, falls dies passieren sollte?

Das sind alles Fragen, die uns in den Sinn kommen, wenn wir uns die Frage stellen “Was ist dann?”. Es geht darum, über die Nachricht selbst hinauszuschauen und zu erkennen, wie sie zu dem großen Ganzen beiträgt. Nicht jede Neuigkeit wird die Investitionsthese erschüttern. Allerdings hilft dir die kritische Frage „Was ist dann?“ dabei, das große Bild im Blick zu behalten und dich vor übereilten Entscheidungen zu schützen, die auf deinen Gefühlen beruhen. Gefühle sind häufig der schlimmste Feind des Investors.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 04.03.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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