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Warum Royal Dutch Shell noch weitere 15 % fallen könnte

Die Aktie des fossilen Brennstoffproduzenten Shell (WKN:A0D94M) hat in den letzten Tagen einiges einstecken müssen, nachdem der Ölpreis gerade wieder gestiegen war.

Die Ölwerte sind gestiegen, nachdem das Gerücht ging, dass ein Abkommen zwischen der OPEC und Russland zur Begrenzung der Fördermenge geschlossen werden könnte. Die Sorte Brent hat seit Montag 5 USD gewinnen können und liegt jetzt wieder bei etwa 35 USD pro Barrel, ein Niveau, das wir seit Anfang Januar nicht mehr gesehen haben.
Shell hat in der folgenden Woche 7 % dazugewinnen können. In der Vorwoche gab es ähnliche Gewinne für die Investoren.

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Aber anstatt gleich zu kaufen, sollten die Investoren diesen aktuellen Höhenflug als eine Gelegenheit zum Verkauf sehen, denn Angebot und Nachfrage hängen immer noch in einem gefährlichen Ungleichgewicht.

Noch nicht

Der russische Energieminister Alexander Novak hatte vorige Woche schon mit der OPEC über den Ölpreis gesprochen. Der Minister hat aber inzwischen Bloomberg mitgeteilt, dass ein Abkommen noch in weiter Ferne liege.

Zuvor hatte Novak schon Kürzungen der Fördermenge im Inland ausgeschlossen. Gründe dafür sind die Probleme, die von Russlands schwierigem Umfeld geschaffen wurden.

Das ist wahrscheinlich nicht das Ende solcher politischen Posen, wenn die Ölpreise weiter sinken. Kürzungen von Seiten von Russland, der OPEC oder den USA liegen weiterhin in weiter Ferne, da die großen Produzenten ihre Marktanteile halten wollen.

Politische Unstimmigkeiten innerhalb der OPEC machen solch ein Abkommen noch unwahrscheinlicher. Der Konsens der Analysten legt nahe, dass der Ölpreis erst noch viel weiter fallen wird, bis die Produzenten in den sauren Apfel beißen und die Förderung drastisch einschränken werden. Das ist ein notwendiger Schritt, da die chinesische Wirtschaft ihnen die Überproduktion nicht abnimmt.

Die Prognosen für Brent zeigen nach unten

Vor dem Hintergrund des steigenden Angebots und der geringen Nachfrage korrigierte auch Edison diese Woche seine Prognose nach unten. Der Analyst zitiert die Schätzungen der EIA, dass sich die Lagerbestände bis in die zweite Hälfte 2017 noch weiter füllen werden.

Der Broker erwartet, dass Brent 2016 bei durchschnittlichen 40 USD pro Barrel liegen wird. Zuvor hatte er noch 60 USD erwartet. Und er korrigierte die Prognose für nächstes Jahr von 70 USD auf 50 USD.

Kurskorretur?

Trotz dieser bärischen Aussichten soll Shell nach einem Gewinnrückgang von 44 % im letzten Jahr um 7 % wachsen. Bei dieser Prognose hätte das Unternehmen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,2.

Obwohl auch das nicht besonders teuer ist, glaube ich, dass Shell ein KGV von 10 oder weniger haben sollte, um das extrem hohe Risiko widerzuspiegeln.

Eine folgende Neubewertung des Kurses würde den Ölriesen dann mit 12,80 GBP bewerten. Das wäre ein Rückgang um 15 % vom aktuellen Kurs.

Aber auch das ist meiner Meinung nach noch optimistisch. Da die Gewinnerwartungen noch weiter herunter korrigiert werden könnten, geht die Angst einer Dividendenkürzung und natürlich trübt sich auch die Stimmung unter den Investoren ein. Daher glaube ich, dass weitere Kursrückgänge kommen könnten.

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Dieser Artikel wurde von Royston Wild  auf Englisch verfasst und wurde am 29.01.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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