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Einsicht in die Bewertungsunterschiede von Apple und Alphabet

Foto: Apple

Im Grunde genommen sind Apple (WKN:865985) und Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F) in einen trivialen Wettlauf „wer über die größte Marktkapitalisierung besitzt“ verstrickt. Alphabet drängte sich nach Veröffentlichung seiner starken Quartalszahlen am Anfang der Woche auf den Platz des „weltweit wertvollsten Unternehmens“, nur um ihn ein paar Tage später wieder an den Mac-Hersteller zurückzugeben.

Nennen wir es doch einfach unentschieden. Beide Tech-Giganten weisen ähnlichen Marktkapitalisierungswert auf, deren Bewertungen sind aber dennoch radikal unterschiedlich. Wieso ist das so?

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Eins gleicht nicht dem anderen

Für die Neueinsteiger legen wir doch mal folgende Kennzahlen auf:

Kennzahl Apple Alphabet
Umsatz 235 Milliarden USD 71,8 Milliarden USD
Bilanzgewinn 53,7 Milliarden USD 16,4 Milliarden USD
Bruttogewinnmarge 40,1 % 62,4 %
Operative Gewinnmarge 30,3 % 25,8 %
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
10 32,7
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) 2,2 6,8
Ertragswachstum 17,6 % 13,6 %

Apples Ober- und Untergrenze sind jeweils wesentlich höher als die von Alphabet, und der Gewinn wuchs in den letzten zwölf Monate stärker. Aber Alphabet verdiente um ein dreifaches mehr, wie die Bewertungsmultiplikatoren zeigen. Alphabet hat eine höhere Bruttogewinnmarge, weil es vorwiegend Software und Service anbietet. Apple hingegen bietet mehr Hardware an, trotzdem ist seine operative Gewinnmarge etwas geringer (mehr dazu später).

Im Allgemeinen sind Bewertungsmetriken die Funktionen für zukünftige Wachstumsaussichten. Obwohl Apple und Alphabet in absoluten Zahlen ungefähr gleich viel wert sind (Marktkapitalisierung), wissen Investoren genau, dass Alphabet aufgrund seines zukünftigen Wachstumspotenzials um einiges mehr wert ist.

Fenster der Wahrnehmung

Es gibt nur wenige Gründe, warum das Sinn macht. Nachdem Apples Obergrenze so gewaltig ist, braucht es viel, um bei diesem Unternehmen in finanzieller Hinsicht eine deutliche Veränderung hervorzurufen. Es herrscht die unerschütterliche Vermutung, dass Apples Umsatz dabei ist, seinen Höchststand zu erreichen.  Diese Ansicht wird durch Vorhersagen für dieses Quartal bestärkt.

Gleichzeitig nimmt der Markt Alphabet als ein Unternehmen mit einer Vielzahl noch unentdeckter Möglichkeiten wahr. Diese Wahrnehmung ist begründet, wenn man die Vorliebe des Unternehmens für Experimente bedenkt. Jedoch erkennt der Markt nicht, dass Apple zu Gleichem fähig wäre. Hier gibt es wohl leichte Ungereimtheiten.

Alphabet heißt jetzt Alphabet aufgrund der Reorganisierung des Unternehmens, bei der sie mehr Transparenz zu den anderen Wetten erreichen wollten.  Das Unternehmen veröffentlichte seine ersten Zahlen nach der Restrukturierung und brachte schließlich Licht in diese hoffnungsvollen und ehrgeizigen Projekte.

Neue Projekte 2014 2015
Umsatz 327 Millionen USD 448 Millionen USD
Operativer Verlust 1,9 Milliarden USD 3,6 Milliarden USD

Alphabet verlor 5,5 Milliarden USD während der letzten zwei Jahre im Zusammenhang mit solchen Projekten. Im Großen und Ganzen ist das der Grund, warum Alphabets konsolidierte, operative Gewinnmarge niedriger blieb als die von Apple. Im Vorjahr war die operative Gewinnmarge des Google Segments allein 110 Basispunkte höher als Apples gesamte operative Gewinnmarge.

Jeder tut es

Hier ist der Knackpunkt: Apple arbeitet an vielen ähnlichen Dingen. Sie reden nur nicht so viel darüber. Ich habe gehört, dass das Unternehmen dazu tendiert eher verschlossen über die Dinge zu sein, an denen sie arbeiten. Es gibt eine Handvoll vielversprechender Tech-Trends am Horizont, Bereiche in denen alle Technologiegiganten investieren. Solche Bereiche sind unter anderem selbstfahrende, elektrische Autos, Heimautomatisierung, Virtual/Augmented Reality oder Artificial Intellligence.

Apple und Alphabet sind beide absolut fokussiert in diesen Themen, das ist keine Frage. Apple macht es so geheimnisvoll wie nur möglich, abgesehen von den gelegentlichen Schlagzeilen über Einstellungsaktivitäten. Dabei gehen die operativen Verluste bequem in seinem konsolidierten Ergebnis unter. Die F&E Kosten sind prozentual zur gesamten Ergebnisrechnung angestiegen, aber nur weil Apple seine Projekte nicht in seinem operativen Segment miteinrechnet, bedeutet das nicht, dass sie nicht auch voraus denken.

Um eines klar zu stellen, Apple konzentriert sich eher auf die großen Ideen, weniger auf die „Moonshots“. Ich denke nicht, dass sich Apple über Smarte Kontaktlinsen oder über Internet Weltraumballons den Kopf zerbricht. Also, um die Dinge klar zu stellen, Investoren unterschätzen Apples Potenzial in manchen Bereichen, wo sie Alphabets aber anerkennen. Das ist eine Ungereimtheit, welche zu Bewertungsunterschiedenen zwischen den beiden Unternehmen führt.

Der wahre Test wird sein, wie sich die Unternehmen jeweils in all diesen boomenden Felder machen und wie gut sie Geschäfte rund um die neuen Technologien bauen werden. Aber es ist immer noch so, dass es Apple viel mehr Aufwand kostet, ein Produkt so erfolgreich und finanziell bahnbrechend wie das iPhone einzuführen. Man kann also sagen, dass Apples Bewertung ein Opfer seines eigenen Erfolgs ist, aber das bedeutet nicht, dass sie es nicht versuchen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A und C Aktien) und Apple.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu auf Englisch verfasst und wurde am 4.2.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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