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Warum ich vom neuen Commerzbank CEO begeistert bin

Foto: Matt Koppenheffer

Viele Jahre habe ich mich gar nicht mit der Commerzbank (WKN:CBK100) beschäftigt, im festen Glauben, dass diese Aktie nur etwas für Zocker oder Spekulanten ist. Doch im letzten Jahr habe ich mir das Frankfurter Geldinstitut einmal genauer angeschaut. Und die Entwicklung hin zum kundenorientierten Bankhaus hat mir sehr gut gefallen.

Doch wie ernst meint es die Commerzbank mit der neuen Ausrichtung wirklich? Mit der Ankündigung, dass Martin Blessing, seines Zeichens aktueller CEO, zum Oktober 2016 seinen Vertrag nicht verlängern würde, war mir klar, dass diese Frage unter anderem mit seiner Nachfolge beantwortet werden würde.

Und am 06.03.2016 ließ die Commerzbank die Katze dann auch aus dem Sack: Schon zum 01.05.2016 übernimmt der aktuelle Privatkundenvorstand Martin Zielke den Chefposten von Deutschlands zweitgrößter Bank. Warum ich so begeistert von Zielke bin, möchte ich dir gerne genauer erklären.

Blessings Strategie wird fortgesetzt

Der für mich wichtigste Punkt: Blessings Strategie wird unter Zielke sehr wahrscheinlich fortgesetzt. Diese zeichnete sich durch eine Reduzierung von problematischen Anlagen wie Gewerbeimmobilien, Schiffsfinanzierungen und Staatsanleihen aus. Gleichzeitig setzte er auf das Geschäft mit dem Mittelstand und vor allem das Privatkundensegment.

Mit Erfolg, die Commerzbank verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Milliardengewinn seit Jahren und wird erstmals seit der Finanzkrise wieder eine Dividende an seine Aktionäre ausschütten.

Mit der Beförderung des bisherigen Privatkundenvorstands zum neuen CEO zeigt der Aufsichtsrat ganz klar, dass er diesen Weg weitergehen möchte. Ein in meinen Augen wichtiges Signal, weil ich glaube, dass die Commerzbank gerade im Privatkundengeschäft einer erfolgreichen Zukunft entgegenblicken könnte.

Ein Blick auf Martin Zielke

Jedoch sollten wir Martin Zielke nicht nur auf seine Tätigkeit als Privatkundenvorstand reduzieren. Der 53-jährige gebürtige Hesse ist nämlich ein Banker mit jahrzehntelanger Erfahrung, wie ein Blick auf seine Vita zeigt.

     1990  –  2000 Dresdner Bank
     2000  – 05/2001 Deutsche Bank 24, Bereichsleiter Vermögensanlage
06/2001 – 12/2001 Deutsche Hyp, Bereichsleiter Finanzierung Private Kunden
01/2002 – 12/2004 Commerzbank AG, Konzernleitung Private Kunden
01/2005 – 03/2006 Commerzbank AG, Konzernleitung Corporate Banking
04/2006 – 12/2007 Eurohypo AG, Chief Financial Officer (CFO)
01/2008 – 10/2010 Commerzbank AG, Bereichsvorstand Group Finance
11/2010 – 04/2016 Commerzbank AG, Vorstandsmitglied Segment Private Costumers

Quelle: Commerzbank AG

Herr Zielke ist also seit über 26 Jahren im Bankgeschäft tätig, davon die meiste Zeit bei der Commerzbank oder einer ihrer Tochtergesellschaften wie der Eurohypo.

Für mich ist es wichtig, dass ein CEO das Unternehmen, das er leitet, genau kennt. Auf Martin Zielke trifft das meiner Meinung nach zu 100 % zu. Über 20 Jahre Firmenzugehörigkeit (die Zeit bei der Dresdner Bank, die inzwischen zur Commerzbank gehört, mit eingerechnet) sind dafür ein eindrucksvoller Beleg.

In dieser Zeit war er nicht nur im Privatkundengeschäft tätig, er lernte auch andere Bereiche einer Bank kennen, beispielsweise als Bereichsleiter Vermögensberatung bei der Deutschen Bank 24 oder als Konzernleiter Corporate Banking bei der Commerzbank.

Mit diesem breit gefächerten Erfahrungsschatz glaube ich, dass Zielke nicht nur im Privatkundengeschäft die richtigen Entscheidungen trifft, sondern auch in anderen Bereichen einiges an Know-how mitbringt.

Der Blick auf die Vita verrät uns also, dass Martin Zielke mit seiner reichhaltigen Erfahrung im Bankgeschäft die Grundlagen für den Posten des CEOs mitbringt. Selbstverständlich ist das keine Garantie für den zukünftigen Erfolg der Commerzbank, aber die Voraussetzungen sind vielsprechend.

Seine Erfolgsbilanz als Privatkundenvorstand

Seit seinem Amtsantritt im November 2010 hat sich das Privatkundensegment der Commerzbank deutlich verbessert, wie ein Blick auf die Entwicklung des operativen Ergebnis, der operativen Eigenkapitalrendite und der operativen Aufwandsquote des Bereichs zeigt.

2010 2011 2012 2013 2014 2015
operatives Ergebnis (in Mio €)   47  375  227  225  420  751
operative Eigenkapitalrendite 1,3 % 11,1 % 5,8 % 5,7 % 10,6 % 18,8 %
Aufwandsquote im operativen Geschäft 92,4 % 88,7 % 90,4 % 90,1 % 85,4 % 79,4 %

Quelle: Geschäftsberichte Commerzbank AG

Die operative Eigenkapitalrendite sagt aus, mit wie viel Prozent sich das eingesetzte Eigenkapital verzinst, ein Wert der gerne zur Bewertung der Rentabilität von Banken eingesetzt wird. Werte über 10 % halte ich in diesem Sektor für sehr ordentlich, insbesondere, wenn man das für Geldinstitute schwierige Niedrigzinsumfeld bedenkt.

Und in diesen Bereich hat Zielke sein Privatkundensegment auch gebracht. Unter anderem, indem er die Kosten gesenkt hat, wie ein Blick auf die Aufwandsquote verrät. Diese Quote sagt aus, wie viel Prozent vom Umsatz von Kosten wieder aufgefressen werden. Je kleiner der Wert, desto besser. 79,4 % sind zwar noch kein Spitzenwert, aber die Richtung stimmt schon mal!

Nun sollte man aber bei Sparmaßnahmen immer sehr genau hinschauen. Denn Sparen alleine ist noch keine Kunst. Wenn zum Beispiel an der Kundenbetreuung gespart wird, kann das langfristig sogar sehr schädlich für ein Unternehmen sein, da Kunden zu anderen Banken wechseln könnten.

Im Privatkundensegment der Commerzbank ist aber das Gegenteil der Fall – seit einigen Jahren gewinnt sie regelmäßig Kundenauszeichnungen.

So verteidigten die Frankfurter im Jahr 2015 beispielsweise den Titel „Beste Filialbank Deutschlands“, verliehen von der Finanzzeitschrift Euro. Der Focus Money kürte die Commerzbank 2014 zum zweiten Mal in Folge zur Bank mit der besten Kundenberatung im City-Contest. Und das Deutsche Institut für Servicequalität stellte fest, dass keine andere Bank eine bessere Beratung für Geldanlage bieten konnte.

Zielke schaffte es also, trotz sinkender Aufwandsquote die Servicequalität hochzuhalten, eine wirklich bemerkenswerte Leistung.

Mein Fazit

Mit der Ernennung Martin Zielkes geht die Commerzbank ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Weg von problematischen Finanzierungsdeals hin zum Privat- und Mittelstandskundengeschäft. In meinen Augen ist das die wichtigste Erkenntnis aus der Berufung des neuen CEOs.

Weiterhin glaube ich, dass Zielke mit seiner Erfahrung und seinen Erfolgen im Privatkundensegment die besten Voraussetzungen für den Job als CEO mitbringt. Ich bin gespannt, ob er den Vorschusslorbeeren gerecht wird und die Commerzbank in eine erfolgreiche Zukunft führen kann.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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