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VW verschiebt die Veröffentlichung des Jahresberichts 2015 und was das bedeutet

Foto: Pixabay, Unsplash

Überraschenderweise hat Volkswagen (WKN:766400) am Freitag bekannt gegeben, man werde die Veröffentlichung der Ergebnisse des vierten Quartals und des ganzen Jahres 2015 aufgrund des Abgasskandals auf unbestimmte Zeit verschieben.

Was ist da los?

VW gab in der Stellungnahme an, die Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse, die eigentlich für den 10. März geplant war, werde auf unbestimmte Zeit vertagt aufgrund der verbleibenden offenen Fragen und der sich daraus ergebenden Berechnungen im Zusammenhang des Abgasskandals.

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VW gab auch an, die jährliche Aktionärsversammlung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die Jahresversammlung war ursprünglich für den 21. April angesetzt gewesen.

VW hatte zuvor gesagt, man wolle die Ergebnisse der internen Untersuchung am 21. April bekanntgeben. Das hat sich anscheinend geändert. VW sagte am Freitag, man plane immer noch die Ergebnisse in der zweiten Aprilhälfte zu veröffentlichen.

VOLKSWAGEN-CEO MATTIAS MÜLLER SPRACH LETZTEN MONAT MIT DEN REPORTERN IN DETROIT. VW HAT DIE VERÖFFENTLICHUNG DES JAHRESBERICHTS VERSCHOBEN, MÖGLICHERWEISE UM MÜLLER ZEIT ZU GEBEN, WEITERE MASSNAHMEN BEZÜGLICH DES ABGASSKANDALS ZU ERGREIFEN. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN

VOLKSWAGEN-CEO MATTIAS MÜLLER SPRACH LETZTEN MONAT MIT DEN REPORTERN IN DETROIT. VW HAT DIE VERÖFFENTLICHUNG DES JAHRESBERICHTS VERSCHOBEN, MÖGLICHERWEISE UM MÜLLER ZEIT ZU GEBEN, WEITERE MASSNAHMEN BEZÜGLICH DES ABGASSKANDALS ZU ERGREIFEN. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN

Was das bedeutet

Das bedeutet, dass die neue Führung immer noch mit dem Skandal zu kämpfen hat. VW sagte in der Stellungnahme am Freitag, man erwarte einen operativem Gewinn für 2015 auf etwa demselben Niveau wie 2014, entsprechend des Ausblicks – aber vor Sonderposten.

Die Berechnung dieser Sonderposten, also der Kosten des Skandals, könnten hier den Ausschlag geben. VW ist vielleicht noch dabei, eine Einigung mit der US-Regierung auszuhandeln und vielleicht auch mit anderen Parteien. Solche Dinge beinhalten oft saftige Zahlungen und vielleicht wartet Müller ja noch in der Hoffnung einige, oder alle diese Posten mit den Gewinnen von 2015 gegenzurechnen.

Kurz nach der Anklage der amerikanischen Umweltbehörde EPA im September hatte das Unternehmen bekannt gegeben, man würde 6,5 Milliarden EUR aus den Gewinnen des dritten Quartals nehmen, um die Kosten für die Reparatur der betroffenen Fahrzeuge abzudecken und die erwarteten Strafen zu bezahlen.

Aber wie ich damals schon gesagt habe, da die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt mit Gegenmaßnahmen und Klagen drohen, wird das nicht annähernd genug sein, um alle Kosten zu decken. Es scheint eher wahrscheinlich, dass Müller eine genauere Schätzung der Kosten haben möchte, bevor der die Ergebnisse von 2015 verkündet. Vielleicht braucht er auch einfach noch Zeit, um eine Einigung zu erzielen.

Was passiert als nächstes: Die Regulierungsbehörden, VW-Kunden, Händler und Investoren warten seit September auf eine Erklärung und eine realistische Schätzung, was das alles kosten wird.

All diese Leute werden jetzt noch länger warten müssen, als sie dachten. Es ist möglich, dass VW hinter den Kulissen daran arbeitet und nichts unversucht lässt, um umfassende Einigungen mit den Regulierungsbehörden in den USA und Europa zu erzielen und vielleicht auch mit den Anwälten der Kundengruppen und Händler. Wenn es so sein sollte und Müller den Skandal bald abwickeln kann, dann wäre das ein großes Plus für ihn.

Wenn nicht, dann werden die Verzögerungen alles nur noch schlimmer machen. Bleibt also dran.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und wurde am 05.02.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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