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Royal Dutch Shell: Dividendenaussichten zum Fürchten?

In den letzten Wochen sind die Ölpreise gestiegen, was sich positiv auf die Nachfrage für Aktien von Shell (WKN: A0D94M) ausgewirkt haben dürfte. Im Januar lag die Brent-Latte noch ganz unten bei 27,67 US-Dollar pro Barrel, so tief wie seit 2003 nicht mehr. Neulich ist Brent über 40 US-Dollar gestiegen – so hoch wie schon seit drei Monaten nicht mehr.

Ergebnis: Shell konnte sehen, wie der Aktienpreis in der letzten Zeit dank erneutem Optimismus in Sachen Rendite 30 % gestiegen ist.

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Aber: Hat der Markt Shells bedenkliche Dividendenlage auf dem Schirm?

Was hält die City von dem ganzen?

Nun, die Broker-Armada aus London nimmt an, dass Shell sein Versprechen halten und 2016 „mindestens“ 1,88 US-Dollar pro Aktie zahlen wird. Das würde eine Dividende von heftigen 7,7 % bedeuten und damit weit, weit über dem Durchschnitt von 3,5 % im FTSE 100 liegen.

Und das obwohl man erwartet, dass die Einnahmen dieses Jahr noch einmal 31 % fallen. Damit würde die Dividende auch die erwarteten Einnahmen von 1,12 US-Dollar pro Aktie übersteigen. Und ich bezweifle, dass Shell es schafft, sein Versprechen einzuhalten. Dazu ist man finanziell nicht solide genug aufgestellt. Zudem dürfte die Bilanz zusätzlich noch unter der Belastung des Zukaufs der BG Group sein, der immerhin 53 Milliarden US-Dollar kostete.

Shell plant, bis 2018 30 Milliarden US-Dollar an Assets abzustoßen, um die Finanzen in den Griff zu bekommen und die Dividende für Aktionäre zu sichern. Und doch könnte das Unternehmen Probleme bekommen, für die Assets einen angemessenen Preis zu erzielen, da es der Branche alles andere als gut geht – eine Tatsache, die auch schwer über dem Vorhaben „Gewinnsteigerung“ liegt, das ab nächstem Jahr angestrebt ist.

Ist Öl überkauft?

Die Stabilisierung des Ölpreises verdeckt in meinen Augen ein wenig die Tatsache, dass es sehr viel mehr Angebot als Nachfrage gibt.

Es scheint, als wären die Käufe das Resultat von Wunschdenken – nämlich, dass die OPEC den Ausstoß begrenzen und dass Maßnahmen der Chinesischen Volksbank den Ölpreis stabilisieren werden. Meiner Meinung nach sind beide Szenarien wilde Spekulation.

Erstens haben sich einige der OPEC-Staaten und Russland zu Gesprächen verabredet, wo man eine Förderpause besprechen will – aber eben keine dauerhafte Einschränkung, die nötig wäre um die vollen Raffinerien leerzubekommen. Aber selbst diese Pause scheint Wunschdenken zu sein, hat doch jüngst Kuwaits Ölminister Reuters gesteckt, dass sein Land den Output auf keinen Fall begrenzen wolle, wenn nicht alle Staaten mitmachen.

Und der Iran hat neulich verlauten lassen, dass man die Produktion wieder auf Level von vor den Sanktionen hochfahren will. Das dürfte eine solche Abmachung zur Reduktion unmöglich machen. Zudem wollen die OPEC-Mitglieder Irak und Libyen die Produktion erhöhen.

Die Sache mit China

Was die Nachfrage betrifft, so wirft die Wirtschaftskrise in China nach wie vor einen Schatten über die weltweite Ölwirtschaft.

In den Fabriken des Landes ist nicht mehr ganz so viel los – neueste Handelsdaten zeigen den Verlust eines Viertels der Exporte –, darüber hinaus gibt es hartnäckige Gerüchte, nach denen optimistische Prognosen zur Nachfrage einfach, nun, zu optimistisch seien. Erst letzte Woche sagte der Analyst Michael Hsueh von der Deutschen Bank, dass sich die Nachfrage nach Öl in China bis zum Jahr 2020 halbieren könnte.

Wenn man also bedenkt, dass sich die Indikatoren für Angebot und Nachfrage in der Ölbranche verschlechtern, befürchte ich, dass sich Investoren, die blindlings Aktien von Shell kaufen, böse enttäuscht werden können. Ich wage sogar die Aussage, dass Shell in den kommenden Jahren auch jene Investoren, die auf der Suche nach einer anständigen Dividende sind, enttäuschen wird.

Aber keine Angst: Es gibt eine ganze Reihe an Aktien mit traumhafter Dividende bzw. Dividendenaussichten als Shell – man muss sie nur finden.

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The Motley Fool empfiehlt Royal Dutch Shell B.

Dieser Artikel von Royston Wild erschien am 10.3.2016 auf Fool.co.uk. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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