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Wer schafft den Turnaround eher – Twitter oder LinkedIn?

Twitter (WKN:A1W6XZ) und LinkedIn (WKN:A1H82D) haben in den vergangenen 12 Monaten jede Menge Kritik abbekommen. Beiden wird vorgeworfen, dass sie ihre Nutzer- und Umsatzzahlen nicht ordentlich zum wachsen bringen. Twitters Aktien sind fast 70 % gefallen, bei LinkedIn sind es 60 %. Klar, dass Investoren mit beiden Aktien nicht viel anfangen können. Aber besteht vielleicht doch die Möglichkeit, dass ein Netzwerk schneller als das andere einen Turnaround schafft?

Was geht bei Twitter schief?

Twitters größtes Problem besteht darin, dass die Nutzerzahl nicht wachsen will. Im letzten Quartal stiegen die monatlich aktiven Nutzer (Monthly Active Users, MAU) nur 9 % auf 320 Millionen – seit dem IPO der geringste Anstieg. Die Nutzerzahl stagniert. Wenn man die SMS Fast Followers mal ausschließt – also Nutzer, die Twitter lediglich via SMS erleben und keine Werbung sehen –, sind die MAUs sogar 0,7 % gesunken, runter auf 305 Millionen Nutzer.

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Gute Nachricht? Der Umsatz stieg 48 % gegenüber dem Vorjahr auf 710 Millionen USD, was bedeutet, dass man in der Lage ist, mittels neuer Anzeigenmodelle aus jedem Nutzer noch mehr Umsatz rauszuholen. Allerdings muss gesagt sein, dass dieses Wachstum gegenüber den 58 % im Vorquartal und den 97 % im Vorjahresquartal alt aussehen. Für das jetzige Quartal erwartet man lediglich Verkaufssteigerungen zwischen 36 % und 40 %. Die EBITDA-Marge erwartet man bei 25 % bis 27 %, im letzten Quartal waren es ebenfalls 27 %.

Nachdem Mitgründer Jack Dorsey letzten Oktober als Twitters CEO zurückgekehrt ist, hat das Unternehmen eine kuratierte „Best-of“-Liste („Moments“) eingeführt, hat getestet, wie Anzeigen für nicht eingeloggte User performen sowie „Konversationen“ gestartet, um Nutzer dazu zu bringen, auf promoted Tweets zu reagieren. Außerdem hat man den Live-Video-Service Periscope mit in die Timeline gehievt. Leider muss man sagen, dass keine dieser Strategien bislang neue Nutzer gebracht hat. Twitters Verkaufszahlen werden wohl weiter in den Keller gehen, weil es nicht endlos Möglichkeiten gibt, aus den bestehenden Nutzern Geld zu holen.

Was läuft bei LinkedIn verkehrt?

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen besser als die von Twitter aus. LinkedIn berichtet keine MAUs, dafür aber, dass die registrierten Nutzer 19 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, außerdem 5 % gegenüber dem Vorquartal, rauf auf 414 Millionen. Allerdings sind die angemeldeten Unique Visitors nur 7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen und bleiben bei 100 Millionen – im Vorjahr waren es noch 22 % Zuwachs. Der Gesamtumsatz stieg 34 %, im Vorquartal waren es noch 37 %, ein Jahr zuvor 44 %.

Quelle: Pixabay

Im letzten Quartal stieg LinkedIns Talent Solutions for Employers 45 % auf 535 Millionen USD Umsatz. Das war gut genug, um 62 % von LinkedIns Gesamtumsatz beizutragen. Von dem wiederum stieg der Umsatz der Sparte Hiring 32 % auf 487 Millionen USD, die Sparte Bildung und Entwicklung trug 49 Millionen USD bei (dank der Akquise von Lynda). Der Anzeigenumsatz stieg 20 % auf 183 Millionen USD, vor allem weil gesponsorte Updates die negative Entwicklung bei herkömmlichen Display Ads wettmachen konnten. Der Umsatz von Premium Mitgliedschaften (für Bewerber) stieg 19 % auf 144 Millionen USD, vor allem wegen des Sales Navigator Tools.

Für die Zukunft erwartet LinkedIn von seiner Sparte Field Sales Hiring Solutions nur Wachstum in den Mitt-Zwanzigern. Das machte im Jahr 2015 64 % des Gesamtumsatzes aus. 2015 wuchs es noch 30 %, 2014 immerhin 46 %. Das Unternehmen begründet die Verlangsamung mit schwächelnden Märkten außerhalb der USA und generell verringerter Nachfrage nach Karriereplattformen. Im Anzeigengeschäft wird LinkedIn seinen unabhängigen B2B Lead-Accelerator schließen und dessen Produkte in gesponsorte Updates einbauen. Es wird erwartet, dass diese Entscheidung kurzfristig die Verkäufe der Sparte Marketing Solutions schwächt. Mit dieser Verlangsamung plant man doch, dass der Capex bei „weit über 10 %“ des Umsatzes aus dem Jahr 2016 bleibt. Das gefiel Analysten nicht unbedingt. Deswegen wurde das Unternehmen seit dem Call gut ein dutzend Mal abgewertet.

Zwei Vorteile für Twitter

Gut, beide haben es gerade nicht leicht. Und doch hat Twitter zwei Vorteile gegenüber LinkedIn. Auf GAAP-Basis sind beide unrentabel, größtenteils aufgrund der aktienbasierten Kompensation. Allerdings hat Twitter versucht, diese Zahl zu verkleinern – im Gegensatz zu LinkedIn. Im letzten Quartal fiel Twitters aktienbasierte Kompensation 12,5 % auf 155 Millionen USD bzw. 22 % des Umsatzes, vor allem, weil man die Arbeitnehmerzahl um 8 % verringerte. LinkedIns Kompensation hingegen stieg 44 % auf 135 Millionen, was 16 % des Umsatzes wegfrisst.

Zweitens ist Twitters Geschäftsmodell konzentrierter – 90 % des Umsatz kommt von Anzeigen (Promoted Tweets, Trends und Video), 10 % kommt vom Geschäft mit Datenlizensierung. LinkedIns Geschäftsmodell wird dagegen von Jahr zu Jahr komplizierter: neue Dienste, Extra-Apps und Bildungsangebote, die mehr und mehr aus der stagnierenden Nutzerbasis rausquetschen sollen.

Twitter scheint mehr und mehr die einzelnen Teilchen seiner Dienste zu einem Ganzen zusammenzufügen. LinkedIn hingegen ist ein heilloses Durcheinander. Ich meine, dass dies allein Twitter zu einem lohnenderen Kauf macht als LinkedIn.

Bessere Aussichten für Twitter, aber nur gerade so

Diese beiden Stärken lassen Twitter gegenüber LinkedIn als den besseren Kandidaten dastehen, allerdings würde ich raten, im Moment von beiden Aktien die Finger zu lassen. Twitters Aktie wird so lange weiter unter Druck stehen, bis endlich mal die MAU-zahlen wachsen. LinkedIns langsames Wachstum, erhöhte Ausgaben und fragmentiertes System werfen auch jede Menge Fragen auf.

Zudem kann man weder die eine noch die andere Aktie tatsächlich als Schnäppchen bezeichnen. Twitters Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,4 und LinkedIns Kurs-Umsatz–Verhältnis von 4,6 sind beide über dem Durchschnitt der Branche, der bei 3,4 liegt. Deswegen müssen weder Twitter noch LinkedIn unbedingt auf deiner Einkaufsliste stehen – antizyklisch denkende Investoren jedoch mögen bitte mit wachsamem Auge die beiden vorangegangenen Zahlen verfolgen, vielleicht ergibt sich ja doch noch ein interessanter Turnaround.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von LinkedIn und Twitter.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 16.2.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilhaben können.

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