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4 Aktien, die vom Trend zu Bio-Lebensmitteln profitieren

BILD: WHOLE FOODS

Die großen Lebensmittelkonzerne stehen unter Beschuss. Immer mehr Kunden verlangen biologische und natürliche Lebensmittel, die Hersteller von verarbeiteten Lebensmitteln verlieren Boden. Die großen Lebensmittelhersteller wie McDonald’s haben sich dazu verpflichtet, nur noch antibiotikafreies Huhn und Eier von freilaufenden Hühnern zu verarbeiten. Andere wie Kraft Foods und General Mills haben versprochen, künstliche Konservierungsstoffe und Farbstoffe aus beliebten Produkten wie Mac & Cheese und Cheerios zu entfernen.

Dieser Trend wird wohl auch nicht einfach so aufzuhalten sein. Die CEOs der Industrie sehen Wachstum am Horizont, die Forschungsfirma TechSci erwartet im Bereich organische Lebensmittel weltweit ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 16 % bis 2020. Wie in jedem Markt im Umbruch wird es auch hier Gewinner und Verlierer geben. Um dir zu helfen, die Gewinner zu finden, haben wir unsere Analysten um vier Empfehlungen gebeten, um auf der Welle organische Lebensmittel mitzusurfen.

Brian Feroldi:

Wenn ein Investor sich dafür interessiert, auf diesem Trend aufzuspringen, dann schlage ich vor, die Sache einfach zu halten und das eine Unternehmen zu kaufen, das eine große Rolle dabei gespielt hat, diesen Trend überhaupt erst zu popularisieren: Whole Foods (WKN:886391).

Das mag einem zunächst wie eine schlechte Idee erscheinen, da das Unternehmen gerade einige ernste Probleme hat. Der Wettbewerb in dieser Sparte wird immer schärfer. Daher fielen die Umsätze von Whole Foods auf bestehender Verkaufsfläche im letzten Quartal auch um 1,8 %. Das Unternehmen ist auch noch dabei, sich vom PR-Alptraum des letzten Sommers zu erholen, als bekannt geworden war, dass man den Kunden bei vorverpackten Lebensmitteln zu viel berechnet hatte. Dann hatte sich Whole Foods dazu entschieden 1.500 Angestellte zu entlassen, was niemals ein gutes Zeichen ist, besonders für ein Unternehmen, das sich rühmt, ein guter Arbeitgeber zu sein.

Trotz all dieser negativen Nachrichten glaube ich, dass es Grund zum Optimismus gibt. Erstens investiert das Unternehmen gerade, um bei den Preisen wettbewerbsfähiger zu werden. Man möchte ja nicht, dass die Kunden gleich das ganze Gehalt im Geschäft lassen müssen, wie in den USA oft gescherzt wird. Das wird kurzfristig die Ergebnisse natürlich unter Druck setzen, aber es sollte sich langfristig auszahlen.

Zusätzlich hat das Unternehmen noch viel Luft nach oben, was die Expansion betrifft. Aktuell betreibt Whole Foods nur 436 Läden in den USA, Kanada und Großbritannien. Das ist relativ wenig verglichen mit den 1.200 Läden, die das Management glaubt, allein in den USA eröffnen zu können. Diese Zahlen werden noch viel größer, wenn man die kleineren „365“-Geschäfte und das internationale Potenzial noch dazu zählt.

Da die Aktie um mehr als 40 % unter dem 52-Wochenhoch liegt, wird sie aktuell sehr attraktiv bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt nur 19, was niedriger als der Marktdurchschnitt ist. Das ist wiederum sehr überraschend, denn Whole Foods war jahrelang der Liebling der Börse.

Wenn Whole Foods den Investoren beweisen kann, dass sich die Wachstumsinitiativen langfristig auszahlen werden, dann würde es mich nicht überraschen, wenn das Unternehmen auch wieder seinen Premiumpreis erreichen würde.

Aber bis das passiert, kann man sich über die Dividendenrendite von 1,75 % freuen und über die Gewissheit, dass das Management aggressiv die eigenen Aktien zurückkauft. Das ist auch der Grund, warum diese Aktie mein Favorit ist, um vom Bio-Trend zu profitieren.

Keith Noonan:

Hain Celestial (WKN:908170) ist ein führendes Unternehmen im Bereich biologische und gesunde Lebensmittel und scheint gut positioniert zu sein, um von dem aktuellen Trend zu profitieren. Die Marktkapitalisierung beträgt etwa 3,7 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verkauft Biomarken wie Plainville Farms, Tilda und Ella’s Kitchen Babynahrung. Es verfügt auch über ein Vertriebsnetzwerk durch die Läden von Target, Walmart, Publix und anderen. Das Unternehmen verfügt auch über eine wachsende Kundenbasis online, was hauptsächlich durch Amazon angetrieben wird. Etwa 40 % der Lebensmittel von Hain Celestial sind biologisch und 99 % sind ohne Gentechnik.

Anfang Februar konnte das Unternehmen Rekordumsätze und -gewinne pro Quartal verzeichnen, trotzdem hat Hain Celestial im letzten Jahr etwa 40 % seines Börsenwertes verloren. Darauf folgten auch gleich Herabstufungen der Analysefirmen und Quartalsberichte mit schlechter als erwarteten Ergebnissen. Die Umsätze erhöhten sich im letzten Quartal um 8 % im Jahresvergleich, während die Gewinne um 6 % stiegen. Die lauwarme Reaktion auf die Tees des Unternehmens und die fallenden Umsätze in den USA und in Großbritannien haben die Reaktionen des Marktes weiter abkühlen lassen.

Die reduzierten Geschäftsflächen bei wichtigen Einzelhändlern in den USA und in Großbritannien – was zu den fallenden Umsätzen in diesen Segmenten beitrug – und neue Konkurrenten im Bereich biologische Lebensmittel sind Risikofaktoren, die man als potenzieller Investor genau abwägen sollte. Aber diese Unsicherheiten haben auch den Kurs deutlich nach unten gezogen und machen die Aktie damit auch deutlich billiger.

Hain Celestial wird aktuell mit dem 17fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Damit liegt das Unternehmen unter dem Branchendurchschnitt von 24. Darüber hinaus liefert das Unternehmen auch beeindruckendes Gewinnwachstum. Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis von etwa 0,5 liegt deutlich unter der Schwelle von 1, die einen fairen Preis angibt. Zusätzlich verfügt Hain über das entsprechende Fundament, um vom wachsenden Interesse der Kunden an natürlichen und biologischen Lebensmitteln zu profitieren – auch wenn es immer mehr Konkurrenten gibt.

Solange die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln anhält, scheint Hain Celestial gut positioniert, um auf dieser Welle mitzuschwimmen.

Demitri Kalogeropoulos:

Whole Foods ist vielleicht einer der Pioniere in diesem Bereich, aber – um hier einen meiner Lieblingssprüche von Warren Buffett zu klauen — „obwohl der frühe Vogel den Wurm fängt, bekommt die zweite Maus den Käse.” Das scheint genau das Szenario zu sein, das sich bei Kroger (WKN:851544) gerade enfaltet. Das Unternehmen ist erst spät in diese Branche eingestiegen, erntet aber die Früchte dieses Trends.

Die Supermarktkette hat seine Eigenmarke Simple Truth erst vor ein paar Jahren eingeführt, aber sie hat 2015 trotzdem über 1 Milliarde US-Dollar eingenommen und ist damit zu Krogers beliebtester Marke geworden. Das hat Kroger geholfen, mehrere Jahre hintereinander überdurchschnittliches Umsatzwachstum zu erzeugen (das flächenbereinigte Umsatzwachstum ist seit 48 aufeinanderfolgenden Quartalen positiv).

Das wurde teilweise durch Preissenkungen erreicht und damit auch durch niedrigere Gewinne bei den Bioprodukten. „Unsere Kunden haben klar gemacht, dass sie keine Aufpreise für natürliche und biologische Produkte zahlen wollen“ erklärte COO Mike Ellis den Investoren vor einem Jahr. „Wir versuchen sicherzustellen, dass sie gute Qualität zu einem Preis bekommen, der vergleichbar mit den nicht-biologischen Marken ist und in einigen Fällen ist es auch derselbe Preis.“

Kroger kann sich diesen brutalen Preiskampf leisten, denn das Unternehmen erfreut sich einer deutlich niedrigeren Kostenstruktur als Whole Foods. Aber die Gewinnmarge von 22 % (verglichen mit den 35 % von Whole Foods) sollte dich nicht abschrecken. Die Gewinne von Kroger sind in letzter Zeit zweistellg gestiegen und haben damit das langfristige Ziel des Management übertroffen, die Gewinne zwischen 8 und 11 % pro Jahr zu erhöhen.

Jeremy Bowman:

Die Nummer 1 bei Produktion und Vertrieb von Schaleneiern, Cal-Maine Foods (WKN:907664) ist einzigartig positioniert, um von der wachsenden Beliebtheit von organischen Lebensmitteln aus tiergerechter Haltung, besonders von Eiern aus Freilandhaltung zu profitieren.

Letztes Jahr hat sich fast jede Fastfoodkette dazu verpflichtet, nur noch Eier aus Freilandhaltung zu verarbeiten. Nächstes Jahr werden auch Costco Wholesale und Trader Joe’s auf diesen Zug aufspringen. Die Industrie bereitet sich auf die Umstellung vor. Cal-Maine hat sich mit dem zweitgrößten Eierproduzenten Rose Acre Farms zusammengetan, um eine Freilandhühnerfarm in Texas zu bauen, die 2,9 Millionen Legehennen beherbergen wird.

Das Unternehmen besitzt aktuell 23 % des nationalen Eiermarktes und ist in den letzten Jahren dank starker Übernahmen konsequent gewachsen. Jetzt konzentriert man sich darauf, besondere Eierunternehmen zu kaufen, die Eier aus Freilandhaltung und andere teurere Varianten produzieren. Eier aus Freilandhaltung können doppelt so viel kosten wie Eier aus Käfighaltung. Das bedeutet, eine komplette Abkehr von Käfighaltung könnte die Einnahmen von Cal-Maine um 80 % steigern ohne mehr Eier zu verkaufen.

Das ist einer der Trends, die man gerne im Rücken hat und als zusätzlichen Bonus bietet das Unternehmen auch noch eine Dividendenrendite von über 6 %.

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John Mackey ist co-CEO von Whole Foods Market und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com, Costco Wholesale, Hain Celestial, and Whole Foods Market.

Dieser Artikel wurde von  Brian Feroldi, Demitrios Kalogeropoulos, Jeremy Bowman und Keith Noonan auf Englisch verfasst und wurde am 05.03.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion

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