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Ist der Chef von Apple Tim Cook wahnsinnig… oder die Wall Street?

Foto: Apple.

Aktienrückkaufprogramme waren vor der Krise extreme beliebt. Unglücklicherweise gehören sie aber zu einem der Dinge beim Investieren und bei der Unternehmensfinanzierung, die am ehesten Missverstanden werden.

Viele Unternehmen verstehen Aktienrückkäufe nicht (oder agieren, als ob sie es nicht verstehen). Auch viele der Wall Street Analysten verstehen dieses Thema nicht, obwohl sie einen akademischen Hintergrund haben.

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Dieses Missverständnis trieb Trip Chowdry ein Analyst von Global Equities Research dazu, anzudeuten, dass der Finanzvorstand von Apple (WKN:865985) Luca Maestri, und implizit damit auch der Vorstandsvorsitzende Tim Cook, sich wie wahnsinnige aufführen würden.

Offensichtlich funktionieren Aktienrückkäufe nicht mehr. Und irgendwie versucht der derzeitige Finanzvorstand von Apple durch ständiges Wiederholen andere Ergebnisse zu erzielen.

Aber warum glaubt Chowdry, dass “Aktienrückkäufe und Dividenden nicht mehr funktionieren”?

Apple-Aktien sind von 132 USD auf 115 USD gefallen. Dabei wurden ungefähr 110 Mrd. USD Aktionärskapital vernichtet. Das Apple-Management hat nichts unternommen diese Kapitalvernichtung aufzuhalten. Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Apple haben ein riesiges Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das aber nicht funktioniert hat: Die Aktionäre haben 110 Milliarden USD verloren.

Tatsächlich kann jeder mit einem Internetzugang den Aktienkurs von Apple sekündlich verfolgen. Das ist ein schneller und einfacher Weg, den Erfolg eines Aktienrückkaufprogramms zu bewerten: Liegt der Kurs nach Bekanntgabe des Rückkaufprogramms höher oder niedriger als davor?

Allerdings ist dieser schnelle und einfache Weg zur Messung des Erfolgs auch komplett falsch. Wieso? Die nachfolgenden Ausführungen sind entscheidend:

  • Das oberste Ziel eines intelligenten Aktienrückkaufprogramms ist es nicht, den Aktienkurs des Unternehmens zu steigern oder einfach nur die Anzahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren.

Vielleicht hört sich das zunächst etwas komisch an. Vielleicht denkst du sogar, dass das absoluter Blödsinn ist. Wenn dem so ist, dann solltest du über die folgende Aussage nachdenken:

  • Ein intelligentes Aktienrückkaufprogramm ist das Ergebnis eines Prozesses zur Kapitalallokation, mit dem Ergebnis: Die Aktien des eigenen Unternehmens sind unter den besten Investitionsmöglichkeiten. Da heißt, der Kauf eigener Aktien bietet eine gleich hohe oder höhere Rendite als andere Möglichkeiten das Geld auszugeben (einschließlich Dividendenauszahlungen).

Man kann das Ganze auf eine einfache Frage reduzieren: Ist die erwartete Rendite der Aktienrückkäufe „gut“? Die Antwort auf diese Frage hängt vom Vergleich des aktuellen Aktienkurses mit dem intrinsischen Wert der Aktie ab.

(Wenn du mehr über dieses Thema lernen möchtest, dann empfehle ich dir Warren Buffets Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway aus dem Jahr 1999 zu lesen.)

Apple ist in Bezug auf die Denkweise über und die Umsetzung von Aktienrückkaufprogrammen derzeit eines der klügsten Unternehmen.

Beispielsweise reagierte das Unternehmen „aggressiv“ und „opportunistisch“ (mit den Worten von Tim Cook) als vor einem Jahr der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse um 8 % gefallen ist. Das Unternehmen kaufte innerhalb von zwei Wochen Aktien im Wert von 14 Mrd. USD zurück

Es ist genau andersherum wie Chowdry es gesagt hat: Im Bezug auf Aktienrückkäufe ist das Apple-Management nicht wahnsinnig, sondern vielmehr die amerikanische Unternehmenswelt allgemein und die Wall Street im speziellen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway.

 Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier auf Englisch verfasst und wurde am 01.02.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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