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7 verrückte Fakten, die man im Falle eines Börsencrashs wissen sollte

Foto: Pixabay, geralt

Von Zeit zu Zeit spielt die Börse ein bisschen verrückt. Irgendetwas macht den Investoren Angst und dann verkaufen sie.

Die Angst baut sich auf, egal ob sie gerechtfertigt ist oder nicht, und selbst der kleinste Funke kann dieses Pulverfaß zur Explosion bringen. Dann kommt es zum Crash und furchtbare Dinge können passieren. Und trotzdem zeigt der Trend immer weiter nach oben.

Es folgen sieben besonders interessante Fakten über vergangene Börsencrashes, die dich daran erinnern sollen, dass die Sache ziemlich verrückt werden kann. Aber langfristig geht es aufwärts, immerhin sind wir alle noch hier, investieren immer noch und bauen Wohlstand auf.

1. Ein Börsencrash bedeutet nicht, dass eine Rezession folgt.

Zwischen 1965 und 2015 fiel der S&P 500 27mal um mehr als 10 %. Während desselben Zeitraums erlitten die USA aber nur sieben Rezessionen. Manchmal kann ein Crash bedeuten, dass eine Rezession auf dem Weg ist, aber normalerweise sind starke Korrekturen normale Marktbewegungen und keine Indikatoren von zugrundeliegenden wirtschaftlichen Problemen.

2. Bärenmärkte haben aber eine viel höhere Korrelation mit fundamentalen wirtschaftlichen Problemen.

Seit 1950 erlebte der S&P 500 neun Bärenmärkte und 10 Rezessionen, wobei der Schwarze Montag 1987 die einzige Ausnahme darstellt. Ein Bärenmarkt wird generell als eine Abwärtsbewegung von mehr als 20 % bezeichnet.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes liegt der S&P 500 nur 10 % unter dem Hoch des letzten Jahres. Um in einen Bärenmarkt zu kommen, müsste er noch deutlich verlieren.

Wird es weiter abwärts gehen? Das weiß keiner, aber man sollte die richtige Perspektive behalten, wenn die Angst sich in den Entscheidungsprozess einschleicht.

^SPX DATEN VON YCHARTS.

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3. Der Crash 1929 war extrem schlimm.

Am Schwarzen Donnerstag, den 24. Oktober 1929, verlor die Börse 11 % bei Handelsbeginn. Es folgte der Schwarze Montag am 28. Oktober, als der Markt weitere 13 % verlor. Am nächsten Tag fiel der Markt weitere 12 %. Dieser Einbruch führte zur Großen Depression, während der die Arbeitslosigkeit in den USA auf über 30 % steigen sollte.

In den folgenden drei Jahren nach dem Crash von 1929 fiel der S&P 500 um 86 %. Es sollte 32 Jahre dauern, um das vorhergehende Hoch wieder zu erreichen.

4. Im Fall eines Weltkriegs drehen die Finanzmärkte durch.

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs gerieten die Börsen auf der ganzen Welt in Panik. Die Investoren verkauften ihre Aktien, um große Menge Gold zu kaufen, den damals sichersten Vermögenswert. Am 31. Juli 1914 wurde die Londoner Börse geschlossen, um die Panikverkäufe zu unterbinden. Sie sollte fünf Monate geschlossen bleiben. Die Märkte in den USA schlossen am 31. Juli und wurden erst vier Monate später wieder geöffnet.

Für einen Zeitraum von sechs Wochen im August und September 1914 blieb jede einzelne Börse dieser Welt geschlossen. Die einzigen Ausnahmen waren die Börsen von Neuseeland, Tokyo und die Denver Colorado Minenbörse.

5. Der Oktober 1987 war verrückt.

Auf prozentualer Basis war der 19. Oktober 1987 der schlimmste Tag in der Geschichte des S&P 500. Nur die Panik im Jahr 1914, was vor dem Start des S&P 500 im Jahr 1923 lag, übersteigt den Tagesverlust an diesem Montag im Oktober. Der Markt fiel um 20,47 %.

Am nächsten Tag stieg der S&P um 5,33 %, was den zwölftbesten Tagesanstieg in seiner Geschichte markiert. Einen Tag später verzeichnete der S&P seinen drittbesten Tagesgewinn von 9,1 %.

Aber es sollte nicht von Dauer sein, denn am 26. Oktober erlebte der Markt seinen fünftschlechtesten Tag und fiel eine Woche nach dem Schwarzen Freitag um 8,28 %. Zwischen dem 30. September und dem 31. Oktober verlor der Index 21,8 %.

Mir wird ganz schwindelig, wenn ich diese dramatischen Kursbewegungen in einer einzigen Woche nur wiedergebe.

6. So irre der Oktober 1987 auch war, die Finanzkrise 2008/2009 war noch schlimmer.

Was Börsencrashes betrifft, so haben die Jahre 2008 und 2009 wahrscheinlich mehr davon gesehen als jeder andere Zeitraum in der Geschichte. Vom 29. September 2008 bis zum 23. März 2009 erlebte der S&P neun seiner 20 größten Tagesverluste. Das beinhaltet den zweit-, dritt- und viertgrößten Verlust am 15. Oktober, 1. Dezember und am 29. September.

Während desselben Zeitraums ereigneten sich aber auch 10 der 20 größten Tagesgewinne. Der größte, zweitgrößte und viertgrößte Tagesgewinn fallen alle in diesen Zeitraum, besonders aber auf den 13. Oktober, den 28. Oktober und den 23. März.

Tage mit hohen prozentualen Einbrüchen, 23.09.2008-23.03.2009
Rang Datum  %
2 15.10.08 -9,03
3 01.12.08 -8,93
4 29.09.08 -8,81
6 09.10.08 -7,62
10 20.11.08 -6,71
15 19.11.08 -6,12
16 22.10.08 -6,1
18 07.10.08 -5,74
20 20.01.09 -5,28
Tage mit hohen prozentualen Anstiegen, 23.09.2008-23.03.2009
Rang Datum  %
1 13.10.08 11,58
2 28.10.08 10,79
4 23.03.09 7,08
5 13.11.08 6,92
6 24.11.08 6,47
7 10.03.09 6,37
8 21.11.08 6,32
10 30.09.08 5,42
13 16.12.08 5,14
19 20.10.08 4,77

7. Ein Crash, an dem die Fed schuld war?

Von 1979 bis 1982 erhöhte die Federal Reserve die Zinssätze auf mehr als 20 %, um die hartnäckig hohe Inflation in den USA zu bekämpfen. Der Plan funktionierte, aber er trug auch dazu bei, dass der S&P 1980 stark abstürzte, was sich 1981-1982 wiederholen und mit zwei Rezessionen zusammenfallen sollte. Am Ende war die Inflation aber besiegt und die boomenden 80er lösten die stagnierenden 70er ab.

Die Tatsache, dass dieser Crash teilweise mit den dramatischen Zinserhöhungen der Fed zusammenhing, macht ihn zu einem einzigartigen Ereignis.

^SPX DATEN VON YCHARTS.

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Das Jahr 2016 ist historisch schlecht gestartet, aber wie die Geschichte gezeigt hat, muss das nicht notwendigerweise auch bedeuten, dass der Rest des Jahres besonders gut oder schlecht sein wird. Die einzige Sache, die wir mit Sicherheit wissen, ist, dass die Börse von Zeit zu Zeit einen Crash erleben wird und wenn es so weit ist, dann geraten viele Investoren in Panik.

Die Geschichte hat aber auch wiederholt gezeigt, dass Panik keine guten Früchte trägt. Egal wie verrückt der Markt spielt, er kriegt sich am Ende immer wieder ein.

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Dieser Artikel wurde von Jay Jenkins auf Englisch verfasst und wurde am 28.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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