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Der ewige Siemens Herausforderer ABB kann die bessere Alternative sein

Bild: ABB

Der Schweizer Traditionskonzern ABB (WKN:919730) befindet sich weiterhin in einer umfassenden Restrukturierungsphase und konnte den Umsatz nicht steigern. Obwohl die Zahlen für 2015 eher mau sind, stehen die Chancen gut, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen werden. Für uns Anleger gibt es durchaus Gründe, den Konzern gegenüber Konkurrenten zu bevorzugen.

Zunächst ein Blick auf die Zahlen

ABB gibt sich in seiner Präsentation viel Mühe, die Jahreszahlen positiv darzustellen. Dabei schießt das Management für meinen Geschmack zum Teil über das Ziel hinaus. Bei der operativen Marge wird als Erfolg hervorgehoben, dass sie von 11,1 % auf 11,7 % angehoben werden konnte. Nach Einbezug von Währungsverlusten in Höhe von 80 Mio. USD ergibt sich hingegen ein Rückgang.

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Natürlich sind Währungseffekte zunächst einmal externe Faktoren. Trotzdem hat das Management einige Hebel in der Hand, um darauf Einfluss zu nehmen, von Absicherungsinstrumenten bis zur geographischen Aufstellung. Von daher ist der reale Wert für mich mindestens so wichtig wie die währungsbereinigte Größe.

Auch die Reduzierung des Umlaufvermögens — vereinfacht gesagt ist das all dasjenige Vermögen, das nicht fest in Anlagen im Unternehmen steckt, sondern kurzfristig ge- und verbraucht wird, hier insbesondere Auftragsvorleistungen — kann man von zwei Seiten betrachten: Einerseits zeigt dies, dass Aufträge verstärkt in Umsätze umgewandelt werden konnten, andererseits aber auch, dass vergleichsweise wenig Neuaufträge hereingenommen wurden. Während also die Bilanz durch die zusätzlichen Finanzmittel freundlicher aussieht, steht hinter den Wachstumsaussichten ein Fragezeichen.

Uneingeschränkt gut für Aktionäre sind hingegen die stetig wachsenden Dividendenzahlungen, welche problemlos aus den operativen Kapitalzuflüssen bezahlt werden können. Zum Jahresschlusskurs 2015 entsprach die Auszahlung einer stattlichen Rendite von 4,1 %.

Ein guter Teil der einbehaltenen Gewinne wird zusätzlich über ein Ende 2014 gestartetes 4 Mrd. USD schweres Aktienrückkaufprogramm, welches noch bis September läuft, an die Aktionäre zurückgegeben. Offenbar glaubt man, über diesen Weg mehr Wert für die Anleger zu schaffen als über kostspielige Übernahmen oder verstärkte Investitionen in die Produktionsbasis. Eine solide Wahl, die den aktuellen Unsicherheiten auf den Weltmärkten gerecht wird.

Der strategische Fokus liegt derzeit noch eher auf der organisatorischen Entwicklung

Die früher als Gemischtwarenladen verschriene Organisation wurde unter der Überschrift „Power & Automation“ klarer und einfacher strukturiert, sodass der Konzern nun einerseits schlagkräftiger gegenüber potenziellen Kunden auftreten kann und andererseits auch besser dafür aufgestellt ist, Kooperationen mit Partnern einzugehen.

Gleichzeitig wurde das Produktportfolio einer Überprüfung unterzogen, um unrentable Bereiche wie die Photovoltaik-Projektentwicklung zu identifizieren und auszugliedern. Außerdem wurde dem Unternehmen eine Kosten- und Preisdisziplin verordnet, welche auch bei schwächerem Absatz auskömmliche Gewinnmargen sicherstellt.

Nach der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit werden Wachstumschancen ins Auge gefasst

Die Restrukturierungsmaßnahmen zielten darauf ab, das Geschäft robuster und agiler aufzustellen sowie durch Differenzierung Mehrwert für die Kundschaft und höhere Margen für ABB zu schaffen. Darauf aufbauend soll das organische Wachstum angetrieben werden.

Auf Vernetzung, Automatisierung, Software und Robotik basierende Innovationen sollen zukünftige Umsatzbringer sein. Eine repräsentative Lösung ist die kürzlich vorgestellte vollautomatische Schnellladestation für Elektrobusse. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit Microsoft eine Cloud-basierte Plattform rund um die Ladeinfrastruktur entwickelt.

Ob Infrastruktur oder Fabrikhalle, ABB hat ein erstklassiges Portfolio für die intelligente Aufrüstung mit Effizienztechnologie. Auch wenn sich die Kunden im Öl- und Gassektor oder im Bergbau möglicherweise noch einige Zeit zurückhalten werden, dürfte das Geschäft in anderen wichtigen Branchen schon bald wieder erheblich anziehen.

ABB ist eine starke Alternative unter den Industrietechnik-Konzernen

Ob ABB eine bessere Anlage ist als Siemens (WKN:723610) hängt auch von deinem Anlagestil ab. Siemens deckt zwar bis auf die Robotik praktisch alle Produktsegmente von ABB ab, ist aber noch viel mehr ein Konglomerat mit all seinen Turbinen, Triebzügen und Kernspintomographen. Wenn du speziell auf die Themen Energiemanagement und Automatisierung setzen möchtest, ist ABB daher die bessere Wahl.

Am ähnlichsten positioniert ist die französische Schneider Electric (WKN:860180). Alle drei Konzerne haben in letzter Zeit stark in ihre Kernkompetenzen investiert und erfahren viel Rückenwind durch regulatorische und technische Trends. Letztlich kommt es darauf an, wer im noch völlig offenen Spiel der Giganten die größten Marktanteile abgreifen kann.

Fazit: ABB ist eine gute Depotbeimischung mit klarem Fokus

ABB betreibt viel Aufwand, um ein leistungsfähigeres, offeneres und weniger komplexes Unternehmen mit Fokus auf Energiemanagement und Automatisierung zu werden. Das ist alles sehr gut nachvollziehbar, schön und gut. Als langfristige Investoren wollen wir aber auch Wachstum sehen.

Deshalb würde ich noch ein oder zwei Quartale abwarten, um zu sehen, ob der Plan für die beabsichtigte Geschäftsausweitung aufgeht. Sobald sich abzeichnet, dass Schwung in das Geschäft mit innovativen Mehrwertlösungen kommt, ist ABB mit seiner aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik für mich ein klarer Kauf.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine Aktien genannter Unternehmen.

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