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Bombardier: 3 Gründe für Optimismus

Foto: Bombardier

Es gab viel negative Presse über Bomardier (WKN:866671) in den letzten Jahren.

Das lag vor allem an der CSeries – ein Programm, das von einem aufregenden neuen Flugzeug zu einem Witz über Management-Versagen geworden ist. Das Projekt musste mit allem kämpfen, von Kostenüberschreitungen bis hin zu sechs unterschiedlichen Verzögerungen. Eines der Testflugzeuge hatte sogar Motorprobleme. Kurz gesagt: Wenn etwas schief gehen kann, hat es bestimmt die CSeries auch schon betroffen.

In letzter Zeit ist der Fokus von der CSeries in Richtung Bilanz-Probleme gerückt. Das Unternehmen hat über 2,5 Milliarden US-Dollar in Cash im Jahr 2015 verbraucht, indem es aggressiv Geld für den letzten Schliff an der CSeries ausgab. Aber es sieht zumindest so aus, als wäre da Licht am Ende des Tunnels, da die für Mitte 2016 versprochenen Lieferungen anscheinend im Zeitplan liegen.

Probleme mit CSeries-Lieferungen sind die eine Sache. Das Unternehmen weiß immerhin, dass es für diese irgendwann bezahlt wird, aber Bilanzprobleme sind eine ganz andere Geschichte. Wenn ein Unternehmen nicht solvent bleiben kann, werden Anteilseigner alles verlieren.

Zum Glück der Leute, die der Aktie optimistisch gegenüber stehen, gab es einige Entwicklungen in letzter Zeit, welche die Aktie solider gemacht haben. Hier sind drei Gründe, warum das Unternehmen eine bessere Zukunft vor sich hat.

Verlangsamtes Cashburn

Im vierten Quartal hat Bombardier Schlagzeilen gemacht, als Quebecs Regierung zwei Investitionen im Gesamtwert von 2,5 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen unternahm. 1,5 Milliarden US-Dollar gingen von Caisse de depot aus – Quebecs Pensionsgiganten, welcher sich damit 30 % der Transport-Division sicherte. 1 Milliarde US-Dollar kam von der Regierung selbst, die dafür einen Anteil in Höhe von 49,5 % an der CSeries erhielt.

Diese Geldspritze zusammen mit den 3,1 Milliarden US-Dollar, die bereits auf der Bilanz standen, sollten es leicht genug für das Unternehmen machen, 2016 zu überstehen. Man könnte sogar argumentieren, dass der Engpass an liquiden Mitteln für das Unternehmen vorbei ist, da die Cashflows der ersten CSeries-Bestellungen in diesem Jahr eingehen werden.

Bombardier verfolgt auch öffentlich eine Investition der Regierung und Gerüchte kursieren weiterhin darüber, dass diese bald 1 Milliarde US-Dollar in das Unternehmen stecken werde. Das würde die langsam solide aussehende Bilanz weiter festigen.

Eine große Bestellung

Bombardier hat auch angekündigt, dass Air Canada der jüngste CSeries-Kunde mit einer Bestellung von 45 CS300-Flugzeugen werden würde. Air Canada hat auch Optionen auf 30 weitere Flugzeuge. Diese Bestellung wäre 3,8 Milliarden US-Dollar wert, obwohl gemeinhin angenommen wird, dass Air Canada einen Deal gemacht hat.

Die Bestellung war eine große Neuigkeit – besonders für ein Unternehmen, dass keine feste CSeries-Bestellung seit 2014 verbuchen konnte.

Analysten gehen davon aus, dass der Abschwung zwei Gründe hatte. Erstens waren Kunden um zukünftige Verzögerungen und die Gesundheit Bombardiers besorgt. Zweitens war die Konkurrenz durch andere Flugzeughersteller stark. Als die CSeries angekündigt wurde, war sie ein Sprung nach vorne in Sachen Technologie. Aber die wichtigsten Konkurrenten haben aufgeholt, ihre eigenen neuen Modelle verbessert und sind jetzt vergleichbar.

Eine große Verpflichtung seitens Air Canada könnte genug Anreiz dafür sein, dass andere Airlines sich die CSeries auch genauer anschauen.

Kosteneinsparungen

Ich sehe normalerweise nicht gerne, wie Menschen ihre Jobs verlieren, aber wenn Bombardier nicht Bankrott gehen möchte, muss es kürzen.

Das hat das Unternehmen im großen Stil getan und verkündet, dass 7.000 Jobs aus so ziemlich jedem Bereich gestrichen werden. Das passiert zusätzlich zu den Entlassungen, die 2015 angekündigt wurden. Zusammengenommen hat das Unternehmen im letzten Jahr ungefähr 10.000 Jobs gestrichen. Sollte jeder Arbeiter 75.000 CAD pro Jahr verdient haben, sind das Einsparungen in Höhe von 750 Millionen CAD.

Wenn Bombardier das Blatt wirklich wendet, muss das Unternehmen disziplinierter werden. Diese Kürzungen sind ein guter Anfang. Halte nach weiteren Maßnahmen im Jahr 2016 Ausschau.

Bombardier ist noch nicht über den Berg, aber immerhin geben die jüngsten Ereignisse Grund zum Optimismus – und das zum ersten Mal seit langem. Bombardier-Aktien sind so preiswert, dass sogar Kleinigkeiten den Preis wieder nach oben bringen können.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Nelson Smith auf Englisch verfasst und am 1.3.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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